Monatsarchiv für Juli 2020

Werbe No Go

Martina am 29. Juli 2020

Dieses Blog existiert schon recht lange, unter WordPress seit 2009, aber zu Hause bunkere ich noch alte Einträge mit uralter Software (wer erinnert sich noch an Greymatter?), die im Oktober 2002 beginnen – das wäre dann demnächst die Volljährigkeit. Huch.
Egal, mal schreibe ich hier regelmässig, mal eher sporadisch, manchmal auch wochenlang gar nicht.

Sobald ich jedoch etwas regelmässiger schreibe, treten die „Agenturen“, oder „Freelancer“ auf den Plan, um nach Möglichkeiten der Werbung zu fragen. Das hat sich in 18 Jahren übrigens nicht geändert.
Nicht geändert hat sich auch die vorab aufgefahrene Schleimerei, geiles Blog da, tolle Artikel hier, wie können wir möglichst billig Werbung für Casino und Co. bei dir schalten, wir stellen dir auch grosszügig den Text zur Verfügung. Also früher waren das Casinos, heute sind es Games-Seiten.
Eine andere Offerte stellen die regelmässig euphorisch daherkommenden „Publizierer“ vor, die mir mal eben wertvollen Content aka schnell zusammengeklöppelte Ebooks unterjubeln wollen.

Besonders dreist finde ich jedoch die Anfragen, die ausdrücklich Werbung geschaltet haben möchte, ohne dass die Werbung als solche gekennzeichnet wird. Kommt leider immer wieder vor, kann aber immer wieder teuer werden, und zwar für den Trottel, der auf so ein Angebot eingeht. Dann würden die mickrigen 50 € die regelmässig als Salär für diese Werbung angeboten werden, nicht ausreichen, um die entstehenden Kosten für unerlaubte Werbung zu decken.
Aber versuchen kann man’s ja mal, gell? Gibt genug Deppen da draussen, die für ein paar Euro ihre Seele verkauften. Denken sich die Betrü… äh Freelancer, Agenturen oder wie sie sich nennen.

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Die Konstante

Martina am 28. Juli 2020

Nach dem unrühmlichen Verhalten einiger Hochhausbewohner in Göttingen, die zu einem Corona-Hotspot führten, der auch ausführlich in der Medienlandschaft breitgetreten wurde, beobachte ich die Entwicklung der Zahlen der Infizierten ja immer noch, wenn auch nicht mehr täglich, zumal die Stadt auch nur noch zweimal wöchentlich aktualisiert: aktuell sind wir bei 5 Fällen.

Wir bekommen diese Zahlen ausserdem nach Stadt und Landkreis bzw. den einzelnen Gemeinden aufgeschlüsselt.
Und da tritt eine kleine Kuriosität zutage, die mir als in dieser Gemeinde Lebende aufgefallen ist: seit Wochen haben wir bei uns eine aktive Infektion, wobei die Gesamtzahl aber nicht steigt. Was soviel heisst, dass es sich um einen einzelnen, somit langzeitinfizierten Menschen handeln muss.

Wobei mir wieder – man verzeihe mir die bitterböse Ironie – der leicht misszuverstehende Spruch einer Singlebörse in den Sinn kommt, die behauptet, dass sich ein Single täglich in jemand anderen verliebe.

Ich hoffe aber sehr, dass es sich bei den Fallzahlen in unserer Gemeinde doch nur um eine vergessene Aktualisierung handelt.

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Wiedervorlage

Martina am 8. Juli 2020

Kennt ihr die Wiedervorlage? Das ist ein Begriff aus Anwaltskanzleien, in denen meist die Sekretärin dafür zu sorgen hat, dass noch nicht abgeschlossene Vorgänge in regelmässigen Abständen eben wieder vorgelegt werden, um zu überprüfen, wie weit man damit ist, und ob der Vorgang auch irgendwann mal abgeschlossen werden kann.

So komme ich mir bei manchen Erbschaftsangelegenheiten, die mich ein halbes Jahr nach dem Tod meiner Mutter immer noch begleiten, auch vor. Es gibt da so einen Bausparvertrag, den ich auf mich umschreiben lassen und fortführen möchte, zum Zeitpunkt des Abschlusses wurde nämlich eine gute Verzinsung vereinbart, die es heutzutage nicht mehr gibt.
Zunächst versuchte ich, online Kontakt aufzunehmen, der Vertrag wird schliesslich online verwaltet. Null Reaktion.

