Es wäre so einfach …

Wenn grosse Firmen kleine Firmen aufkaufen, bedeutete es in meiner Vergangenheit immer, dass entweder das Programm kurz darauf eingestampft wurde und man gezwungen war, zu einer komplizierteren, teureren Variante der aufkaufenden Firma zu wechseln (sie haben also de facto den Kundenstamm in ihr eigenes Portfolio „integriert“), oder das Programm künftig weder gewartet noch aktualisiert, noch mit Service versehen ward.

Ich erinnere mich an eine Hausverwaltungssoftware, die war gut zu bedienen, gut anzupassen, der Service war super. Dann wurde die Firma verkauft, anschliessend die Software aufgegeben und man war gezwungen, zu einer Mammutsoftware zu migrieren, die wahnsinnig teuer, wahnsinnig kompliziert und wahnsinnig überdimensioniert war. Anpassung an die eigenen Bedürfnisse bedeutete, dass man bei jedem Update Eingriffe in den Eingeweiden vornehmen musste, aus Garantiegründen immer mit Hilfe des Supports.
Inwzischen sind wir bei einer Software, die unsere Bedürfnisse erfüllt und die nur 1/10 der alten Software kostet.

Bei einer anderen Ssoftware erlebe ich das gleiche Drama, von grosser Firma geschluckt, ist sie zwar nicht unbedingt teurer geworden, aber was vorher Premiumservice war, heisst heute, dass man sich gefälligst selbst um seine Probleme kümmern soll. Die Software ist z.B. speicherhungrig, bei jedem Update lädt sie alles komplett herunter und müllt dank häufiger Updates mit der Zeit die Festplatte soweit zu, dass das Programm nicht mal mehr starten mag.
Was ich aber allein herausfinden durfte, anrufen „darf“ man nämlich nicht mehr, man darf nur noch per E-Mail kommunizieren und hat Glück, wenn jemand antwortet. Einen sog. Premiumservice gibt’s zwar weiterhin, aber der wäre richtig teuer, und für einmal im Jahr eine Frage stellen, auf jeden Fall zu teuer.
Was mich noch sehr, sehr nervt: neuerdings schaltet das Programm, für das bezahlt wurde, Zwangswerbung. Mitten in der Arbeit ploppt ein Fenster auf, das auf ein anderes Tool dieser Firma verweist, und welches nur verschwindet, wenn man es aktiv anklickt. Freundlicherweise gönnt man den zahlenden Kundinnen einen Monat Werbepause, wenn ein entsprechender Haken in diesem Fenster gesetzt wird. Ich glaub‘, es hakt, äh, hackt.
Den krönenden Abschluss bildet die Rechnung über 0 €, die uns jeden Monat aufs neue erreicht. Da grosse Firma, vermute ich, dass solche Rechnungen hundert- bzw. tausendfach verschickt werden. Jeden Monat werden so Ressourcen verschwendet (Personalkosten, Betriebskosten, Papier, Porto, CO2 etc.pp.), die wirklich nicht sein müssen.
Mit Fug und Recht kann ich diesem Gebaren ein #allebekloppt verpassen, mit Sternchen, am güldenen Bande.

Zentral, dezentral oder lieber gleich solo?

Diese Blog besteht schon seeeeehr lange, damals, als von social networking nicht einmal ein Streif am Horizont zu sehen war, als man Webseiten noch per Hand „programmieren“ musste und HTML4 der Standard war, der in einem richtig dicken Wälzer zu Hause im Bücherregal prangte.

Dann kam das Web 2.0 mit Ajax, Internet/Server wurde billig und schnell (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge).
Aufbruchstimmung, Tools und jede, die auf sich hielt, meldete sich bei ein bis vielen Seiten an und baute Beziehungen zu anderen Nutzerinnen auf.
Manche Dienste blieben kurz, manche länger, manche bestehen bis heute.
Gedanken darüber, dass man seinen Content und seine Daten gegen kostenlose Nutzung der Dienste verhökerte, machte man sich anfangs kaum. Bis die Werbung kam, zumindest. Und die Algorithmen, die deine Daten mit der passenden Werbung und dem – angeblich – passenden Content zu verknüpfen trachteten.

