Automatische Werbung

Geschrieben von Martina am 3. Juni 2020

Uff, jetzt habe ich mal die automatische und angeblich optimierte Werbeanzeigengestaltung von Google ausprobiert, aber ich befürchte, das muss ich ganz schnell wieder abschalten.

1. Obwohl ich die Anzahl inzwischen auf das absolute Minimum reduziert habe (leider ist das nur ein nichtssagender Slider, wieviele Anzeigen die Position des Sliders tatsächlich bedeuten, ist nicht herauszufinden, vielleicht ist es auch nur ein spielerischer Gag, der gar keinen Einfluss hat), erscheinen auf der Blogseite immer 7 Werbeblöcke.

2. Die Werbeblöcke erscheinen mitten im Post, haben aber mit dem Inhalt desselben überhaupt nichts zu tun.
Oder habe ich jemals irgendwo irgendwas über Ohrenschmalz geschrieben? Ernsthaft, Ohrenschmalz? Versehen mit einem wunderbaren äh ekelhaften Bild, das ein Riesenohr zeigt, aus dem just ein riesiger, gelber Wurm Ohrenschmalz gezogen wurde?

Ich werde das wieder abschalten, was zu ekelig ist, ist zu ekelig.

Kategorie/n: Aufreger
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DeviantART

Geschrieben von Martina am 2. Juni 2020

Ich bin schon gefühlt Jahrzehnte zahlendes Mitglied bei dA, einer Art Künstlercommunity, mein erstes Bild habe ich am 4. Juni 2009 hochgeladen.

Irgendwann in den den letzten 2-3 Jahren wurde es an eine israelische Firma verscherbelt, die Webdesign/-hosting zu ihrem Geschäftsfeld zählt, und die – wie alle das immer so tun – versicherte, nichts ändern zu wollen.
Dann fingen sie an, am Design herumzufrickeln. Ich gebe zu, das alte dA ist im Laufe der Zeit ein bisschen in die behäbige Ecke abgedriftet, aber was diese Firma, die sich Webdesign auf die Fahnen schreibt, daraus gemacht hat, das ist unterirdisch.
Ziemlich lange konnte man zwischen altem und neuem Layout wählen, und jedesmal, wenn sie euphorisch vom superduper tollen Eclipse berichteten und es einem klammheimlich mal wieder unterjubeln wollten, bin ich stracks zum alten dA zurückgekehrt.
Im Mai gab es leider kein Entkommen mehr, das alte Design wurde zwangsabgeschaltet. Und jetzt sitzen wir mit einem Usability-Desaster da, welches schon ich weiss nicht wieviele User dazu genötigt hat, ihre zahlende Mitgliedschaft aufzukündigen.
Leider funktioniert das meiste hinten und vorne nicht, am irrwitzigsten finde ich jedoch, dass man es nicht abwarten konnte, und nun mit einem Mischmasch aus altem und neuem Design leben soll. Die Gruppen, deren eine ich als Admine betreue, sind noch im alten Design zu haben, also das innere, der Rahmen ist neu, und ehrlich, das sieht so Scheisse aus …
Abgesehen davon findet man manche Funktionalitäten nicht wieder, oder sie sind jetzt nicht mehr mit ein oder zwei Klicks erreichbar, sondern mit vier oder fünf.
Ehrlich, welcher Depp denkt sich sowas aus? Habt ihr noch nie was von Usability gehört oder gelesen? Eine Seite mit Scripten vollzustopfen, die laden und laden und laden, die nicht das tun, was sie sollen, oder ihre Anzeige nach Ausführung eines Befehles nicht ändern, so dass man der Meinung ist, der Befehl wäre gar nicht ausgeführt worden, das ist euer Geschenk an die Community?
Liebe dA-Betreiber, ich würde lieber bezahlen, um die alte, funktionierende Seite zurückzuhaben, als euch für diesen Schund noch mal Geld zu geben.
Aber vielleicht wollt ihr das ja? User vergraulen, damit ihr guten Gewissens die ganz Community in die Tonne kloppen könnt, weil nicht genug Kunden zu eurer Website rübergewandert sind?
Das ist nämlich der nächste Punkt, plötzlich wurde man mehr oder weniger genötigt, die alte Portfolio-Seite aufzugeben und eine neue bei den Betreibern einzurichten. Genauso ein dämlicher Homepagebaukasten, wie es jetzt bei dA versucht wird zu implememtieren. Natürlich erhofft man sich, dass daraus zahlende Kunden werden.
Das muss ich undankend ablehnen.

