Archiv für das Tag 'Twitter'

Soziale Medien sind die Pest

Martina am 8. März 2021

Na, hat euch die Überschrift hergelockt?
Ich konnte sie mir einfach nicht verkneifen und entschuldige mich dafür, hier einen „bild“-mässigen Honeypot verwendet, gar bewusst gelo-, übertrieben zu haben.
Natürlich sind nicht die sozialen Medien pestilent, sondern die Leute, die überall ihren unqualifizierten, stereotypen Sermon hinterlassen. Etwas, was mir an Twitter ganz besonders missfällt. Bei grossen und offiziellen Accounts, besonders solchen, die sich mit Politik und Gesellschaft befassen, kann man mitunter die Kommentare gleich ausblenden, weil quasi Sekunden nach einem Tweet bereits jemand Häme und „ja,aber-“ Kommentare, möglichst ohne Satzbau und Rechtschreibung, reingekotzt hat.
Ich habe den Verdacht, dass Twitter genau dafür die Funktion implementiert hat, mit der man Kommentierende auswählen bzw. ganz ausschliessen kann.
Und manchmal, oft, wünschte ich mir, diese Accounts hätten den Mut, das auch mal einzusetzen.
Und nein, man muss sich nicht jeden Furz vor die Nase setzen lassen, es gibt Grenzen im Diskurs, und wer die (permanent) überschreitet, der sollte wenigstens eine Weile mal draussen bleiben.
Wobei ich ja eigentlich befürchte, dass da ein paar Skripte unterwegs sind, die einfach auf Stichwort losgelassen werden. Mit denen muss man sich aber erst recht nicht auseinandersetzen.
Wann erfindet mal jemand ein Gegenskript, also Algorithmen, um die Robots zu erkennen und automatisch zu melden/blocken/rauszuwerfen?
Für jeden Scheiss gibt es inzwischen dieses Captcha-Kram, wo man erst Fliegendreck auf unscharfen Bildern identifizieren muss, um in seinen eigenen Account zu gelangen. Wenn man das bei Twitter und Co. ebenfalls einführte, könnten die „ich habe 1000e Accounts, ich mach dich fertig, weil mir deine Nase nicht passt“ doch wenigstens ein bisschen mehr an den Rand gedrängelt werden.
Einmal am Tag eine Aufgabe vor den Login bauen, die von Otto-Normal-Schwurbler nicht zu lösen ist – das sollte erstens nicht schwer und zweitens recht effektiv sein.

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Vorschläge zum entfolgen? WTF?

Martina am 31. August 2018

Manche Ideen, nein, viele Ideen, die derzeit im Netz aufkommen, haben für mich einen heftigen negativen Beigeschmack.
Anders kann ich auch das neue Feature von Twitter, das dem Nutzer Vorschläge zum entfolgen von Leuten macht, nicht bewerten.

Erstens: ich lasse mich ungern weder beim folgen noch beim entfolgen, von „Vorschlägen“ leiten, die aus einer unpersönlichen Berechnung meiner Interaktionen mit meinen Twitterkumpeln resultiert.
Zweitens: ich folge (vielen) Leuten, mit denen ich noch nie interagiert habe, und zwar, weil ich sie z.B. aus anderen Netzwerken kenne (und schätze) oder weil ich deren Tweets interessant finde. Oder schlicht, weil sie mir zuerst gefolgt sind und ich ihr Themengebiet interessant finde.
Drittens: wenn dieses ganze folgen und gleich wieder entfolgen eine reine Marketingmasche ist, um die Followerzahlen künstlich zu erhöhen, dann sind die Nutzer hoffentlich schlau genug, es selber zu merken, und die-/denjenigen ebenfalls in den Datenorkus zu schicken.

Also bitte, liebes Twitter, haltet eure Nutzer doch nicht für dummes Fussvolk, dass euren Eingebungen blind folgt.
Es gibt so viel mehr im sozialen Netzwerk, als reines Zahlenwerk, und manche Interaktionen sind gar nicht messbar.

Das einzige Entfolge-Empfehlungs-Szenario, das ich mir wünsche, wären tatsächlich die Follower zu entlarven, die Hinz und Kunz folgen, um ihren Marketingwert zu erhöhen, die dann aber genauso schnell auch wieder weg sind, weil sie darauf spekulieren, der doofe Nutzer merkt es nicht.

Und wo wir gerade schon von „interessantere Timeline“ reden, die durch solche Massnahmen angeblich angestrebt werden soll, damit die Nutzer sich mehr und öfter auf Twitter herumtreiben:
Hört endlich auf, mich inhaltlich zu bevormunden und Tweets nach euren obskuren Algorithmen ein- oder auszublenden, wie es euch gefällt!
Mir gefällt das jedenfalls ganz und gar nicht, und im Idealfall sorgt es höchstens dafür, dass ich diese Dienste weniger aufsuche, als häufiger …

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Twitter-SPAM

Martina am 18. Juli 2009

Man sagt ja im allgemeinen, ein Webdienst wäre in der Netzgemeinde angekommen, wenn dafür von anderen entwickelte Applikationen erscheinen würden.
Ich möchte ergänzen: ein Webdienst ist in der traurigen Realität angekommen, wenn er von SPAMmern genutzt wird. Twitter gehört inzwischen eindeutig dazu, zumindest in der englischsprachigen Realität.

Ich habe zwei Twitter-Alerts unter Twilert laufen, für dieselben Begriffe, einmal auf englisch, einmal auf deutsch. Die deutschen Ergebnisse kann man noch halbwegs gebrauchen, die englischen kann man mittlerweile getrost in die Tonne kloppen. Fast alle Einträge sind nur noch Reklame-Mist, von mit Fantasienamen und sich untereinander selbst verfolgenden Accounts per Api zugemüllt (und schieben sich so in den Suchresultaten nach vorne).
So macht Produktrecherche Spass … :angry:

Entweder trauen sich die deutschsprachigen MLM-wie-verdiene-ich-angeblich-mit-Blödsinn-ganz-viel-Geld-Coach-Twitterer das nicht , oder sie hinken wie immer der Entwicklung hinterher und sind noch nicht auf den Trichter gekommen.

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Ausgebuffte Werbemasche oder ausgemachter Blödsinn?

Martina am 5. April 2009

Twitter ist auch nicht mehr das, was es mal war. Erst machte man sich z.B. darüber lustig, wenn ein (echter, wahr- und leibhaftiger) Politiker twitterte, inzwischen wird der Microbloggingdienst jedoch schon für gänzlich unauffällige Werbekampagnen genutzt.
So folgen mir seit heute zwei Menschen (wenn es echte Menschen sind, was man so ohne weiteres nicht verifzieren kann), die mit ihrem Twitteraccount eine Kreditkarte promoten. Im Twitterstream taucht diese Werbung zwar nicht direkt auf, aber durch den Link auf eine kostenlose (und anonyme) Homepage. Kassiert wird, sobald sich ein Neukunde darüber bei der Kreditkartenfirma registriert.
Wie gesagt, ob es sich nicht nur um Fake-Twitterer handelt und stattdessen bezahlte Autoren unters Twittervolk geworfen werden, konnte (und wollte) ich nicht herausfinden.
Aber selbst wenn die Leute „echt“ sein sollten: folgen werde ich ihnen sicher nicht. Da muss eine Werbekampagne schon etwas origineller sein. 😎

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