Beides halte ich übrigens für ausgemachten Blödsinn. Ich probiere z.B. gerne neues aus, neue Anwendungen, Tools, Software, über die ich nicht unbedingt immer sofort schreibe, manchmal gar überhaupt nicht. Wie aber soll ich auf neue, spannende Dinge aufmerksam werden, wenn der Algorithmus nur um das kreist, was ich sowieso schon kenne, und mir immer wieder olle Kamellen in den Weg wirft. Wird schnell langweilig, meint ihr nicht?
Genauso, eigentlich schlimmer, empfinde ich die Bevormundung, mit der mir eine Timeline nicht chronologisch, sondern vom Algorithmus gewertet angezeigt wird.

Bei Twitter z.B. ist es mit der Werbung zwar nicht so schlimm (bisher jedenfalls), wie bei Instagram, wo ich inzwischen nur noch 2 „echte“ Beiträge sehe, bevor jede Menge Werbung und sponsored posts à la „Kundinnen, die dies gesehen haben, wollen auch das sehen“ die Timeline bevölkert.
Bei Twitter ist allerdings der Werte-Algorithmus so aus der Spur, dass ich nur noch von ungefähr einem Dutzend Twitterinnen Content angezeigt bekomme, von anderen, denen ich bereits seit 10 oder mehr Jahren folge, aber gar nichts mehr.

Und dann schwingen sich die Netzwerke, z.T. gezwungenermassen, zur Überwachung auf, weil es so viele unanständige Personen gibt, die Lust am zerstören und haten haben. Dabei bleiben Fehlurteile, zumal von Maschinen getroffen, nicht aus. Und plötzlich ist man supsendiert, weil sich rechtsextreme Trolle zusammengerottet haben, um einen anzuschwärzen.
Oder – das habe ich bereits selbst erlebt – selbst erstellter Content wird gecancelt*, weil angeblich Urheberrechte verletzt wurden. Letzteres fast noch harmlos, weil man erstens gut dagegen halten könnte, und weil es zweitens nur einzelne Beiträge betrifft.

Ist man erst gesperrt, womöglich noch lebenslang, gibt es keinen Zugriff mehr auf den eigenen Content, auf das aufgebaute Netzwerk, private und/oder berufliche Nachrichten (wobei man wichtige Nachrichten niemals über fremde Netzwerke austauschen sollte, wirklich niemals). Alles futsch, kein Anspruch auf nichts.

Also von zentralen Diensten, die neuerdingens von egozentrischen Alleinherrscherinnen aufgekauft wurden, zu dezentralen Diensten wechseln?
Kann man machen, da muss man aber erst wieder sein Netzwerk neu aufbauen, inklusive der Chance, tatsächlich mal neue Leute und neuen Inhalt zu sehen, so ist das ja nicht. Und tatsächlich ohne Algorithmus alles lesen zu dürfen, das ist nach all den Jahren kuratierten Contents schon recht aufregend. 😉

Aber, man ist wieder von einem Dienst abhängig. Ist der Server überlastet, geht nichts. Bricht der Server zusammen oder entscheidet sich der Dienst, aufzugeben, weil es zu viel wurde, ist alles nichts.

Ich erinnere mich noch gut, wie wir von der Plurk-Gemeinde uns zwei oder drei Alternativen aufgebaut haben, auf die wir ausweichen konnten, wenn Plurk mal wieder abgestürzt war, was zu Anfangszeiten recht häufig vorkam.

Und so komme ich zu meinem eigenen, kleinen Blog zurück. Alt, aber mein, selbst gehostet, selbst bezahlt, nur meine Verantwortung. Nur ich entscheide, wer hier was posten oder kommentieren darf. Ich entscheide auch, wo ich was verknüpfe oder veröffentliche.

D.h., ich suche mir jetzt ein paar Tools, um mich mit den zentralen oder dezentralen Diensten zu verbinden. Mich nur in meinem eigenen, kleinen Sumpf suhlen, will ich ja auch nicht, denn:

It’s all about networking.

