Monatsarchiv für August 2018

Vorschläge zum entfolgen? WTF?

Martina am 31. August 2018

Manche Ideen, nein, viele Ideen, die derzeit im Netz aufkommen, haben für mich einen heftigen negativen Beigeschmack.
Anders kann ich auch das neue Feature von Twitter, das dem Nutzer Vorschläge zum entfolgen von Leuten macht, nicht bewerten.

Erstens: ich lasse mich ungern weder beim folgen noch beim entfolgen, von „Vorschlägen“ leiten, die aus einer unpersönlichen Berechnung meiner Interaktionen mit meinen Twitterkumpeln resultiert.
Zweitens: ich folge (vielen) Leuten, mit denen ich noch nie interagiert habe, und zwar, weil ich sie z.B. aus anderen Netzwerken kenne (und schätze) oder weil ich deren Tweets interessant finde. Oder schlicht, weil sie mir zuerst gefolgt sind und ich ihr Themengebiet interessant finde.
Drittens: wenn dieses ganze folgen und gleich wieder entfolgen eine reine Marketingmasche ist, um die Followerzahlen künstlich zu erhöhen, dann sind die Nutzer hoffentlich schlau genug, es selber zu merken, und die-/denjenigen ebenfalls in den Datenorkus zu schicken.

Also bitte, liebes Twitter, haltet eure Nutzer doch nicht für dummes Fussvolk, dass euren Eingebungen blind folgt.
Es gibt so viel mehr im sozialen Netzwerk, als reines Zahlenwerk, und manche Interaktionen sind gar nicht messbar.

Das einzige Entfolge-Empfehlungs-Szenario, das ich mir wünsche, wären tatsächlich die Follower zu entlarven, die Hinz und Kunz folgen, um ihren Marketingwert zu erhöhen, die dann aber genauso schnell auch wieder weg sind, weil sie darauf spekulieren, der doofe Nutzer merkt es nicht.

Und wo wir gerade schon von „interessantere Timeline“ reden, die durch solche Massnahmen angeblich angestrebt werden soll, damit die Nutzer sich mehr und öfter auf Twitter herumtreiben:
Hört endlich auf, mich inhaltlich zu bevormunden und Tweets nach euren obskuren Algorithmen ein- oder auszublenden, wie es euch gefällt!
Mir gefällt das jedenfalls ganz und gar nicht, und im Idealfall sorgt es höchstens dafür, dass ich diese Dienste weniger aufsuche, als häufiger …

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Alles gefaket

Martina am 28. August 2018

Seid ihr auch schon einmal auf einen Fake Shop hereingefallen?
Für jemanden, der häufig online shoppt und nicht nur bei Amazon unterwegs ist (wobei, auch da gibt es natürlich Betrüger …), ist es fast unmöglich, dem zu entgehen.
Und die Betrüger haben aufgerüstet, wie ich gelesen habe, ködern sie Kunden mit deutschen Domains, mit Impressum, Datenschutz, AGB und allem Zick und Zack.
Lediglich an den Zahlungsmethoden scheint man sie bisher von ehrlichen Shops abgrenzen zu können.
Kleiner Tipp am Rande: wer nur Vorkasse oder Zahlungen an die berühmt-berüchtigte Western Union und Konsorten anbietet, von dem sollte man immer die Finger lassen.

Ich bin aber auch schon auf jemanden hereingefallen, der Kreditkartenzahlungen und Paypal angeboten hat.
Einmal war es ein Kickstarter-Projekt, bei dem ich nachträglich über den Shop des Anbieters geordert hatte. Die Backer auf Kickstart – das habe ich erst später gelesen – haben sich haufenweise darüber beklagt, dass ihr Geld dank der übererfolgreichen Finanzierung eingezogen wurde, sie aber auch viele Monate später noch keine Ware erhielten und mit fadenscheinigen Updates hingehalten wurden.
Da war ich tatsächlich froh, dass ich über Kreditkarte gezahlt hatte: ich habe einfach die Bank angeschrieben und mitgeteilt, dass nicht mit einer Lieferung in absehbarer Zeit zu rechnen ist. Schwups, hatte ich das Geld zurück. 🙂

Auch bei Paypal habe ich schon Geld zurückgeordert, weil die Ware nicht ankam und der Händler sich nicht rührte. Das dauerte ein bisschen länger, weil Paypal erst dem Händler die Möglichkeit gibt, auf den Disput zu reagieren und z.B. den Versand bzw. Empfang der Ware nachzuweisen o.ä. Letztendlich habe ich aber doch das Geld erstattet bekommen.

