Monatsarchiv für März 2020

Diese Datei wird selten heruntergeladen

Martina am 31. März 2020

Ja, und? fragte ich mich unwillkürlich, als ich dies nach dem Download von Software (aus einer vertrauenswürdigen Quelle) im Firefox-Fenster las.
Offensichtlich hat FF mit dem letzten Update eine Überwachungsfunktion beim Download eingeführt.
So weit, so gut. Nur die Kriterien erschliessen sich mir nicht.
Ist eine Datei, z.B. ein Update zu einer Software, wie bei mir, die naturgemäss noch nicht tausende Male heruntergeladen wurde, per se gefährlich?
Und darf ein Browser in meinen Download, den ich höchstpersönlich angestossen habe, also nicht durch Aufruf einer dubiosen Website, regulierend eingreifen?
Das dachte ich zuerst, als ich auf der Festplatte nachsah und nur eine teilweise heruntergeladene Datei entdeckte.
Wie man die Datei dann doch noch zugänglich machen bzw. komplett herunterladen könnte, darauf findet sich kein Hinweis im Download-Fenster.
Entweder, man öffnet den Infotext und klickt dort auf „öffnen“, um die Software trotzdem zu installieren, oder man klickt rechts und erlaubt ausdrücklich ein „öffnen“, was logisch irgendwie an der Sache des herunterladens vorbeigeht – dann wird auch das letzte Bit geladen und die Datei kann später verwendet werden.
Also, ich fühle mich ernsthaft bevormundet und für dumm gehalten. Firefox, das war wohl nichts, setzen, neu schreiben.

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Desinfizieren

Martina am 30. März 2020

Mein Stiefvater liest dieser Tage aufmerksam jede Zeitung und jede Reklamebeilage, derer er habhaft werden kann, er kann ja sonst nicht allzu viel tun, ausser mal in den Garten zu gehen, oder sich ans Keyboard zu setzen.
Einkaufen gehen ist gestrichen, Arzttermine sind gestrichen – er ist Hochrisikogruppe wegen diverser Vorerkrankungen und allein schon des fortgeschrittenen Alters wegen, persönliche Kontakte nach aussen gibt es momentan auch keine, hier, am Rande des Dorfes, und telefonieren ist mit Hörgerät zu anstrengend.
Nun hat er mich – die einzige im Haushalt, die derzeit arbeiten und einkaufen geht – beauftragt, im Discounter ein paar Sonderangebote zu holen. Ich wollte ja gar nicht mehr, bis das Kontaktverbot vorbei ist, weil es so schwierig ist, sich im Laden zu bewegen, ohne dauernd anderen Leuten zu nahe zu kommen.
Bisher hat ausser einem kleinen Schild niemand darauf geachtet, ob man sich überhaupt an die Regeln halten kann, wenn man denn wollte.
Auch heute nicht, allerdings war nicht mehr ganz so viel los auf dem Parkplatz, vielleicht haben die Leute ihre Hamsterkäufe eingestellt, oder ich bin einfach nur zu spät gekommen.
Von den Sonderangeboten, die mir zu kaufen aufgetragen wurden, war nämlich nichts mehr da. Von Toilettenpapier ebenfalls keine Spur, wobei ich stark vermute, dass speziell dieser Discounter das Zeug nur noch unter der Hand verkauft, weil das dafür vorgesehene Regal inzwischen mit Aktionsware belegt ist.
Laktosefreie Milch gab es ebenfalls nicht, wie schon seit 2 Wochen, in anderen Supermärkten ist man da besser sortiert, weswegen ich hier halt auch nicht mehr hingehen wollte, da ich ja doch nicht bekomme, was ich brauche.
Egal, ich hab’s versucht, und immerhin, heute stand ein (extra engagierter) Mitarbeiter vor dem Laden und hat jedem sowohl die Hände als auch den Griff des Einkaufswagens desinfiziert. Gute Idee.

Ich habe im Geschäft trotzdem noch einen Handschuh vom Brötchenregal übergestreift, um die Ware und alles andere damit anzufassen. Das sollte man eigentlich auch an alle Kunden und Kundinnen gleich am Eingang ausgeben, würde viele beruhigen und wäre mMn recht effektiv.

