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Fitbit Surge – erste Erfahrungen

Martina am 6. Mai 2015

Seit einer Woche trage ich das Fitbit Surge jetzt, bis auf die wenigen Minuten morgens unter der Dusche sogar ununterbrochen, Zeit also für einen ersten, persönlichen Erfahrungsbericht, mit einem kleinen Vergleich zum Jawbone UpMove:

Die Fitbit App hatte ich mir schon vorher installiert und mich auch auf der Website registriert, weil ich es mir erst einmal angucken wollte – das beste Armband nützt mir mMn nichts, wenn die Aufbereitung und Auswertung der Daten Scheisse ist.
Die Installation des Armbands war recht schnell erledigt, Bluetooth einschalten, App aufrufen, Gerät anmelden, Update durchführen, fertig.
Dann nur noch ein paar grundlegende Einstellungen vornehmen und tragen.

Apropos tragen: der Tragekomfort ist bisher mässig, sehr mässig. Unter dem Armband schwitzt man, während des Trainings sowieso, richtig unangenehm sogar, weil das Material des Armbandes eben kein Naturprodukt ist. Das Gerät selbst ist klobig und liegt – für mich jedenfalls – so hart bzw. sperrig auf dem Arm auf, dass ich dauernd am rumzuppeln bin und mindestens zweimal am Tag das Handgelenk wechsele.
Ob es mit einer ergonomischer geformten Unterseite aus weicherem Material angenehmer zu tragen wäre, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht ist das nur meine persönliche Befindlichkeit, weil ich quasi schon seit Jahrzehnten weder Uhr noch Armschmuck getragen habe.
Um es den ganzen Tag ununterbrochen zu tragen, finde ich es insgesamt gesehen aber sehr „unfreundlich“ gestaltet.
Am Montag im Studio war es noch unangenehmer, ich habe ordentlich geschwitzt und das Ding klebte förmlich auf der Haut und der Pulssensor hinterliess tiefe Abdrücke, weil ich das Armband anweisungsgemäss etwas fester gezogen habe, damit es nicht verrutscht. Ist natürlich trotzdem auf der schwitzigen Haut verrutscht und hat ab und zu keinen Puls messen können.

Was mir noch weniger gefällt, ist die Tatsache, dass das Armband fest mit dem Tracker verschweisst ist, sich also nicht austauschen oder durch ein bequemeres, flexibleres Armband ersetzen liesse. Ob das am Ende heisst Armband kaputt – Tracker unbrauchbar? Oder ob man sich das Armband (auf Kulanz?) austauschen lassen könnte, sollte es sich tatsächlich vor der Zeit verabschieden?

Gut finde ich die Laufzeit des Akkus, der erfreuliche 7 Tage (ohne GPS) durchhalten soll. Da ich mir angewöhnt habe, das Armband während des morgendlichen Duschens an den Strom anzuschliessen, brauchte ich mir bisher keine Sorgen zu machen, dass der Akku mitten in einem Training versagt. :biggrin:

Die Auswertung der HF scheint mir stimmig zu sein, kontinuierliches messen finde ich als bekennende Bluthochdrückerin 😉 generell recht spannend.
Mein mittlerer Ruhepuls hat sich nach den ersten euphorischen Werten zwar dann doch in normale Sphären (64-66) bewegt, aber damit bin ich – zumal als Freizeitsportlerin – zufrieden. Wie Fitbit den errechnet, weiss ich nicht, denn eigentlich sollte der Ruhepuls morgens kurz nach dem aufwachen dafür am relevantesten sein, und dieser liegt bei mir meistens weit unter 60.
Selbst bei grösster Anstrengung bin ich bisher nicht in abnorme Bereiche vorgedrungen, mein höchster Wert lag bei knapp über 170, für weniger als 15 Minuten, wobei natürlich auch die Erholungskurve eine Rolle spielt, die in meinen Augen ganz ordentlich aussieht.

Fitbit Surge, Auswertung Herzfrequenz
Herzfrequenz von Montag: 1,5 Stunden im Studio, wie man hoffentlich sieht. Die Spitze, die knapp an der 170 kratzt, sind die Freeletics-Übungen, die ich nach dem Ergometer einschiebe, HIIT eben. 😉

Es gibt verschiedene Trainingsarten, die man tracken kann, die Auswahl ist jedoch nicht sehr gross, und man kann keine eigenen Trainingsarten hinzufügen. Ich würde z.B. gerne das rudern am Ende eines WO hinzufügen, gibt’s nicht, geht nicht. Dafür gibt es aber Golf. Mache ich nicht, brauche ich nicht.
An der Stelle kann also durchaus noch nachgebessert werden. Alles, was nicht in den vorgefertigten Rahmen passt, als „Training“ zu deklarieren, erscheint mir persönlich denn doch zu pauschal.
Im Moment tracke ich das Krafttraining im Studio sowie die Freeletics WO als Zirkeltraining, und Ergometer (zum aufwärmen) sowie Rudern (zum abwärmen) als Spinning.
Die anhand der über die HF gemessenen Kalorienwerte passen im Endeffekt aber erstaunlich gut mit den Durchschnittswerten zusammen, die meine Haus- und Hof-App CaloryGuard für die verschiedenen Trainingsarten ausgibt. In der CaloryGuard App gibt es z.B. Ergometer, Rudern und Krafttraining Ganzkörper, das spuckte mir für das montägliche Training im Studio bis auf 30 kcal Unterschied genausoviel verbrauchte Kalorien aus, wie ich laut Berechnung der Fitbit Surge tatsächlich verbrannt haben soll.
Insgesamt hätte ich mit jeweils 10 Minuten auf- und abwärmen und gut einer Stunde Krafttraining laut CaloryGuard 540 kcal verbraten, laut Fitbit Surge waren es gut 570 kcal. Passt. 🙂

GPS fürs Lauftraining habe ich noch nicht ausprobiert, das steht aber für heute nachmittag an, wenn ich Atlas herunterbete, der mir zur Einstimmung ins Freeletics WO einen 2 km Lauf aufbrummt.

