Leistungsschutzrecht, der Web 2.0 Griff in die Taschen

Geschrieben von Martina am 19. Juni 2012

Vom Leistungsschutzrecht habt ihr sicher schon einmal gehört, oder? Wenn nicht, hier gibt es die passende Erklärung dazu: D64 zum Leistungsschutzrecht

Wenn man mit dem Papiermist nicht weiterkommt, will man sich jetzt wohl im Netz schadlos halten. Da hat anscheinend eine ganze Branche keine Ahnung, wie der Hase läuft. :wassat:
Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen weitergehende Schutzrechte als bisher einräumen, bei denen nicht nur gesamte Texte oder Bilder, sondern zukünftig sogar schon kleinste Auszüge aus Texten geschützt werden, für die dann finanzielle Abgaben fällig werden.

Erst neulich wollte mir ein Shop vorschreiben, wohin ich einen Link zu ihnen setzen zu hätte. Bei dem Artikel ging es um Taschen, mein Link führte zu einer Unterseite mit Taschen, sie verlangten jedoch „nach Überprüfung ihrer Links“, dass ich auf die Domain verlinke, die nichts mit dem Artikelthema an sich zu tun hat.
Bis zu einem gewissen Grad habe ich sogar Verständnis dafür, dass Unternehmen Backlinks checken, um schwarze Schafe auszusortieren. Aber wo man versucht, eine freiwillige, kostenlose Werbeleistung zu beeinflussen, für die andere übrigens Geld bezahlen würden, stelle ich auch gerne mal auf stur. Der Link ist nun gelöscht.

Und jetzt soll ein Gesetz daherkommen, so dass Presseverlage von uns auch noch Geld abkassieren dürfen für eine kostenlose Verlinkung, ergo Werbeleistung? Geht’s noch? :getlost:
Ich zahle schon genug an Einkommensteuer-Vorauszahlung für die paar Werbeeinnahmen, die bei D64 erwähnt werden (ja, ich finde, 35 Prozent sind genug).

Wer damit auch nicht einverstanden ist, kann sich bei D64 ein WordPress-Plugin herunterladen und installieren. Dieses bewirkt, dass Verlinkungen zu Onlineangeboten von Presseverlagen automatisch auf eine Landingpage umleiten, die auf die möglichen Folgen des Leistungsschutzrechtes hinweist (Anmerkung: gelesen habe ich allerdings schon, dass sämtliche Verlinkungen erstmal auf dieser Landingpage landen, sogar bloginterne).

Kategorie/n: Aufreger
Kommentar/e: 2 Kommentare
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2 Kommentare zu “Leistungsschutzrecht, der Web 2.0 Griff in die Taschen”

  1. Ebruam 19. Juni 2012 um 13:01

    Himmel, das wird ja immer komplizierter. So bekommt man das Internet auch kaputt. Da hat doch niemand mehr Lust sich aktiv im Web zu bewegen. Man steht ja immer mit einem Bein im Gefängnis. 🙁

  2. Martinaam 19. Juni 2012 um 15:11

    Das steht man sowieso …
    Meiner Meinung nach geht es hier wie so oft jedoch nicht primär ums Recht, sondern nur ums Geld.