*Ich sample manchmal Musik, und, obwohl es sich um lizensierten, gekauften Content handelt, schicken manche Firmen aus der Branche KI getriebene Bots aus, alles zu untersuchen und aufgrund kleiner Schnipsel, die sich ähnlich anhören, Ansprüche zur entweder Löschung oder Monetarisierung ganzer Stücke zu erheben. Zweimal bin ich bisher dagegen vorgegangen, beide Male war mein Content schon Jahre vorher erstellt, und ihre Ansprüche leiteten die Herrschaften aus erst kürzlich veröffentlichten Werken her.
D.h. die KI ist entweder bewusst oder bewusst fahrlässig so programmiert, dass sie einen Zeitstempel nicht zu berücksichtigen in der Lage ist. Ein Schelm, der böses dabei denkt …

Tür mit Schloss, 3fach Riegel und Sperrbügeln

Wer lange ein- und dieselbe E-Mail Adresse nutzt und sich mit dieser registriert, dessen dort angegebene Daten werden unweigerlich irgendwann einmal ausgespäht.
Wohl der, die private Daten nicht, nur sparsam, oder nur in gefälschter Form angibt, je nachdem, wo man sich anmeldet.
Manchmal muss man ja Adresse, Telefonnummer etc. angeben (bei Bestellungen zum Beispiel), in ganz bestimmten Fällen sogar das Geburtsdatum, wobei dieses Datum das letzte ist, was ich wahrheitsgemäss angebe, also nur dann, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, wie bei einer Bank.
Alle anderen hat mein Geburtsdatum eigenlich nichts anzugehen, zumal man beim zusammenklauen dieser ganzen Daten schön Identitätsdiebstahl begehen könnte.
Sichere Passwörter schützen übrigens an dieser Stelle nicht, wenn ein Server gehackt wurde, stehen die Daten halt da, werden abgegriffen und kursieren im Netz.
Trotzdem sollte man natürlich für jeden Dienst andere, möglichst komplizierte und unterschiedliche Passwörter erfinden, damit nicht einer dahergeht und sich mit ein und demselben Passwort bei zig Webseiten anmelden kann. Logisch, nicht?

Um sich nun aber für die kriminellen Ausgeburten im Internet wieder etwas unsichtbarer zu machen, empfiehlt es sich, neben dem regelmässigen Austausch der Passwörter, auch andere Daten zu ändern, die variabel sind, wie die E-Mail-Adresse.
Zu diesem Behufe ich mir eine weitere E-Mail bei meinem bevorzugten Anbieter einrichten wollte. Die ich dann mit der Sammeladresse, in die alles reinläuft, zu verknüpfen gedachte.

Leider ist die neueste Firefox-Version so zickig, dass ich am Ende des Registrierungsvorganges einfach mit O, ein Fehler ist passiert. rausgeworfen wurde, und anschliessend behauptet wurde, die Adresse wäre schon vergeben, einloggen konnte ich mich natürlich nicht.
Also auf einen anderen Browser ausweichen, nochmal alles von vorne, Gott sei’s gedankt, klappte es. In der weiteren Folge musste ich die Wiederherstellungs-E-Mail bestätigen (über Mailclient), d.h. erst einen Link aufrufen, bestätigen, warten, warten, warten, Bestätigungscode im Browser eingeben.
Dahann wollte ich im Sammelaccount die Möglichkeit haben, von der neuen Adresse zu versenden. D.h. von Browser 1 eine E-Mail an Browser 2 mit dem Ersuchen um Bestätigung senden, eine SMS mit Bestätigungscode erhalten, den Code in Browser 1 – oder war’s Browser 2? – eingeben, dann wiederum eine E-Mail in Browser 2 aufrufen, und den dort enthaltenen Bestätigungscode in einem Popup-Fenster von Browser 1 eingeben.
Am Ende hatte ich 2 Browserfenster mit jeweils 2 Popups sowie den Mailclient offen und ungefähr 50 mal hin- und hergeklickt.

Egal, alles hat nun seine Ordnung und ich kann hergehen, und sämtliche 500 Webseiten, auf denen ich registriert bin, aufrufen, um meine Daten mal wieder zu ändern.
Muss mir nur noch 500 neue Passwörter ausdenken …

Angemessen, auf den Cent genau

Manchmal muss ich ja Mietbescheinigungen fürs Amt, fürs Wohngeld, Sozialamt etc.pp., ausfüllen und auch die Nebenkostenvorauszahlungen genau aufschlüsseln.
Wobei sich mir bei einigen Posten nicht genau erschliesst, warum diese entweder einzeln oder in Gruppen zusammengefasst wurden.
Heizung, Warmwasser und Frischwasser bzw. Abwasser wird bei uns z.B. dank Zählern über eine Firma abgerechnet und in einer komplizierten Abrechnung zusammengestellt. In den Mietbescheinigungen stehen aber Heizung und Wasser als separate Posten. Das aus einer Abrechnung wieder auseinanderzudividieren, habe ich mich bisher geweigert und per Sternchen darauf hingewiesen, dass Wasser im Posten Heizung enthalten ist.
Darüber hinaus kann ich diese Kosten nur anhand von Erfahrungswerten schätzen, zumal man momentan ja nicht weiss, wie sich das Preisniveau noch entwickeln wird, und wie sich der Winter gestaltet.

