Unterschiedlich

Menschen in Gefahrensituationen verhalten sich unterschiedlich. Die einen verfallen buchstäblich in Schockstarre, die anderen sind auf Adrenalin.
Ich gehöre zur zweiten Sorte und reagiere in solchen Momenten, ohne gross nachdenken zu müssen. Erinnere mich an eine Situation, als ich als Beifahrerin dem Fahrer ins Lenkrad gegriffen habe, der im Winter zu flott in eine Kurve gefahren ist, auf einem vereisten Stück schleuderte und den Wagen auch flott gegen eine Mauer zu fahren drohte.
So haben wir „nur“ den Bordstein mitgenommen, konnten aber trotzdem nicht weiter fahren. Gottseidank war auf dem Fussweg nienand unterwegs, wer weiss, was dann passiert wäre.
Später habe ich den Fahrer gefragt, ob er sich erinnert, dass ich ihm ins Lenkrad gegriffen habe. Er hat es tatsächlich nicht wahrgenommen.

Wo ich aber alles andere als cool bleibe, sind Situationen, wo jemand kotzt. Da gibt es auch zwei Lager, die einen können helfen, die anderen würgen mit. Hier gehöre ich zu den Mitwürgerinnen.
Man kann da gar nichts gegen tun, offensichtlich ist das eine körperliche Reaktion, die man nicht beeinflussen kann.
Heute morgen wieder bemerkt, ich hätte gern geholfen, habe es anfangs auch versucht, musste dann jedoch ziemlich schnell das Zimmer verlassen, um der helfen könnenden Person nicht im Wege zu stehen bzw. zusätzliche Arbeit zu machen.