Ich mache es inzwischen wie beim Handel an der Börse, wenn ich mir nicht sicher bin, ob der Shop ehrlich ist: nur für einen Betrag einkaufen, den man im Ernstfall auch als Totalverlust verschmerzen könnte.
Ist nicht ideal, und man sollte immer versuchen, das Geld zurückzubekommen, bewahrt einen aber davor, auch noch unnötig Frust zu schieben.
Manchmal bekommt man ja tatsächlich Ware, diese ist aber so minderwertig, dass man mit Herstellung und Versand lediglich die Umwelt geschädigt hat, und ein Rückversand gegen Kostenerstattung ist keine Option, weil der Händler z.B. in China sitzt.

PS: Apropos China bzw. Fernost
„Fernost“ – irgendwie ein poetisches Wort, obwohl es schnöde eine Regio fern von uns und im Osten beschreibt. Aber egal.
Gerade las ich, dass es häufige Beschwerden über die Shopping-App Wish gibt, deren Händler oder Anbieter vorwiegend in eben diesem fernen Osten beheimatet sind.
Das soll lange Lieferzeiten bedeuten, z.T. sogar Monate, während die Bezahlung der Ware schon nach 14 Tagen erfolgen soll. Wenn man dann die Ware nicht erhalte, oder diese eben von minderwertiger bis zu nicht brauchbarer Qualität sei, könne man das Geld nicht von Wish zurück erhalten, sondern müsse sich selbst darum kümmern.
Das kann ich aus persönlicher Erfahrung nicht ganz so bestätigen.

Zunächst möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass man sich über minderwertige Qualität nicht wundern muss, wenn man zu absoluten Dumpingpreisen einkauft. Mal ehrlich, welche Qualität kann ein Produkt schon haben, das normalerweise sagen wir mal 30 Euro kostet, dort aber für 3 Euro angeboten wird (inkl. freiem Versand …)? Da sollte doch wirklich der gesunde Menschenverstand anschlagen, möchte man meinen.
Wenn ich denn wirklich günstig einkaufen muss, weil es die wirtschaftliche Lage nicht anders gestattet, gibt es hier vor Ort Geschäfte, in denen man die Ware wenigstens vorher mal anfassen kann, und probieren, ob z.B. das Kleid passt oder nicht, bevor ich im fernen Ausland von schönen Bildchen geblendet etwas bestelle, was sich als besserer Putzlappen entpuppt.
Zurückschicken lohnt sich bestimmt nicht. Erstens kostet das weiteres Geld, zweitens ist nicht sicher, ob man den Einkaufspreis erstattet bekommt, Wish ist dabei – meiner Meinung nach zu Recht – aussen vor, man muss sich mit dem Anbieter direkt auseinandersetzen.

Zu den angeblich Monate dauernden Lieferzeiten: habe ich bisher nicht feststellen können, auch Ware aus China kommt meist innerhalb von 14 Tagen hier an. Also, unabhängig davon, ob man über Wish kauft oder über einen anderen Shop.

Ich habe selbst auch schon bei Wish gekauft, sogar bei einem chinesischen Händler. Ich glaube, es waren 3 Kleinigkeiten ohne nennenswerten Wert, der evt. Verlust von Geld und/oder Ware hätte mich nicht wirklich geschmerzt, aber ich wollte es halt mal ausprobieren. Und – ich gebe es zu – ich bin natürlich auch auf die ansprechende Präsentation hereingefallen. 😉
Nein, im Ernst, bei einem Produkt handelte es sich um Filzdeko für Weihnachten, unterhalb der Zollgrenze angesiedelt, bei dem anderen um ein kleines Täschchen, das ich verschenken wollte.
Das Täschchen kam rechtzeitig an, war auch in annehmbarer Qualität; die Weihnachtsdeko kam dagegen nicht. Okay, die paar Euro, geschenkt (im wahrsten Sinne des Wortes).
Dennoch habe ich Wish natürlich darüber informiert, nach Weihnachten, dass die Ware nicht eingetroffen ist.
Ich bekam daraufhin eine sehr freundliche Antwort, dass sie es bedauern und mir das Geld natürlich erstatten. Das Geld kam.
Die Ware übrigens auch. 😉 Aber tatsächlich erst viele Wochen später. An welcher Stelle das Briefchen hängenblieb konnte ich trotz Sendungsverfolgung – ja, auch die Chinesen haben ihre Hausaufgaben gemacht und bieten sowas an – nicht nachvollziehen.