Nun bekommen wir aber ein Schreiben, in dem steht, der angesetzte Beitrag für Heizung wäre unangemessen, um genau 1,62 € (!) zu hoch, er würde aber zunächst übernommen. Gleichzeitig macht man darauf aufmerksam, dass Nachzahlungen nur bis zur „angemessenen“ Höhe geleistet werden.
Mit anderen Worten: sollte der Mieter jemals mehr als diesen Höchstbetrag verbrauchen, was übrigens sehr wahrscheinlich ist, schliesslich galoppieren allen die Energiepreise gerade auf und davon, müsste der Mieter das wohl aus seinem – *hust* – Privatvermögen zahlen.

Das quasi perfide daran ist ja: die Zahlungen werden von der Stadt geleistet, die Kosten für Energie, Heizung, Wasser etc. legt aber auch die Stadt fest.
Ich frage mich, ob ich mich bei der Stadt beschweren soll, dass sie zu teuer ist, und das einfach nicht mehr bezahlen sollte?

Oder muss ich Mieter jetzt qua Mietvertrag dazu anhalten, nur so und so oft in der Woche zu duschen und im Winter lieber zu frieren?

Kein Weg zuviel

Um Sprit zu sparen, fahre ich seit geraumer Zeit nicht nur langsamer, beschleunige nicht wie bekloppt und lasse das Auto, wo es möglich ist, nur rollen, sondern vermeide auch jeden unnötigen Weg.
Die Fahrt zur Arbeit ist unumgänglich, die Fahrt zum Kaufpark am anderen Ende der Stadt nicht. Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich an unserem Haus und Hof Supermarkt sowie einer Biobäckerei vorbei, neben dem Büro, nur über die Strasse, gibt es einen weiteren Supermarkt und wenige hundert Meter die Strasse herunter, gibt es eine Bio-Supermarkt, einen „normalen“ Supermarkt und einen Discounter.
No need to drive far away.

Trotzdem waren wir diese Woche im Kaufpark am anderen Ende der Stadt. Ich habe das mit dem Besuch der Werkstatt zwecks Reifen umstecken verbunden, da kommt man am Kaufpark zwangsweise vorbei. Dort habe ich die Restfamilie abgeladen, die sich im Baumarkt amüsieren konnte, während ich die Reifen umstecken liess.
Zurück im Kaufpark wollten wir eigentlich noch im dortigen, grossen Supermarkt einkaufen, aber während ich noch auf die Restfamilie wartete (Baumarkt …), gingen mir die vielen Leute ohne Maske, ich schätze 90 %, schon arg auf die Nerven. Dann wollte ich draussen warten, an der frischen Luft muss ich die dicht an mir vorbeigehenden nicht so böse angucken. Aber ratet: das Gebäude ist vielleicht 100-200 m lang, aber man hatte wirklich sämtliche Bänke, die dort früher mal gestanden hatten, abgebaut …
Ganz am Ende befand sich noch eine einsame Sitzgelegenheit, die ich „besetzen“ konnte.

Das Kaufpark-Managment hat es leider nicht geschafft, ordentliche Hygienemassnahmen zu ergreifen, d.h. nirgends konnte man sich die Hände desinfizieren und selbst die geringsten Ansprüche an Abstand oder Sauberkeit waren noch zuviel, sämtliches Verkaufspersonal ohne Maske etc. Für alle, die gesundheitlich sehr auf sowas achten müssen und sich auf keinen Fall anstecken dürfen, ist dieser Laden leider nicht mehr guten Gewissens betretbar.
So auch eigentlich für das krebskranke, gerade in Therapie befindliche Familienmitglied, welches gerade durch den Baumarkt stromerte. Das war glaube ich, erstmal der letzte Ausflug dieser Art. Ich bin immer wieder froh, dass ich uns FFP3-Masken besorgt habe, die gut sitzen und die wir alle immer tragen, sobald Haus und/oder Auto verlassen werden.