BTW, ich habe gelernt, dass ich mit meinem gut behandelten Bluthochdruck, den ich mir übrigens erst eingefangen habe, als ich alle Voraussetzungen dafür, wie z.B. Übergewicht, miese Ernährung und mangelnde Bewegung abgelegt hatte, eigentlich ebenfalls zur Risikogruppe gehöre. Luja.
Ich achte also noch viel mehr auf Abstand zu meinen Mitmenschen, und wenn ich sie deswegen böse angucken muss, weil sie wie blind oder ignorant durch die Gegend stolpern, dann ist mir das ganz egal. Haltet euch einfach von mir fern. Okay? OKAY?!
(Scherz, die meisten, denen ich „begegne“, sind ganz entspannt und freundlich.)

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Menschen sind seltsam

Martina am 27. März 2020

In normalen Zeiten schleppen sie sich, jede im eigenen Auto, von Wohnort zu Arbeitsort und zurück und machen weder freiwillig – oder gar ausgiebig – Sport oder halten sich länger als unbedingt nötig im Freien auf.

In Zeiten, in denen ein Kontaktverbot herrscht, habe ich dagegen auf meinem Weg von Wohnort zu Arbeitsort und zurück noch nie soviele Spaziergänger, Jogger und Radfahrer gesehen, wie in den letzten Tagen.

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Das Alter

Martina am 27. März 2020

Meine Altersgruppe, 35-59 Jahre, ist in allen Statistiken, die ich so sehe, am stärksten von der Infektion betroffen. Die älteren am wenigsten, die jüngeren auf jeden Fall weniger häufig.
Innerhalb meiner Altersgruppe sind es wiederum häufiger Männer, die sich infizieren.

Meine Interpretation: die Altersgruppe 35-59 nimmt natürlich weiterhin prozentual häufiger am Arbeitsleben teil, und kann sich nicht so isolieren, wie es erforderlich wäre, um jedwede Ansteckungsgefahr im Keim zu ersticken.

Aber warum mehr Männer als Frauen, obwohl der Anteil an weiblichen Arbeitskräften, die jetzt besonders gefordert sind (systemrelevant nehme ich nicht freiwillig in den Mund oder auf die Tastatur!), deutlich höher sein dürfte als der, der Männer?
Wenn ich nach meiner persönlichen Beobachtung gehe, liegt es daran, dass Männer zum einen immer noch dieses „mir kann das gar nichts“ Gehabe an den Tag legen und sich nicht anständig vorsehen, und zum anderen ihre Höhlenmentalität wieder ausgegraben haben, wer ihnen z.B. beim einkaufen im Weg steht, wird mit dicht aufrücken bestraft.

Gestern erst wieder gesehen, und leider muss ich sagen, dass man auf diese Männer wie auf einen toten Gaul einreden kann, es bringt nichts.
Ich möchte das mal in Anlehnung an den allgemein bekannten Altersstarrsinn als Männerstarrsinn bezeichnen.

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Kriminelle Fantasie

Martina am 26. März 2020

Offensichtlich geht den Kriminellen dieser Welt der Arsch ebenfalls auf Grundeis, seit die Leute zu Hause bleiben und man nicht mehr so einfach einbrechen kann.
Sie suchen nach neuen Wegen. Da ist es dann plötzlich das Gesundheitsamt, das angeblich an der Haustür klingelt. Oder der Desinfektionsdienst.
Ich frage mich, wann die ersten auf die Idee kommen, sich als Einkaufshilfe anzubieten, und vor dem Einkauf – der natürlich nie stattfinden wird – schon einmal das Geld kassieren wollen.
Oder man verlegt sich aufs digitale, klaut Mundschutz und Desinfektionsmittel und versucht, dieses teuer auf Onlineplattformen zu verscherbeln.
Mancher gibt sich gar nicht erst die Mühe, irgendwas zu klauen, sondern belebt einfach den ein oder anderen Fakeshop und bietet alles an, ohne es jemals ausliefern zu können.

Mein Tipp: die Tür gar nicht erst aufmachen, es sei denn, der- oder diejenige kennt ihr persönlich und/oder ihr habt zuvor explizit etwas telefonisch bei einem Lieferdienst o.ä. beauftragt. Selbst der Post muss niemand mehr die Tür öffnen, die Empfangsbestätigung läuft jetzt quasi automatisch.