Ich muss zugeben: das war schon vor mehreren Jahren, danach habe ich noch nichts wieder bei Wish bestellt. Vielleicht hat sich deren Politik inzwischen gedreht, und Wish war nur zu Anfangszeiten so schnell und rigoros, als sie neu auf den deutschen Markt gekommen sind.
Wenn ihr andere Erfahrungen mit Wish gemacht habt – schreibt das gerne hier in die Kommentare rein.

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5 Noten ergeben 1 Urheberrecht …

Martina am 25. August 2018

Ich habe ein Timelapse Video von einem in Blender zusammengeklöppelten Möbelstück erstellt. Und einen Song, den ich in Garageband erstellt habe, als Hintergrundmusik eingefügt, weil, sonst wär’s ja doof äh langweilig.
Das ganze habe ich zu Youtube geschafft und nach der Verarbeitung springt mir plötzlich ein „Enthält urheberrechtlich geschützte Inhalte“ im Video-Manager entgegen. Ich so: hä?
Dem hinterlegten Link folgend habe ich mir die Passage angehört, die ich „geklaut“ haben soll. Dann habe ich mir den Song im Netz herausgesucht und ihn ebenfalls angehört. Tatsächlich stimmen 5 Noten der Lead Vocals in diesem Teil meines aus Apple Loops zusammengestellten Songs mit dem Anfang des anderen Songs überein.
Aber, grosses Aber: die Drums dieser Sequenz usw. sind anders, das Content-Id Verfahren stützt sich also auf ganze 5 Noten, macht aber fast eine ganze Minute „urheberrechtlich geschütztes Material“ daraus.

Nun habe ich zweimal versucht, den „Titel“ entfernen zu lassen, mir (bzw. Apple) quasi eine Urheberrechtsverletzung unterzujubeln sehe ich ja nicht ein. Nach der ersten 15minütigen Bearbeitung ist genau gar nichts passiert, das Löschen des „Musiktitels“ sei fehlgeschlagen. Grosszügigerweise darf ich das Video weiter veröffentlicht lassen, der Anspruchsteller möchte es ja nur monetarisieren und Werbung einblenden …
Ich glaube, da kloppe ich lieber andere Musik ins Video bzw. entferne das Teilstückfitzelchen.

Jupp, Fitzelchen gelöscht und neu hochgeladen:

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Dorfleben

Martina am 23. August 2018

Ich habe schon mitten in der Altstadt / Innenstadt gewohnt, am Stadtrand, in einem sog. „Problemviertel“, in einem Neubaugebiet, in einem Dorf und (jetzt) am äussersten Rand eines Dorfes.

Letzteres – Sackgasse – bedeutet, quasi keinem Verkehrslärm ausgesetzt zu sein, sondern den Spinnen beim krabbeln zuhören zu können. Sofern das Gehör es zulässt.

Die letzten Nächte komme ich mir aber vor, als wäre im Nachbardorf heimlich ein Flughafen eröffnet worden. Mit Nachtflugerlaubnis. Und die Flugzeuge vermehren sich. Vor zwei Tagen war es nur eines, gestern hörte ich bereits deren zwei über uns hinwegziehen, heute zählte ich in der letzten Stunde schon 5 verdammte Überflieger. WTF ist das?

(Okay, es wird an der Atmosphäre liegen, dass sich die Flugzeuge im Anflug auf Hannover anhören, als könnte man ihnen problemlos den Bauch kraulen. Aber was ist mit dem Nachtflugverbot passiert? Und müssen wir demnächst auch die „Flugscheisse“ aus der draussen aufgehängten Wäsche kratzen, weil der Toiletteninhalt noch schnell heimlich und des nachts verklappt wird?)