Einkaufen gehen mochte ich im Kaufpark jedenfalls nicht mehr, d.h. wir packten die Klotten aus dem Baumarkt ins Auto und kauften auf dem Rückweg nach Hause in dem Supermarkt ein, an dem man sowieso vorbeikommt. Die Auswahl dort ist natürlich nicht ganz so gross, aber 90 % der Kundinnen und alle Mitarbeiterinnen trugen hier wenigstens Maske.

Sterbevorsorge …

Heute lag mal wieder Werbepost für eine Versicherung im Briefkasten, diesmal Sterbevorsorge.
Mein Vater hatte auch eine, die war ebenfalls längst bezahlt, als er starb, also beitragsfrei gestellt. Das Geld hätten wir auch gut für die Beerdigungskosten gebrauchen können, also beantragte ich damals eine Auszahlung.
Die Beerdigung ging ins Land, die Rechnungen trudelten ein, in nicht unerheblicher Höhe, und ich konnte diese dank eines Sterbegeldes von der Beamtenkasse zahlen …
Die Versicherung brauchte nämlich sage und schreibe 3 Monate, die Auszahlung zu bearbeiten und das Geld anzuweisen.

Jetzt habe ich also wieder ein Angebot auf dem Tisch liegen. Monatliche Kosten von knapp 18 €, zahlbar über 30 Jahre, um im Falle des Todes 3000 € garantiert und lächerliche, nicht garantierte Überschussanteile von 778 € ausgezahlt zu bekommen.
Das reicht heutzutage nicht einmal für eine ordentliche Beerdigung.
Abgesehen davon, wenn ich den monatlichen Beitrag auf 30 Jahre hochrechne, wurden in die Versicherung 6447 € eingezahlt.
Wahrscheinlich würde ich nicht so lange leben, bei dieser Berechnung sind die Hinterbliebenen ja nur gut bedient, wenn man so schnell wie möglich nach Abschluss der Versicherung das zeitliche segnet, und am besten noch per Unfall, weil man dann nämlich 6000 € ausgezahlt bekommt.

Wenn ich dagegen beispielsweise jeden Monat 20 € in Aktien anlegte und diese eine durchschnittliche Rendite von 5 Prozent erwirtschafteten (Dividende lasse ich mal aussen vor bzw. rechne diese als Ausfallpuffer in die 5 Prozent ein), hätte ich dank Zins und Zinseszins bereits nach der Hälfte der Zeit, also 15 Jahren über 5000 € zur Verfügung, so dass meine Beerdigung richtig schnieke gefeiert werden könnte.

Ich verbuche dieses „Angebot“ dann mal unter Aprilscherz.

Sprit sparen

Die ersten Tage nach dem Hochsprung des Benzinpreises war es super angenehm, Sprit sparend zur Arbeit bzw. nach Hause zu fahren:
Der Landkreis hatte sich wohl kurzfristig entschlossen, die 70er Zone auszuweiten, und die beiden verbliebenen Teilstrecken zwischen meinem und dem nächsten Dorf, an dem man vorher noch durchbrettern konnte, ebenfalls einzubeziehen.
Dazu musste nur ein neues Schild an unserem Ortsausgang aufgestellt, und ein anderes auf der Gegenstrecke, welches Geschwindigkeitsbegrenzung und Überholverbot aufhob, umgedreht werden.

Super, dachte ich. Endlich nicht mehr von hinten bedrängelt werden, weil man nicht mindestens mit 120 über die Landstrasse brettert.

Das hat ungefähr eine Woche gut funktioniert, das fahren war entspannt, man musste nicht dauernd abbremsen oder auf Teufel komm raus beschleunigen.

Heute war dann leider schon wieder Ende damit. Nicht, weil die Beschilderung wieder geändert wurde. Nein, weil es Honks / Idioten / affige Männer gibt, die vor lauter Testosteron ihren Verstand hinterm Steuer abschalten.
Ich wurde auf dem Nachhauseweg mal wieder von hinten bedrängelt, und bei der ersten, sich bietenden Gelegenheit mit aufheulendem Motor überholt. Wohlgemerkt in der 70er Zone und bei Überholverbot. Wie armselig solche Menschen doch sind.

Da es eine bestimmte Stelle gibt, an der gerne jede Verkehrsregel missachtet wird, wünsche ich mir dort eine permanent installierte Verkehrsüberwachung.
Die Stadt könnte sich mit den dadurch eingenommenen Geldern eine PV-Anlage auf jedem Hausdach leisten, glaube ich.
Wäre mMn eine sinnvolle Reinvestition …

Einkaufen in Zeiten der Chol- von Corona und Krieg

Letzte Woche beim Aldi meines Unvertrauens: Toilettenpapier alle, Speiseöle alle (bis auf Leinöl, das eignet sich nicht als Benzinersatz, die Leute sind ja äh „informiert“ …), Mehl alle.
Küchenrollen, Hefe, Brotbackmischungen und wie gesagt, etwas Leinöl waren noch da.