Ganz schlaue kommen auf die Idee, jetzt das eigene Business bis zur drohenden Pleite runterzufahren, um staatliche Soforthilfe in Anspruch nehmen zu können, obwohl sie das gar nicht nötig haben. Besonders ihr solltet euch in Grund und Boden schämen. Man sollte euch anschliessend regelmässig zu Sozialdienst verpflichten, damit ihr mal wisst, wie das ist, für andere da zu sein, anstatt der eigenen, unmässigen Gier zu frönen.
Solche „Individuen“ habe ich echt besonders gefressen.

Hier im Büro werden wir inzwischen wieder vermehrt mit Gewinnspielhotlines beglückt. Oder der Windows-Support ruft an. Soviele Telefonnummern kann ich gar nicht mehr bei der Bundesnetzagentur melden, da wäre ich den ganzen Tag beschäftigt.

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Nicht ins Gesicht …

Martina am 25. März 2020

… fassen, ist einer dieser Ratschläge derzeit.
Habt ihr schon einmal bewusst darauf geachtet, wie oft ihr euch ins Gesicht tatscht? Das ist irgendwie unvermeidbar.

Momentan verfluche ich mich übrigens dafür, nicht vor einigen Wochen zum Friseur gegangen zu sein. Aber damals war ich noch dermassen in Trauer um meine Mutter, dass an einen Friseurbesuch, den ich sonst immer mit ihr zusammen unternommen habe, und das Getratsche von den Leuten, die uns beide kennen, nicht zu denken war.

Jetzt sind die Friseurläden ebenfalls geschlossen und mir hängen die Haare, vor allem, wenn frisch gewaschen, permanent ins Gesicht, wo man nicht hinfassen soll.

Ich könnte aufhören, mir die Haare zu waschen, fettig-stumpfe Strähnen fliegen nicht.
Oder ich versuche, sie mit einem Gummiband zu bändigen, aber dafür sind sie eigentlich noch nicht lang geug.
Oder ein Stirnband, möglichst im Verbund mit fettig-stumpfen Strähnen und einem Gummiband, sozusagen das Nonplusultra an „auch wenn ich draussen herumlaufe, kommt mir keine/r zu nahe“.
Da ich nach wie vor ins Büro fahre, kommt das aber alles nicht infrage.
Also lasse ich die Haare halt fliegen, bis ich mir die Hände waschen konnte, um sie dann einzeln aus den Augen, der Nase und dem Mund zu klauben.

Und sobald es wieder geht, geht’s zum Friseur.

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Disney+ auf dem Ipad

Martina am 24. März 2020

Ich habe schon verschiedene Streamingdienste ausprobiert – Amazon Prime, Maxdome und Netflix – und bis auf Amazon Prime nach kurzer Zeit ad acta gelegt. Entweder habe ich nicht oft und lange genug vor dem Fernseher gehangen (Maxdome), oder die Streamingqualität war bei uns auf dem Dorf unterirdisch (Netflix).
Jetzt also probiere ich Disney+ aus, natürlich mit dem günstigen Vorregistrierungsangebot. Heute startet der Dienst in Deutschland, eine Benachrichtigung habe ich zwar nicht erhalten, mich aber trotzdem mal im Browser eingeloggt, sieht quasi aus, wie bei allen anderen auch. 😉
Dann wollte ich die App auf dem iPad installieren und mich einloggen. Installieren geht, einloggen nicht, Fehler 73, und der Dienst wäre nicht für mein Land freigeschaltet.
Fehler 73 im Netz gesucht, bedeutet angeblich, das VPN wäre zu öffentlich. Häh? Ach, derjenige möchte nur sein VPN verkaufen, alles klar.
Ich hab‘ dann einfach mal das WLAN von der Telekom abgeschaltet, weil ich aus dem Augenwinkel heraus gelesen habe, dass diese mit der Freischaltung nicht hinterherkommen. Ich hab‘ das zwar nicht über die Telekom registriert, sondern direkt bei Disney+, aber man kann das ja mal versuchen. Also über die SIM-Card (ein O2-Derivat) noch einmal neu versucht und siehe da, jetzt konnte ich mich anmelden.
Selbst wenn ich jetzt das WLAN wieder einschalte, funktioniert die App, ich lade gerade probehalber einen Film für später herunter.