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To werb’ or not to werb‘

Martina am 21. August 2018

Neuerdingens muss man in den sozialen Netzwerken alle Beiträge als Werbung kennzeichnen, die auch nur den Anschnitt eines Logos oder den Hauch eines Buchstabens einer Marke oder so erkennen lassen. Egal, ob man überhaupt eine „werbliche“ Verbindung damit hat oder nicht.

Das ist schon ziemlich lästig, in meinen Augen sogar unsinnig, weil es mich in meiner freien Meinungsäusserung behindert. Wenn ich z.B. Kritik an etwas oder jemand üben will, möchte ich das selbstverständlich nicht als Werbung aufgefasst sehen.

Ich frage mich auch, ob ich in meinem Blog ebenfalls jeden (F)Schnurz als Werbung offenbaren muss, bloss weil ich z.B. einen Laden erwähne, in dem ich mal einen Kaffee trinken war,

Langsam komme ich mir jedenfalls wie von Realistien nach Absurdien zwangsumgesiedelt vor. Wo bitte schön kann ich wieder ins Land des gesunden Menschenverstandes einreisen?

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Benzingetrieben

Martina am 21. August 2018

Ich nehme häufig(er) an Online-Umfragen teil, bin sogar schon sehr viele Jahre bei den verschiedensten Panels registriert. Mit den dabei gesammelten Punkten, die ich vorzugsweise in Gutscheine für das inzwischen grösste Online-Kaufhaus umsetze, habe ich mir schon manches – äh, überflüssige – Gadget zugelegt. Einfach, weil ich es kann ein Spielkind bin. *hüstel*
Okay, lassen wir das.
Was ich eigentlich sagen wollte: früher waren diese Umfragen nicht so von Misstrauen geprägt, wie heute. Man hat seine persönlichen Angaben gemacht, Produkte anhand von Beschreibungen und Fotos oder Videos bewertet und dafür Punkte gesammelt.
Früher gab es offensichtlich auch nicht soviele Betrüger, die sich überall reindrängeln, um es kaputt zu machen. Die digitale Zerstörungswut bohrt ungebremst in alle auffindbaren Lücken und sprengt, was sprengbar ist.
Die Auswirkungen auf reale Menschen treiben manchmal schon absurde Blüten. Um mich als Nicht-Bot zu entlarven, muss ich inzwischen auch bei vielen Umfragen erst Strassenschildchen oder Fahrzeuge erkennen, um anschliessend die blödsinnigsten Antworten auf noch blödsinnigere Fragen zu geben, bevor ich zu den „echten“ Fragen komme.
Mein Highlight heute war – nach dem Bildererkennungsmarathon, ich glaube, ich musste 10 Bilderpuzzle in Folge abklicken – die Frage, ob ich eine benzingetriebene Zahnbürste besitze …

Vielleicht gibt es das ja wirklich, die Fantasie mancher Erfinder sollte nicht unterschätzt werden.

In mir steigt gerade die Vision einer Zahnbürste mit Seilzugstart auf: mit der linken Hand Zahnbürstenkörper festhalten, gleichzeitig mit dem Daumen auf den Startknopf drücken und mit der rechten Hand an einem winzigen Seilzug (könnte vielleicht Zahnseide sein, das würde dann auch gleich den doppelten Zweck erfüllen) ziehen, um eine knatternd vibrierende, Rauch ausstossende, laut röhrende Zahnbürstenrotation in Gang zu setzen. Das hätte was. Von Steampunk.
Hach, mein nächstes Modellierprojekt in Blender ist glaube ich gerade geboren worden …

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Das Spielkind ist erwacht

Martina am 15. August 2018

In letzter Zeit probiere ich wieder haufenweise Software und Tools aus.
Heute war es Fleeq, eine App bzw. Website, mit der sich hauptsächlich Fotos zu einer anpassbaren Diashow zusammenfügen lassen, Audio kann entweder per Auto-Narrator (in vielen Sprachen) oder selbst eingesprochen hinzugefügt werden. Ein paar Effekte gibt es noch dazu, die ich aber bisher noch nicht dediziert probiert habe.