Diese Woche beim Aldi: Toilettenpapier, Küchenrollen, Kleenex, sämtliche Ölsorten, Mehl, Hefe, Brotbackmischungen etc. – gähnende Leere.

Uff, Dummheit und unsoziales Einkaufsverhalten* kennt nach unten keine Grenzen …

Leider auch gähnende Leere bei laktosefreier Milch, aber dieser Artikel war schon vorher einmal wochenlang nicht vorrätig, von daher weiss ich nicht, woran es liegt.
Glücklicherweise hatte ich uns (zwei laktoseintolerante im Haushalt) vor kurzem noch mit einer 12er Packung eindecken können.

Ach, gestern las ich, dass es auch einen Lieferengpass bei Senf geben solle, eigentlich wollte ich heute gucken, ob man deshalb auch das Senfregal leergekauft hätte. Mift, vergessen.

* Damit meine ich, dass es Menschen gibt, die sich Hamsterkäufe finanziell nicht leisten können, und die jetzt bei Grundnahrungsmitteln vor leeren Regalen stehen, weil andere sich unbedingt vollstopfen müssen, obwohl dazu keine Notwendigkeit besteht.

Kuchen aus der Küchenmaschine

Ich sammele quasi Back- und Kochbücher, ein Regal ist bereits damit besetzt. Ab und zu möchte ich daraus auch mal was nachbacken oder nachkochen. Leider versprechen manche Buchtitel mehr als sie halten können.
Beispiel „Schnelle Kuchen aus der Küchenmaschine“, ein Marmorkuchen soll es sein. Wenn ich dem Rezept folgte, hätte ich anschliessend 5 Schüsseln mit verschiedenen Zutaten gefüllt, die Küchenmaschine 3 mal gründlich gereinigt, und immer noch keinen Kuchen. Abgesehen davon, dass ich natürlich immer noch den Backofen zum backen brauche.
Schnell und ressourcenschonend geht anders.
Ich werde also wieder zum guten alten Mixer greifen und nur zwei Schüsseln schmutzig machen.

Apropos Mixer, um Strom zu sparen, habe ich mir tatsächlich schon überlegt, wieder zur guten, alten Handkurbel zurückzukehren. Früher hatten wir so ein Teil, das funktionierte gut. Leider ist es irgendwann einmal aussortiert worden, zum guten Ton der Erstausstattung gehörte zu meiner Zeit ein Handmixer, den ich beim Einzug in die erste eigene Wohnung von meiner Oma – nebst englischem Kaffee- und Essgeschirr – geschenkt bekam. Das Geschirr habe ich immer noch, den Mixer leider nicht mehr, der taugte nämlich noch was.
Die heutzutage vertriebenen Handrührgeräte fangen nach 5 Minuten Dauergebrauch ja schon an zu qualmen …

Ich setze dann mal einen mechanischen Rührer auf die Wishlist. Allerdings habe ich noch keinen gefunden, dessen Kurbel mir wirklich durchdacht vorkam, die meisten Griffe sind z.B. lächerlich klein, kaum zum richtigen anfassen gedacht. Eine Kurbel mit 2 Fingern zu drehen erscheint mir nicht sehr effektiv.

Öffentliche Empörung

Am Beispiel des vor wenigen Tagen in einem Leipziger Hotel internationaler Couleur antisemitisch beleidigten Sängers lässt sich mMn exemplarisch Gruppendynamik in sozialen Medien darstellen:

Der Sänger nimmt abends ein Video auf, in dem er berichtet, dass ihm unmittelbar zuvor in einem Hotel aufgrund des tragens eines Davidsternes der Checkin verwehrt wurde. Er ist – verständlicherweise – emotional mitgenommen und wirkt für mich zu 100 Prozent glaubwürdig.