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Büro, Büro

Martina am 24. März 2020

Da ich sowieso fast immer allein im Büro arbeite, muss ich nichts ins Home Office verlegen – was angesichts der Papiermassen, auf die ich täglich zugreifen muss, eh nicht ginge. Aber ich bin hier safe, habe keinen Publikumsverkehr und kann daher weder angesteckt werden noch andere anstecken. Ausser, wenn ich zum einkaufen gehen muss, siehe letztes Posting …

Anyway, es fühlt sich seltsam an, auf dem Weg ins Büro kaum Leute auf der Strasse zu sehen, und an geschlossenen Läden vorbeizufahren. Die paar Schritte vom Parkplatz zum Büro komme ich an einem Friseur, einem Kosmetikstudio und einem Gardinengeschäft vorbei. Derzeit natürlich alle geschlossen.

Das fühlt sich so an, als würde ich sonntags arbeiten gehen. Und irritiert mich so sehr, dass ich mehrfach auf den Kalender gucken muss, um festzustellen zu können, welchen Wochentag wir haben, und ob es nicht doch Sonntag ist.

Ich schätze, manche Home OfficerInnen haben das Problem ebenfalls. Anders kann ich es mir nicht erklären, wenn ich am Wochenende tatsächlich von Mietern wegen Nichtigkeiten angerufen werde.
Liebe Mieter, ausser wenn das Haus brennt oder unter Wasser steht – ruft mich nur während der Arbeitszeiten im Büro an, ich bin da.

BTW, seltsam, um nicht zu sagen absurd, mutet das Ansinnen mancher an, man müsste in Zeiten einer Pandemie das Treppenhaus desinfizieren. Leute, schaltet euren Verstand ein, Desinfektionsmittel wird in den Kliniken und Co. gebraucht, nicht in eurem – mit Verlaub – verfickten Treppenhaus … Wascht euch gefälligst die Hände, oder schmiert Wodka auf den Handlauf, wenn ihr den schon unbedingt anfassen müsst.
Und wenn die Reinigungsfirma tatsächlich noch über Desinfektionsmittel verfügen sollte, wird sie das hoffentlich den Krankenhäusern zur Verfügung stellen, die derzeit von „Menschen“ beklaut werden.
Boah, ey …

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Einkaufen in Zeiten von Corona

Martina am 23. März 2020

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit: die Strassen waren recht leer, nur hie und da sah ich vereinzelt Fussgänger und Radfahrer.
Das änderte sich, als ich wie gewöhnlich an einem Montag morgen vor Arbeitsantritt noch kurz beim Discounter vorbeischauen wollte, um meine Wochenration fürs Büro einzukaufen.
Der Parkplatz war gut besucht, der Laden war noch besser besucht. Eine Möglichkeit, das Kontakverbot umzusetzen, gab es nicht, denn es achtete niemand darauf, wieviel Leute sich dort aufhielten.
Die Gänge waren wie immer mit Paletten verstopft, meist nur eine schmale Gasse für eine Person, daran vorbeizukommen.
Es gab einfach keine Möglichkeit, den geforderten Abstand zu halten, und den meisten war es wohl egal, hauptsache, sie bekamen ihr Toilettenpapier. Das war, trotz ständiger Aufrufe, niemand müsse hamsterkaufen, immer noch bzw. schon wieder ausverkauft. Ebenso die Milch, ein Karton mit Vollmilch stand noch dort, und obwohl ich die Milch nicht vertrage, nahm ich mir verschämt einen Liter.
Kekse gab es dafür noch in rauen Mengen. Statt mit gesunder Ernährung füllte ich also den Einkaufswagen mit Gebäck. Und einem Alibikörbchen Himbeeren.
Abstand an der Kasse einhalten war trotz Aufklebern kaum möglich, mir sass ein älterer, grimmig aussehender Herr im Nacken, den ich quasi auf Abstand zurückstarren musste. Und mit Hilfe des Einkaufswagens. Der ist jetzt vorgeschrieben. Letzte Woche hiess es noch, man sollte den Einkaufswagen als Kontaminationsquelle lieber nicht nutzen, heute heisst es, unbedingt Einkaufswagen nutzen, um diesen als „natürlichen“ Abstandshalter einsetzen zu können.
Und hier noch ein praktischer Tipp am Rande: geht zuerst zum Brötchenregal und benutzt die dort aushängenden Einmalhandschuhe für den Einkauf.

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