Kategorie/n: Technikgedöns
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Reverse Split

Geschrieben von Martina am 1. Juni 2020

Man – ich – lernt ja nie aus, was das Aktiengeschäft angeht. Ende letzten Monats wurde ich mit der Nachricht über die Ausführung einer Order überrascht, die ich nicht in Auftrag gegeben hatte und über die ich weder vorher noch hinterher irgendwelche Informationen bekommen hatte.
Es ging um Aurora Cannabis, die, wie ich erst nach eigener Recherche erfuhr, einen Reverse Split durchgeführt hatten, um nicht von der Börse zu fliegen. Soweit, so gut oder so schlecht.
Ich wunderte mich jedoch ebenfalls, dass ich keine neuen Aktien erhielt. Erst nach weiterer Recherche las ich, dass Anleger, die weniger als 6 Aktien hielten, einfach gekickt wurden. Nun hielt ich zwar mehr als diese 6 Aktien, beim Reverse Split kam jedoch ein Verkauf von 0,irgendwas Aktie heraus.
Es muss ich dann wohl um die Anzahl nach diesem Split handeln, womit ich also definitiv rausgeflogen bin.
Was mich zwar nicht glücklich macht, aber da es sich trotz alledem um keinen grossen Verlust handelt, kann ich es verschmerzen.
Der Kauf dieser Aktie geht sowieso auf eine Empfehlung zurück, und damit bin ich zum zweiten Mal reingefallen, weil ich nicht auf mein eigenes „Bauchgefühl“, sondern auf andere gehört habe.
Erst war es das Modeunternehmen, jetzt die Cannabisproduzenten.
Fazit: nur noch auf mich hören. 😉

Kategorie/n: In eigener Sache
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Klingeln in den Ohren

Geschrieben von Martina am 27. Mai 2020

Neben dem Büro logiert eine Zahnarztpraxis, diese hat in den Coronazeiten nun auch quasi dichtgemacht, ich sehe/spreche die Zahnärztin nur noch recht selten.
Offensichtlich hat sie sich nun auch entschlossen, die Zeit mit umfangreichen Renovierungs- und Umbaumassnahmen zu füllen.
Heute morgen schwante es mir bereits, als ich die Gerätschaften und Handwerker sah. Jetzt ist es akustische Gewissheit: es wird wieder gebohrt.
Und zwar in Beton. Dazu hämmern, poltern, rummsen, so, als ob gleich die Wand zu uns durch wäre.
Von allen Geräuschen am schlimmsten ist aber das bohren in Beton, laut, kreischend, mit schrillen Obertönen.
Inzwischen habe ich ein klingeln in den Ohren.
Telefonieren ist unmöglich, vorhin rief jemand an, und wenn ich ihn hätte verstehen wollen, hätte ich mir beide Ohren zuhalten müssen, was dann irgendwie auch nichts gebracht hätte. 😉
Der Mensch konnte auflegen, ich kann das nicht.

Ich kann höchstens nach Hause fliehen, in die Ruhe am Rande des Dorfes. Letzte Woche haben wir das erste Mal im Jahr draussen gesessen und gegrillt. Ausser dem zischen des Grillgutes und viel Vogelgezwitscher – ja, wir betreiben eine Futterstation für wie es scheint alle Vögel im Umkreis von mehreren Wäldern, diese vertilgen mindestens 3 Meisenknödel am Tag – war nichts zu vernehmen.
Momentan würde ich nichts davon hören, obwohl der Bohrer gerade Frühstückspause macht, klingelt es immer noch in den Ohren.