Dann hatten wir einen Termin bei der Bank und zufällig trafen wir dort auch den Mitarbeiter an, der für die Bausparkasse zuständig ist. Er versprach, sich zu kümmern und gab mir eine Visitenkarte.

Nach vier Wochen fragte ich mal nach, Visitenkarte sei Dank hatte ich ja nun einen Ansprechpartner: angeblich müsste die Bausparkasse noch Unterlagen von mir haben, ob sie mir denn nicht geschrieben hätten.
Kurze Zeit später kam tatsächlich Post, ein Schelm, wer denkt, das hätten sie erst nach meiner Nachfrage losgeschickt. Da ich das Schreiben schon per E-Mail dem Ansprechpartner beantwortet habe und er versprach, es sofort weiterzuleiten, übte ich mich weitere vier Wochen in Geduld.

Im Online-Portfolio war inzwischen zu lesen, dass die Prämie gutgeschrieben wurde und das Lastschriftverfahren eingestellt. Immerhin, konnten wir doch nach nunmehr drei Monaten nun endlich das Konto schliessen, für das nach dem Tod und der Neueröffnung eines anderen Kontos auf den Witwer jeden Monat fast 10 € Gebühren abgebucht wurden, für quasi nichts, weil dort keine Bewegungen mehr stattfanden, bis auf diese eine Buchung.

Nach den zweiten vier Wochen fragte ich erneut nach, ob man den Vertrag denn auch mal umzuschreiben gedenke. Die Antwort, man habe einen Bearbeitungsstau.
Das war vor drei Wochen.
Nächste Woche ist es wieder soweit, ich trete in Wiedervorlage und werde die Schlagzahl vielleicht erhöhen müssen, damit endlich was passiert.

Meine bösartige Vermutung ist, dass man ein Schlupfloch sucht, um die Vertragsübernahme abzuwenden, die vereinbarte Verzinsung dürfte ihnen derzeit in der Seele weh tun.

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Das grosse Vergessen

Martina am 7. Juli 2020

Mieter vergessen, ihren Strom anzumelden, und wenn sie es dann doch mal tun, vergisst der Strom-Anbieter, die Daten auch tatsächlich aufzunehmen, weil man das ja jetzt alles kontaktlos telefonisch machen muss, und der Telefonist lieber an den Nägeln kaut, als Daten in eine Datenbank einzugeben. Ach ja, und wenn dann die Anmeldung auf welchem Weg und egal von wem auch immer vergessen wurde, vergisst der Stromanbieter auch mal wochenlang, den Eigentümer zu benachrichtigen, er liefert selbstvergessen Strom, und richtet mitunter erst ein halbes Jahr später ein euphorisches Schreiben an den Eigentümer, hier zack zack zu blechen, für einen Vertrag, den dieser nie abgeschlossen hat, rückwirkende Kündigung und Umschreibung auf den vergessenden Mieter selbstverständlich nur bis zu 6 Wochen möglich, was gleichbedeutend mit viel Verwaltungsarbeit verbunden ist, wenn man die entstandenen Kosten auf den säumigen Mieter abwälzen möchte.

BTW, beim Strom darf ja jede/r jede/n anmelden und/oder Zählerstände mitteilen, er braucht bloss eine Adresse, eine Zählernummer und das Geburtsdatum. Gestern erst alles durchexerziert.
In einem anderen Fall hat ein Mieter in seliger Umnachtung die Zählernummer eines Nachbarn für sich in Anspruch genommen, dieser Nachbar hatte seinen Strom passenderweise vergessen anzumelden, und wir bekamen nach besagtem halben Jahr Mahnungen zu einem Stromvertrag, den niemand abgeschlossen hat, inklusive der Ankündigung, den Zähler von dem Mieter stillzulegen, der zwar bereits für den Strom zahlt, aber eben für den nachbarlichen Anschluss.

Ehrlich, einen Hühnerstall zu beaufsichtigen, ist einfacher …

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Belästigung

Martina am 2. Juli 2020

Heute nur ein Satz, der mir aus einer gestrigen Fernsehsendung nachdrücklich in Erinnerung geblieben ist:
Bitte belästigen Sie mich nicht mit Ihrer Heiterkeit.

Es ging um eine Art Brosche, die man früher als trauernde Witwe tragen „durfte“, und die genau das der Umgebung signalisieren sollte.
Heutzutage ist trauern ja fast genauso verpönt und wird tunlichst unter der Decke gehalten, wie Depressionen.
So eine Brosche, die entsprechend beachtet wird, hätte ich mir in den letzten Monaten dringlichst ersehnt.

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