Dass er nicht sofort alle umstehenden befragt oder um Zeugnis gebeten hat, dass er nicht umgehend Strafanzeige gestellt hat – jede/r, der/die ihm das im Nachhinein vorwirft, sollte erst einmal in sich gehen, und sich selbst fragen, ob er/sie in so einer Situation schon einen exakten Plan gehabt hätte, was in welcher Reihenfolge zu tun sei. Als Aussenstehende/r kann man nämlich immer weise schwafeln …

Aber davon ab: das Video geht am nächsten Tag online und viral, ich bekomme es als erstes bei Twitter mit.
Die Solidarisierungswelle rollt an, die Empörungswelle noch mehr. Man verlangt Aufklärung, Stellungnahme und Konsequenzen vom Hotel.
Das rührt sich über mehrere Stunden nicht.
Die Menge macht Druck, die Google-Rezensionen rauschen aufgrund vieler 1-Stern Bewertungen mit Bezug auf Antisemitismus in den Keller. Die Worte, die manche, viele, dabei finden, sind schon sehr pauschal und in Bausch und Bogen aburteilend.
Das Hotel schreibt nachmittags eine erste Stellungnahme, u.a. dass man versuche, mit dem Sänger Kontakt aufzunehmen.
Das Management des Sängers schreibt: neee, Leute, heute nicht.
Die Facebook-Seite des Hotels wird gestürmt, und, ich weiss nicht mehr, ob am selben oder nächsten Tag, geht irgendwann offline.
Alle Medien berichten.
Das Hotel hat 2 Mitarbeiter beurlaubt.
Abends findet eine Soli-Kundgebung vor dem Hotel statt, Hotelmitarbeiter/-innen recyceln ein Plakat mit der jüdischen Flagge und dem türkischen Halbmond, werden dafür (mMn zu Recht) kritisiert. Auf dieses „Statement“ angesprochen, wenden sie sich ab und gehen zurück ins Hotel.
Ich persönlich bin mir noch unsicher, ob das Ausdruck von Hilflosigkeit, Nichtwissens, Angst um den Job (immerhin wird mancherorten gefordert, man möge nicht nur den Mitarbeiter, sondern am besten gleich das ganze Hotel in Schutt und Asche legen), von oben aufgezwungen oder nur grottenschlechte Unternehmenskommunikation ist.

Der Sänger ist immer noch nicht erreichbar, was einerseits sein gutes Recht ist, andererseits zu komischen Spekulationen führt, s.o.
Die Google-Bewertung des Hotels ist von gut auf „naja“ abgerutscht, obowhl man bereits angefangen hat, diese wieder löschen zu lassen.

Die ersten Relativierer tauchen auf, die ersten „warum hat keiner geholfen, hat er gelogen, will er Aufmerksamkeit, muss er was verkaufen“ und haste nicht gesehen böswilligen Annahmen sind dabei.

Am nächsten Tag steigert es sich von solchen Fragen, oder besser Unterstellungen, zu weiteren Schmähungen, man schweift mal schnell zu links und rechts ab, alle (anderen) sind schuld, am offensichtlichsten aber der Sänger selbst.
Ausserdem hat er nicht so reagiert, wie die meisten der „ich weiss sowieso alles besser“ Fraktion sich das gewünscht hätten.

Ein Mitarbeiter des Hotels dreht quasi den Spiess um und zeigt den Sänger wegen Verleumdung an. Ausserdem schickt er noch eine Anzeige wegen anonymer Bedrohung hinterher, der pöbelnde Mob hat anscheinend seine Identität ausfindig gemacht.

Inzwischen überwiegen bei Twitter die Kommentare, die lieber verbal auf den Sänger eindreschen, als auf das Hotel und seine(n) Mitarbeiter.

Die negativen Bewertungen bei Google für das Hotel sind vollständig eliminiert, plötzlich ist wieder alles Friede, Feuer, Eierkuchen.
Also auf den ersten Blick. Schaut man sich die verbliebenen, „echten“ Rezensionen an, ist in diesem Hotel beileibe nicht alles gold, was glänzt, und das Beschwerdemanagement oder der Umgang mit solcher Kritik, so – ich sag‘ mal – auf dem Niveau, hauptsache, wir haben „irgendwie“ reagiert, der Rest ist mir wumpe und bis nächste Woche sowieso alles vergessen.

Apropos vergessen, natürlich wurden bereits wieder neue Themen mit entsprechendem Empörungspotential rauf- und runtergespielt.

Mein Fazit:
– Solidarität im Nachhinein: oft für’n Arsch
– öffentliche Empörung der Masse: viel zu rigoros (à la Lynchmob), um sie ernst nehmen zu dürfen