Kategorie/n: Büro
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Beim Friseur

Geschrieben von Martina am 23. Mai 2020

Wie sich die Zeiten ändern. Was früher lästige Pflicht war, wenn man nicht auf Rastagewirr stand, ist heute ein heiss ersehntes Ereignis: der Friseurbesuch.

Wir waren gestern, nach langen Monaten und mit langen Haaren.
Es war wie beim Arzt, nur dass das Wartezimmer draussen vor der Tür lag. Wir warteten im Auto, bis die Sprechstundenhilfe äh Friseurin vor die Tür trat und uns einzeln hereinbat. Dazu musste die Gesichtsmaske ordentlich sitzen, und am Eingang wurden die Hände desinfiziert. Die Friseurin war ebenfalls angetan mit Maske, zusätzlich mit einer Plastikschürze, die, wenn sie nicht durchsichtig, und blutbefleckt gewesen wäre, original wie eine Schlachterschürze ausgesehen hätte.
Haare waschen ist nun obligatorisch, ich muss das nächste Mal nach dem Shampoo fragen, das hat meinen trockenen Haaren ganz gut getan.
Danach schneiden mit Maske auf, das war schon etwas gewöhnungsbedürftig, eine Zeitlang musste ich die Maske vor dem Gesicht festhalten, weil die Bänder hinter dem Ohr beim schneiden störten.

Wie gut, dass ich diese Maske getragen hatte, und nicht den Loopschal mit Filter von Urbandoo, der um den ganzen Kopf geht. Oder die Silikonmaske von Koziol, die mit Gummibändern hinter dem Kopf befestigt wird.
Jaaaa, ich habe inzwischen ein Maskenarsenal angeschafft, alle mit austauschbaren Filtern. Das gibt mehr Sicherheit, und der nächste Lockdown kommt bestimmt.
Vor allem, wenn sich die Menschen weiterhin so unvernünftig verhalten, wie die Bekloppte gestern vor dem Backshop im Geschäft, die sich bis auf wenige Zentimeter an mich ranwanzte und mal eben mit blossen Händen das Brot aus dem Regal griff. Als ich sie auf ihr unmögliches Verhalten hinwies – ich war echt sauer – wurde sie nur rot und war ganz schnell verschwunden.

Am Ende des Friseurbesuches musste Adresse und Telefonnummer hinterlegt werden, bezahlen konnte ich noch bar, wenn auch der Kassentresen mit so einem Teil versehen war, also dem Ding, was man eigentlich nicht mehr Spuckschutz nennen darf, was aber de facto ein Spuckschutz ist, na, ihr wisst schon.

Insgesamt war es alles etwas aufwändiger, und in unserem kleinen Friseurladen auf dem Dorf durften wegen der räumlichen Gegebenheiten nur zwei Kunden gleichzeitig bedient werden, nach jedem Kunden musste geputzt werden, aber die Friseurin war natürlich froh, dass sie wieder arbeiten durften.

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Ich stehe hier nur so rum

Geschrieben von Martina am 18. Mai 2020

Wenn man die Nachrichten/Berichte so hört, driften immer mehr ehemals normale Menschen in eine Parallelwelt ab. So viel verschwurbelten Mist habe ich echt schon lange nicht mehr gehört und gesehen, wie anlässlich der sog. Hygienedemos abgesondert wird. Ob sich diese Leute nicht mal um ihre geistige und seelische Hygiene kümmern können?
Erschreckend finde ich, dass es sich z.T. um alte Menschen handelt, denen ich rein aus ihren Lebenserfahrungen heraus eine gewisse Krisenfestigkeit zugestehen wollen würde.

