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Demos zu Zeiten des Internets

Früher, als ich noch jung war *hüstel*, und Studentin, da war protestieren quasi Pflicht. Wir haben gegen in unseren Augen unsinnige Hochschulreformen aka Kürzungen, gegen den Einsatz von Cruise Missiles, gegen Studiengebühren demonstriert, wir sind durch die Innenstadt gezogen, haben Schilder hochgehalten, Statements aus den Fenstern besetzter Häuser herausgehängt, Unigebäude besetzt, kilometerlange Menschenketten gebildet etc.
Meiner Erinnerung nach sind wir niemals marodierend und random Leute anpöbelnd durch die Strasse gezogen, noch haben wir die begleitende Polizei angegriffen, weder mit Worten noch mit Taten.

Seit den covidiotischen Spaziergängen hat sich das offensichtlich geändert. Diesen Leuten geht es nicht mehr um Meinungsfreiheit, denen geht es nur noch darum, ihren persönlichen Frust und angestaute Aggressionen loszuwerden.
So ähnlich bewerte ich inzwischen auch die Pro Palästina Demos, die hauptsächlich in Berlin stattfinden. Das Thema wird instrumentalisiert, und man kommt eigentlich nur zusammen, um zu hassen. Die Polizei darf den Grossteil davon ausbaden, die werden mit Genuss angegangen, um eine Reaktion, am liebsten etwas, was man als Polizeibrutalität taggen könnte, zu provozieren.

Dass es gar nicht um für oder wider ein Thema geht, könnte man gut daran festmachen, dass buchstäblich alle mit ihrem Smartphone sinnlos herumlaufen, immer auf der Suche nach spektakulären Szenen wie eben Polizeibrutalität, die man zur Unterhaltung der daheim gebliebenen oder für Klicks ins Internet stellt.
So weird, so viele creepy Menschen auf einen Haufen.

#allebekloppt Aber sowas von.

Treckerparade

Auf dem Weg vom Senior zurück ins Büro, stadtauswärts, fuhr ich an einer langen Autoschlange vorbei, vorweg jede Menge Treckerfahrerinnen, zwischendrin auch das ein oder andere Polizeiauto.
Entweder eine Schleichfahrt, oder man sammelt sich innerstädtisch für einen weiteren Bauernprotest.

Das Radio gab nichts her, das Internet teilt jedoch mit, für heute sei wieder eine Demo auf unserem Schützenplatz geplant.

Demos gegen Faschisten und NoAFD

Göttingen bleibt stabil gegen rechts. 🙂

Letztes Wochenende demonstrierten 15000 Teilnehmerinnen gegen NoAFD und Rechtsextreme:

Morgen ist eine weitere Demo in Duderstadt geplant.

Unverhofft frei

Gestern abend kam per Katwarn (!) eine Meldung, dass heute von 6 Uhr früh bis 14 Uhr eine Grossdemo der Bauern angeneldet sei, die auf dem Schützenplatz enden und jede Menge Verkehrsbehinderungen mit sich bringen soll.

Heute morgen soll sich der Stau auch tatsächlich bis zu uns ins Dorf hinein gezogen haben. Wir wohnen ja oberhalb und können quasi bis zur Landstrasse gucken. Da auch die Autobahn blockiert wurde, hat sich dieser Verkehr natürlich zusätzlich auf unsere Strasse ergossen und das Verkehrschaos vergrössert.
Und entweder gab es einen Unfall, oder die Polizei war routinemässig unterwegs, jedenfalls wurde auch Blaulicht gesichtet.

Ich habe mir dann heute ganz spontan einen Tag Urlaub genommen. 😏

BTW, auf der Suche nach aktuellen, örtlichen Verkehrsnachrichten bin ich zufällig bei TikTok gelandet. Das muss inhaltich bzw. kommentarmässig so ähnlich unterirdisches Niveau wie Telegram haben, was ich so beim flüchtigen drübersurfen gelesen habe. Lauter rechtes Gesox …

Schande über die Bande

Das vergangene Wochenende bzw. die Berichterstattung liess mich quasi in einem dauerhaften Zustand des „was geht denn hier ab?“ zurück.
Normalerweise versuche ich, für alle Verhaltensweisen irgendwie nachvollziehbare Gründe zu finden, aber was diese Demonstrierenden in Berlin abgezogen haben, entzieht sich jedes Versuches.
Leben in einer Parallelwelt ist noch die freundlichste Umschreibung, die ich dafür finde.
Ob es mangelnde Intelligenz ist, die diese Leute dazu treibt, alle gebotene Vorsicht, Rücksicht, Einsicht und überhaupt alle -sichten fallen zu lassen?

Auf jeden Fall ist es eine grobe Verantwortungslosigkeit, und wenn ich dann noch lesen muss, dass angeblich für Freiheit Demonstrierende andere Menschen am Rande der Demo bedrängen, beschimpfen, tätlich angreifen und zwingen wollen, ihren Mundnasenschutz abzunehmen, dann hört es echt auf.

Eure verfickte Freiheit soll mehr wiegen als die Freiheit anderer?
Ihr wettert gegen den Lockdown, habt Angst um eure Pfründe, werdet aber den nächsten Lockdown mit Sicherheit mit verursachen? Damit es uns allen so richtig schlecht geht, oder was ist das Ziel?
Ihr leugnet das Virusgeschehen und nehmt billigend in Kauf, dass andere wegen eures Verhaltens krank werden, vielleicht lebenslang leiden und evt. sogar sterben? Sagt mal, habt ihr völlig den Verstand verloren?

Die anderen sollen euren Bockmist ausbaden, weil ihr nicht für 5 Minuten an Konsequenzen denkt, die euer Handeln haben könnte? Wenn ihr 12 wärt, in der Pubertät stecktet und damit unter chemischem Ungleichgewicht im Hirn leiden würdet, dann vielleicht, aber ihr wollt erwachsen sein, gell? Dann verhaltet euch wie Erwachsene, wie verantwortungsbewusste Erwachsene, nicht wie nörgelnde Kleinkinder.
Schande über euch und euresgleichen. Die Verachtung, die ihr für andere Lebewesen habt, möge zu euch zurückkommen.

Ehrlich, wer sich wegen eines Stück Stoffs vor dem Gesicht in seiner Freiheit bedroht fühlt, der hat echt einen an der Waffel. Rücksicht, die Bedeutung dieses Wortes habt ihr nicht begriffen, fürchte ich.