Monatsarchiv für November 2010

Deutsch

Martina am 22. November 2010

Die gute deutsche Pünktlichkeit trieb uns heute morgen schon früh aus dem Haus, um rechtzeitig in der Arztpraxis in Heiligenstadt aufzuschlagen. Heiligenstadt? Ich wohn doch in Göttingen!
Tja, der viel geleugnete Fachärztemangel macht es möglich, dass es mich nach Heiligenstadt verschlägt. Hier in Göttingen gibt es zwar ein Uniklinikum, sogar eine Fachärztin, aber als ich vor ungefähr drei Monaten einen Termin benötigte, kamen heraus: möglicher Termin Klinikum (nachdem zwei Wochen lang ununterbrochen versucht wurde, dort jemanden telefonisch zu erreichen) Mitte Dezember und bei der Fachärztin irgendwann nächstes Frühjahr.

Ca. eine Dreiviertelstunde früher in Heiligenstadt angekommen, hing mir der Magen schon in der Kniekehle, da ich nüchtern zur Blutentnahme bestellt war. Schon am Eingang staute sich der Patientenverkehr, die Praxis ist in einem Altbau mit verwinkelter Architektur untergebracht, Anmeldung und Wartezimmerchen liegen hintereinander, trotzdem ging es recht schnell, zumindest mit der Anmeldung.
Ich hatte gehofft, früher dranzukommen, auch die beiden Empfangsdamen fragten freundlicherweise mehrfach nach, ob man mich nicht dazwischenschieben könne. Nein, beschied die Blutabnahmedame mit deutscher Gründlichkeit, mein Termin wäre erst um 10. Derweil mein Magen vernehmlich knurrte.
Glücklicherweise kam ein bestellter Patient nicht, so dass man mich doch eine gnädige Viertelstunde eher anzapfte.
Wonach ich sofort das mitgebrachte Brot hervorzerrte. :wink:

Ob die Praxis beim eigentlichen Termin nächste Woche genauso pünktlich ist und sich die Wartezeit in engen Grenzen hält?

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Pfeffersalami

Martina am 8. November 2010

Samstag morgen, Wochenmarkt, wir stehen vor dem Fleischer unseres Vertrauens, um Aufschnitt und Fleisch für die nächsten Wochen das nächste Wochenende einzukaufen. Plötzlich eine Stimme aus dem Nebengrund, welche sich empörten Tones beschwert: “Sie, die Pfeffersalami von letzter Woche, da waren in einer Scheibe vier Pfefferkörner drin! Vier Pfefferkörner!”

Die Fleischerin unseres Vertrauens ist entsetzt, wie konnte sowas passieren? Wir sind ebenso entsetzt, hatte unsere Schlachterin es etwa versäumt, die EU-Norm für die gerechte Verteilung von Pfefferkörnern in einer Pfeffersalami einzuhalten? Wusste sie etwa nicht, dass es nicht nur auf die Anzahl der Pfefferkörner pro Salami ankam, sondern auch jedem Pfefferkorn ein gewisser Salamiraum zustand?
Die Metzgerin unseres Vertrauens entschuldigte sich zwar, aber ich muss sagen, unser Vertrauen in ihre Fleischerskunst ist jetzt erschüttert, und zwar nachhaltig. Wir werden diese Salami nicht kaufen. :wassat:

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