Heute beim Discounter meines Unvertrauens – dessen eh schon enge Gänge übrigens wieder einmal mit auszupackenden Waren, Verpackungsresten, Paletten etc.pp. verstopft waren, so dass man sich z.T. nicht einmal mit einem Einkaufswagen vorbeischlängeln konnte – stand wieder ein Hygienebeauftragter am Eingang. Und eine ältere Dame mit Einkaufswagen. Sie bewegte sich weder vor noch zurück, blockierte aber in schönster Dreistigkeit den Eingang, und den Herrn Türsteher focht es nicht an.
Als ich die Dame fragte, ob sie mich denn vorbeilassen könnte, schaute sie mit einem recht ratlosen Gesichtsausdruck zurück und begriff scheinbar überhaupt nicht, was ich wollte. Der Herr Hygienebeauftragter schaute derweil genauso aus der Warnwäsche.
Bis sich die Dame dann tatsächlich doch noch bewegte, und ich um die beiden herumlavieren konnte …

Abgesehen davon hat mich heute schon beim auslösen des Einkaufswagens die Wut gepackt. Die lieben Mitmenschen entblöden sich nicht, ihre Einkaufswagen voll mit Müll, benutzten Handschuhen und anderen Bösartigkeiten wieder in die Schlange zu reihen.
Rücksichtslose Arschlöcher und alle bekloppt …

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Es bimmelt, oder auch nicht

Geschrieben von Martina am 12. Mai 2020

Anfang des Jahres ist meine Mutter verstorben, Anfang März bin ich / sind wir dazu gekommen, uns auch mal um den Telefonanschluss zu kümmern, der auf ihren Namen lief.
Wir dackelten – damals durfte man das noch – in den nächsten T-Punkt, der Mitarbeiter durfte zwar für uns nichts regeln, füllte aber ein Formular aus, welches ich unterschreiben und mit Sterbeurkunde versehen abschicken sollte.

Mitte April, nachdem wieder einmal die Rechnung an die alte E-Mail kam und vom alten Konto abgebucht wurde, erinnerte ich mich: da war doch was, brauchen die etwa so lange, einen Namen umzuschreiben und ein Konto zu ändern?

Also rief ich die hotte Line an, ein Mitarbeiter wühlte in den Eingeweiden des Konzerns herum und behauptete zunächst, es gäbe keinen Auftrag. Schlau, oder auch misstrauisch, wie ich nun einmal bin, oder vom Leben gezeichnet, wie man es halt nimmt, hatte ich eine Kopie des Auftrages gemacht und konnte ihm damit auf die Sprünge helfen. Es stellte sich heraus:
der Mitarbeiter im T-Punkt hatte eine völlig falsche Telefonnummer eingetragen, keine Ahnung, wie er das geschafft hat. Die Abteilung hatte es daraufhin aber nicht hinbekommen, eine Rückfrage unter meiner angegebenen Handynr. oder der E-Mail-Adresse zu starten, sondern hatte Auftrag samt Sterbeurkunde in den Papierkorb geworfen.

Ich war also gezwungen, den ganzen Scheiss mit korrekter Telefonnummer erneut zu beauftragen. Diesmal lud ich die Dokumente über die auf dem Auftragsformular angegebene Website hoch.

Schon zwei Wochen später bekam ich Rückmeldung per E-Mail, man dürfe den Vertrag nicht umschreiben, da jetzt noch der Erbschein fehle. Zur Hölle, hätte das a) der T-Punkt Mitarbeiter oder b) der Hotline-Mitarbeiter nicht sagen können? Beide habe ich gefragt, welche Dokumente benötigt werden.

