Monatsarchiv für Juni 2012

Der gläserne Fernsehgucker

Martina am 20. Juni 2012

Soso, der rosa Riese kündigt in einem Newsletter an, dass von allen Nutzern des Entertainpaketes künftig das Nutzungsverhalten mitgeloggt wird. Was wird wann wie lange geguckt, aufgenommen, wo rumgezappt etc.pp.
Immerhin wird man im Newsletter, den wahrscheinlich jede/r aufmerksam liest, darauf hingewiesen, wie man diese meiner Meinung nach Ausspähen zu nennende Tätigkeit des rosa Riesen abstellen könnte.

Wer den Newsletter jedoch nicht liest, bei wem er vielleicht im SPAM hängenblieb, der hat eben Pech gehabt.
In früheren Zeiten hätte man das vielleicht als unbefugtes Eindringen in den höchstpersönlichen Lebensbereich empfunden und wäre wenigstens moralisch davor zurückgeschreckt, den eigenen Kunden per se hinterherzuschnüffeln, anstatt sie vorher um Erlaubnis zu bitten. Heute scheint es keine Bedenken mehr zu geben.

Natürlich wird nur zu rein statistischen Zwecken und zur allgefälligen Optimierung des Programms erhoben.
Wie gut, dass ich dieses Paket nicht habe. Das nenne ich mal eine optimale Nutzung. 😉

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Leistungsschutzrecht, der Web 2.0 Griff in die Taschen

Martina am 19. Juni 2012

Vom Leistungsschutzrecht habt ihr sicher schon einmal gehört, oder? Wenn nicht, hier gibt es die passende Erklärung dazu: D64 zum Leistungsschutzrecht

Wenn man mit dem Papiermist nicht weiterkommt, will man sich jetzt wohl im Netz schadlos halten. Da hat anscheinend eine ganze Branche keine Ahnung, wie der Hase läuft. :wassat:
Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen weitergehende Schutzrechte als bisher einräumen, bei denen nicht nur gesamte Texte oder Bilder, sondern zukünftig sogar schon kleinste Auszüge aus Texten geschützt werden, für die dann finanzielle Abgaben fällig werden.

Erst neulich wollte mir ein Shop vorschreiben, wohin ich einen Link zu ihnen setzen zu hätte. Bei dem Artikel ging es um Taschen, mein Link führte zu einer Unterseite mit Taschen, sie verlangten jedoch „nach Überprüfung ihrer Links“, dass ich auf die Domain verlinke, die nichts mit dem Artikelthema an sich zu tun hat.
Bis zu einem gewissen Grad habe ich sogar Verständnis dafür, dass Unternehmen Backlinks checken, um schwarze Schafe auszusortieren. Aber wo man versucht, eine freiwillige, kostenlose Werbeleistung zu beeinflussen, für die andere übrigens Geld bezahlen würden, stelle ich auch gerne mal auf stur. Der Link ist nun gelöscht.

Und jetzt soll ein Gesetz daherkommen, so dass Presseverlage von uns auch noch Geld abkassieren dürfen für eine kostenlose Verlinkung, ergo Werbeleistung? Geht’s noch? :getlost:
Ich zahle schon genug an Einkommensteuer-Vorauszahlung für die paar Werbeeinnahmen, die bei D64 erwähnt werden (ja, ich finde, 35 Prozent sind genug).

Wer damit auch nicht einverstanden ist, kann sich bei D64 ein WordPress-Plugin herunterladen und installieren. Dieses bewirkt, dass Verlinkungen zu Onlineangeboten von Presseverlagen automatisch auf eine Landingpage umleiten, die auf die möglichen Folgen des Leistungsschutzrechtes hinweist (Anmerkung: gelesen habe ich allerdings schon, dass sämtliche Verlinkungen erstmal auf dieser Landingpage landen, sogar bloginterne).

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Gesehen, gehört, gefühlt

Martina am 11. Juni 2012

Letzten Freitag habe ich pünktlich zum Start der EM ein erstes Auto mit Fähnchen gesehen, heute morgen kam mir ein Auto mit Spiegelkondom in Deutschlandfarben entgegen. Die Deutschlandfahne beim Dorfnachbarn weht quasi immer, die fällt gar nicht mehr auf, höchstens dadurch, dass sie sich im Laufe der Jahre in ein relativ farbloses Läppchen verwandelt hat. Ansonsten hält sich die Fussballeuphorie noch in Grenzen. Wir haben schliesslich andere Sorgen.

Z.B. mit fliegenden Teppichen. Der Entwicklungsminister, der das Ministerium, was er nun bekleidet, vor seinem Amtsantritt noch abschaffen wollte, hernach aber lieber personell aufgestockt hat, wollte wohl wenigstens anderweitig auf dem Teppich bleiben. Da dieser entgegen märchenhafter Aussagen jedoch nicht selbst fliegen konnte, und es dem Minister scheinbar an ordentlichem Salär fehlte, den Teppich einfliegen zu lassen und ordnungsgemäss zu verzollen, wurde das gute Stück quasi heimlich ins Land geschmuggelt äh verbracht, jedoch nicht heimlich genug, denn nun ist der Teppich aufgeflogen, obwohl er ja immer noch nicht von allein fliegen kann.
Ich als Werbegeschädigte hätte da einen einfachen Tipp zur Vorbeugung und Abwendung. Lernt diesen Satz auswendig: "Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen."

Weil ich diesen Satz fleissig aufgesagt habe, kam mir heute morgen auf dem Weg zur Arbeit zwar kein Teppich entgegengeflogen, aber dennoch traf etwas den linken Vorderreifen, das aus einer Senke im Feld angeflogen kam. Ich fands zwar schade, dass mein neuer Reifen getroffen wurde, aber wer weiß, ein Stückchen höher und es hätte die Scheibe getroffen oder evt. sogar durchschlagen. Der Schreck war meiner, Gottseidank bin ich nicht von der Fahrbahn abgekommen und daher danke ich an dieser Stelle meinem Schutzengel für die beherzte Abwehr der Gefahr.

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