Mein erstes Werk:

Neben dem Link lassen sich die Dateien auch als gif oder mp4 exportieren, wenn man sie z.B. für Tutorials oder Instagram und Co. verwenden möchte.
Dazu muss man das erstellte Fleeq speichern, aufrufen, exportieren und in das entsprechende Format umwandeln.
(Vielleicht sollte ich ein Meta-Tutorial verfassen? Wie erstelle ich ein Fleeq und wandle dies in eine exportierbare Datei um? 😉 )

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Zeitgemäss

Martina am 9. August 2018

Werbung wird ja auch immer raffinierter, also zielgerichteter auf das persönliche Profil zugeschnitten. Noch dazu, seit man quasi allumfassend bei seinen Touren durchs Internet getrackt wird. Ausser, man benutzt konsequent ein VPN, kann man dem gar nicht mehr entkommen.
Ich bin zwiegespalten, ob ich das gut finde. Einerseits habe ich schon das ein oder andere Tool entdeckt, das gut in die Spielwiese passt. Andererseits habe ich aber die Befürchtung, dass ich nur noch „passende“ Werbung bekommen und mir so der Blick über den Tellerrand genommen wird.
Abgesehen davon, dass das Marketing sowieso nur dann ankommt, wenn es bezahlt ward. Kleine, unbekannte Perlen des Internets bleiben wahrscheinlich unentdeckt.
Früher gab es z.B. Seiten wie linkperlen.de, deren Newsletter ich gerne und regelmässig genoss. Leider sind diese „Metaperlen“ des Internets wahrscheinlich alle der Kommerzialisierung zum Opfer gefallen. Heute gibt es alles nur noch gegen Cash. Aber vor allem nichts ehrliches. Mund-zu-Mund-Propaganda ist erst zur viralen Hölle geworden, jetzt dümpelt sie im trüben Influencerteich vor sich hin.
Die nächste Stufe – Fake-Marketing -, also das verbreiten von Angeboten, die entweder nicht das halten, was sie versprechen, prich minderwertige Ware anpreisen, oder gleich ganz auf die Aussendung von Waren verzichten, und lieber nur das Geld behalten, oder die mit den eingesammelten Kundendaten abhauen und Dönekes treiben, im günstigsten Fall die Daten verscherbeln, im ungünstigsten Fall Identitätsklau-Shopping oder dergleichen veranstalten, diese Stufe haben wir auch schon längst erklommen.

Eine kleine Variante dreht gerade die Runde: man verschickt Erpresser-E-Mails und behauptet, den Empfänger bei unsittlichen Handlungen aufgenommen zu haben und diesen blosszustellen, sollte der nicht unverzüglich xx € zahlen.
Tatsächlich fand ich heute auch so eine E-Mail im geschäftlichen Postfach. Wie die Idioten ausgerechnet an diese Adresse kommen, die nirgends verzeichnet ist, ist mir noch ein Rätsel. Da wird wohl ein Geschäftspartner digital undicht gewesen sein.

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Probieren geht über bezahlen

Martina am 2. August 2018

Ich schrieb es schon: seitdem ich ein einziges Mal einen Produkttest über Instagram veröffentlicht habe, dient man mir laufend Produktproben an, die allerdings alle feinsäuberlich im SPAM-Ordner aufgebahrt werden.
Dort schaue ich nur rein, wenn ich den Haufen endgültig löschen möchte, und mich schaudert jedesmal, wenn wieder dutzende künstliche Fleischwurstofferten über den Bildschirm wabern.
Mit dem Eis-Probierpaket heute hätten sie mich aber beinahe gehabt, ich war soooo nah dran, da passte quasi kein Mausklick mehr zwischen meinen Sabber und die „ich-spionier-dich-mit-fiesen-Mitteln-aus“-Mail.
Bis ich dann auf der schreibtischlichen Schweissspur ausgerutscht bin. Dann war der Scheixx doch weg.
Und ich trinke weiterhin demütig mein gekühltes, mit Zitronenscheiben aromatisiertes Leitungswasser …

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