Da in der E-Mail keinerlei Hinweis darauf existiert, ob man die fehlenden Unterlagen einfach per Mailantwort zuschicken kann und ob diese überhaupt ankommen, weil weder Vorgangsnummer noch Auftragsnummer o.ä. genannt werden, habe ich mich also zum zweiten Mal zur Website bemüht, alle Daten neu eingegeben und wollte auch alle drei Dokumente erneut hochladen, man weiss ja nie, ob entwder der Auftrag, oder die Sterbeurkunde oder gleich beides inzwischen wieder in den Papierkorb befördert wurden.
Nun darf man zwar alle möglichen Formate hochladen, aber nur insgesamt 8 MB und wenn es etwas lesbares sein soll, reicht das schon bei zwei mehrseitigen Dokumenten im Leben nicht aus.
Ich scheiterte also nach hochladen von Auftrag und Sterbeurkunde am dritten Dokument, weil damit die 8 MB überschritten werden.
Also löschte ich Auftrag und Sterbeurkunde, lud den Erbnachweis hoch und schrieb ins „Haben Sie weitere Wünsche“-Feld, sie sollten sich doch verfickt nochmal ein einheitliches Vorgehen überlegen, gleich alle notwendigen Dokumente anfordern und ihre Uploadgrenze überdenken.
Okay, nein, das schrieb ich natürlich nicht, ich dachte es nur, stattdessen verwies ich auf die bereits vorliegenden Dokumente.
Und hoffe nun inständig, dass der Vorgang nach nun mehr als 10 Wochen irgendwie mal erledigt wird.

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SPAM im Namen der Telekom

Geschrieben von Martina am 12. Mai 2020

Das erhielt ich heute:


Sehr geehrter Kunde,

Wir aktualisieren gerade unseren Server, um Sie während dieses Covid-19-Ausbruchs besser bedienen zu können.

Daher beschäftigen wir Sie damit, Ihre Konten sofort zu aktualisieren, um Datenverlust zu vermeiden.

15 GB ACCOUNT UPDATE ERFORDERLICH

Wenn Sie nicht antworten, wird Ihr Konto gesperrt

Mit freundlichen Grüßen,
Telekom-Team

Absender natürlich nicht die Telekom, sondern irgendein armer Idiot, dessen Rechner gekapert und Adressbuch ausgelesen wurde, um ein Botnetzwerk zu versorgen.
Hinter dem Update-Link versteckt sich eine kryptische Adresse, die einem wahrscheinlich ebenfalls einen Trojaner unterjubeln wird.
Also: Finger weg, auch wenn die Mail sich ein bisschen lustig liest.

Kategorie/n: Technikgedöns
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Lockerungsübungen

Geschrieben von Martina am 11. Mai 2020

Wir haben uns am vergangenen Wochenende auch gelockert, allerdings waren wir, soweit es geht, vorbereitet: die Gesichtsvermummung mit auswechselbarem Filter war eingetroffen, zusätzlich hatte ich noch Einmalhandschuhe für uns gekauft.

Am Donnerstag ging es probehalber zum Optiker, eine neue Brille für den Stiefvater musste her. Wir sassen im Auto und suchten den Brillenausweis, darüber vergass der Stiefvater die Maske, auf halbem Weg zum Geschäft hiess es also umkehren, Maske holen und über die Ohren pfriemeln, neben Hörgerät und Brille ist da nur noch erstaunlich wenig Platz für die Schlaufen.
Im Geschäft lief es gesittet ab, wir waren die einzigen Kunden – hatten natürlich ordnungsgemäss einen Termin ausgemacht, desinfizierten sofort die Hände und behielten brav das Läppchen vorm Mund.
Die Optikerin musste dann aber doch im Gesicht rumfummeln (sie trug keine Handschuhe), als sie neben dem Sitz der Probebrille auch den des Hörgerätes korrigierte.