Schritte zählt der Tracker natürlich auch, aber, wie ich schon immer vermutet habe, werden Schritte beim tragen am Handgelenk ungenauer gemessen, als beim tragen des Trackers in der Hosentasche oder am Gürtel/Hosenbund. Parallel nutze ich ja noch das Jawbone UpMove und die mit beiden Trackern gemessenen Schrittzahlen unterscheiden sich ordentlich. Wo Jawbone beispielsweise 2700 Schritte ausgab, zählte Fitbit euphorische 4700 Schritte. Das mag z.T. daran liegen, dass aufgrund irgendwelcher Algorithmen Herzfrequenz und Kalorienverbrauch bei jedweder (alltäglicher) Aktivität mit einer entsprechenden Anzahl an Schritten honoriert werden – aber gleich so viel?
Ein wenig kann man das übrigens relativieren, indem man in den Einstellungen die tragende Hand – egal welche, ich trage es z.B. abwechselnd rechts und links – immer als dominant, also mit mehr Armbewegung, die wieder herausgerechnet wird, deklariert. Im Endeffekt dürfte das jedoch keine allzu grossen Auswirkungen haben und die Schrittzahl sollte nur als grober Anhaltspunkt gewertet werden, denke ich.

Geschlafen wird übrigens auch, jede Nacht sogar. 😉 Und der Schlaf natürlich gemessen, anders als bei Jawbone, wo man am Tracker oder in der App in den Nachtmodus umschalten muss, geschieht das bei der Fitbit Surge automatisch. Wie man automatisch die Einschlafzeit erfasst, kann ich mir zwar nicht vorstellen, sie wird aber tatsächlich protokolliert, ebenso wie Dauer, ruhelose Phasen und die Aufwachzeit.
Das wird bei allen Trackern ähnlich sein, glaube ich. Ob die gemessene Schlafqualität bei den verschiedenen Trackern anders ausfällt, müsste ich tatsächlich mal überprüfen, so rein spasseshalber. Gestaltet sich insofern schwierig, weil Jawbone anhand der Bewegungen nachts den Schlaf in Tiefschlaf und leichten Schlaf einteilt, Fitbit jedoch nur ruhelose Phasen kennt, die wahrscheinlich ganz anders gemessen/ausgewertet werden. Aber seht selbst:

Fitbit Surge, Auswertung Schlaf
Schlafauswertung Fitbit Surge

Jawbone, Auswertung Schlaf
Schlafauswertung Jawbone UpMove, die dunkelblauen Balken sind Tiefschlaf, die hellblauen leichter Schlaf, und die orangfarbigen sind böse Wachphasen.
Dass der Schlaf hier ein bisschen länger gemessen wurde, liegt daran, dass ich erst später wieder manuell in den Tagmodus umgeschaltet habe.

Das Fitbit Surge bietet nebenbei noch ein paar (rudimentäre) Smartwatch-Funktionen: so kann man sich bei eingehenden Anrufen oder SMS benachrichtigen lassen, SMS lassen sich auf dem Display ansehen – ich hab’s probiert, es funktioniert.
Bis zu 8 verschiedene Alarme lassen sich einstellen, d.h. man könnte für jeden Wochentag eine andere Weckzeit programmieren, wenn man wollte. Es geht aber auch, eine Weckzeit für verschiedene, oder alle Wochentage einzustellen. Der Vibrationsalarm fühlt sich angenehm an, jedenfalls lange nicht so nervenaufreibend, wie mein Radiowecker, der ohne Vorwarnung in voller Lautstärke losplärrt. :biggrin:
Wer nicht reagiert, wird nach 15 Minuten (laut Handbuch sollen es 9 Minuten Intervalle sein) erneut mit einer Vibration „geweckt“.

Was bisher nicht funktioniert hat: die Koppelung des Fitbit Surge über Bluetooth mit meiner Musikbibliothek auf dem iPhone. Das Gerät wird zwar angezeigt, sonst gäbe es ja keine Auswertungen in der App, muss für die Musiksteuerung aber noch einmal extra als „Surge Classic“ mit einem PIN verknüpft werden. Ich hab’s schon zweimal geschafft, dass die PINs auf beiden Geräten – iPhone und Fitbit Surge – angezeigt werden, die eigentliche Koppelung ist danach aber immer fehlgeschlagen und anschliessend sucht sich das iPhone dumm und dämlich nach dem Gerät.

Was ich mir noch wünschen würde, wäre eine grössere Auswahl an Verknüpfungen mit anderen Apps, Runtastic z.B. oder Apple Health. Hier funktioniert bisher nur MyFitnessPal und die Schrittzahl kann ich über diesen Umweg auch zu CaloryGuard schaffen.
Bei den Social Media Verknüpfungen hätte ich auch gerne mehr Freiheit, neben Twitter, Facebook und WordPress.com auch andere Dienste oder das eigene Blog einbinden zu können.

Das war’s fürs erste. Sollten sich wesentliche Änderungen in meiner Einschätzung ergeben oder ich mich an das „drückende“ Gefühl auf dem Arm wider Erwarten doch noch gewöhnen, werde ich weiter berichten. 😉

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