Am Samstag stand erst der Wechsel Winter- zu Sommerreifen am stiefväterlichen Auto an, Maske auf war diesmal kein Problem, es ging auch relativ schnell. Bezahlt wurde mit Karte, das tippen der Geheimzahl auf dem Display war diesmal der Knackpunkt, wir hatten die mitgenommenen Handschuhe noch nicht übergestreift.
Die gab es dann zum einkaufen im nahegelegenen Kaufpark. Desinfektion von irgendwas, was dutzende von Leuten vorher begrabbelt hatten, war nämlich Fehlanzeige. Ausserdem: hier den Abstand einzuhalten, obwohl es die allerwichtigste Regel im Kampf gegen die Ansteckungsgefahr ist, war wie immer von nicht leicht bis unmöglich. Ich hätte manchen Deppen echt in den Hintern treten können, wenn mein Bein lang genug gewesen wäre. So blieb mir nur, erstens den Stiefvater immer wieder zu ermahnen (es war schliesslich sein erster „Ausgang“ seit mehr als sieben Wochen) und selbst auf Abstand zu achten, böse Blicke halfen leider nicht. Das einkaufen dauerte etwas länger und war sehr anstrengend.
Im Kaufpark selbst wuselten die Leute später ohne Sinn und Verstand umeinander, die Eisdiele hatte ihren Verkauf eröffnet und so sah ich Senioren, die selig ihr Eis schleckend durch die Menge schlenderten, Maske an einem Öhrchen baumelnd …
Ich war ehrlich froh, als wir diesen Hort der Unvernunft verlassen konnten. Das mache ich so schnell nicht wieder, fühlte mich hinterher total erschöpft davon, auf alles ein Auge haben zu müssen, eins auf uns, eins auf die depperten Mitmenschen.

Kategorie/n: Aufreger,Unterwegs
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Das Einkaufswagenabstandsdilemma

Geschrieben von Martina am 6. Mai 2020

Apropos einkaufen: ich habe jetzt alle meine Stammeinkaufsstätten durch und jedes setzt die Hygienevorgaben anders um, z.T. muss man sich bei jedem Einkauf in ein und demselben Geschäft auf andere Bedingungen einstellen.
Mal steht jemand vor dem Laden und desinfiziert dir die Hände (und/oder den Einkaufswagengriff), und achtet zusätzlich darauf, dass nur die vorgeschriebene Höchstzahl an Personen Zutritt hat.
Mal steht jemand vor dem Laden und achtet lediglich darauf, dass man nicht ohne (schmutzigen) Einkaufswagen, den zuvor jede/r begrabbelt hat, den Laden betritt.
Mal muss man den Einkaufswagen auslösen und darf ihn und sich am Eingang selbst desinfizieren (was zu 90 Prozent nicht passiert, die Leute sind entweder zu faul oder zu ignorant, wobei ich vermute, dass letztere Personengruppe in direkter Verwandtschaft zu den Dränglern und „Abstand, was für ein Abstand, ich habe doch Mundschutz“-Idioten steht).
Mal hat man den Eingangs- und Ausgangsbereich durch Aufkleber und Barrieren getrennt, wird persönlich mit Desinfektionsmitteln besprüht (also die Hände jetzt) und findet erst danach fertig desinfizierte Wagen vor, die man nicht mit einem Chip oder Geldstück bestücken muss. Eine Lösung, die ich eindeutig bevorzuge.

Ein Phänomen, was ich ebenfalls noch beobachten konnte: es hängt von der Art des Geschäftes ab, wie diszipliniert und verantwortlich sich die Leute verhalten.
Im schnöden Lebensmittelladen ist alles wie gehabt, man drängelt sich seitlich vorbei, hält den aufgeklebten Mindestabstand an der Kasse nicht ein, atmet dir in den Nacken und greift am Backshop weiterhin ungeniert mit blossen Händen ins Brötchenfach.
Vor der Apotheke dagegen bilden sich abstandhaltende Schlangen, man wartet geduldig, bis man eintreten darf, und, wo es möglich ist, wird man durch einen anderen Ausgang wieder aus dem Laden geschleust.
Vielleicht sollten sich alle Lebensmittelgeschäfte ein Apothekenschild drüberkleben?

Kategorie/n: Unterwegs
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