Archiv für das Tag 'Werbung'

Ausgehorcht

Martina am 6. September 2018

Also, manchmal glaube ich ja, mit dem Tablet habe ich mir auch heimlich, still und leise eine Alexa ins Haus geholt.

Vorhin sah ich im vorbeigehen, dass ein Paket vom XY Fressclub eingetrudelt war, ich sprach kurz mit dem „Nutzniesser“ darüber.

Einige Zeit später öffnete ich die Gesichtsbuch-App auf dem Tablet – dank der permanent brüllenden „Du hast schon wieder 50 neue Nachrichten, öffne mich jetzt!“ ist man ja quasi gezwungen, die App mehrmals täglich aufzusuchen. Nur, um die Nachrichten zu löschen, natürlich nicht, um sich im steten Strom der angeblich auf meinen Geschmack zugeschnittenen Belanglosigkeiten zu suhlen …

Und was ploppt als Werbung gleich nach dem ersten Beitrag auf? Richtig! XY Fressclub.

Ich fühl‘ mich ausspioniert. Vielleicht sollte sich der Dienst in „Abhorchbuch“ umbenennen …

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To werb’ or not to werb‘

Martina am 21. August 2018

Neuerdingens muss man in den sozialen Netzwerken alle Beiträge als Werbung kennzeichnen, die auch nur den Anschnitt eines Logos oder den Hauch eines Buchstabens einer Marke oder so erkennen lassen. Egal, ob man überhaupt eine „werbliche“ Verbindung damit hat oder nicht.

Das ist schon ziemlich lästig, in meinen Augen sogar unsinnig, weil es mich in meiner freien Meinungsäusserung behindert. Wenn ich z.B. Kritik an etwas oder jemand üben will, möchte ich das selbstverständlich nicht als Werbung aufgefasst sehen.

Ich frage mich auch, ob ich in meinem Blog ebenfalls jeden (F)Schnurz als Werbung offenbaren muss, bloss weil ich z.B. einen Laden erwähne, in dem ich mal einen Kaffee trinken war,

Langsam komme ich mir jedenfalls wie von Realistien nach Absurdien zwangsumgesiedelt vor. Wo bitte schön kann ich wieder ins Land des gesunden Menschenverstandes einreisen?

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Zeitgemäss

Martina am 9. August 2018

Werbung wird ja auch immer raffinierter, also zielgerichteter auf das persönliche Profil zugeschnitten. Noch dazu, seit man quasi allumfassend bei seinen Touren durchs Internet getrackt wird. Ausser, man benutzt konsequent ein VPN, kann man dem gar nicht mehr entkommen.
Ich bin zwiegespalten, ob ich das gut finde. Einerseits habe ich schon das ein oder andere Tool entdeckt, das gut in die Spielwiese passt. Andererseits habe ich aber die Befürchtung, dass ich nur noch „passende“ Werbung bekommen und mir so der Blick über den Tellerrand genommen wird.
Abgesehen davon, dass das Marketing sowieso nur dann ankommt, wenn es bezahlt ward. Kleine, unbekannte Perlen des Internets bleiben wahrscheinlich unentdeckt.
Früher gab es z.B. Seiten wie linkperlen.de, deren Newsletter ich gerne und regelmässig genoss. Leider sind diese „Metaperlen“ des Internets wahrscheinlich alle der Kommerzialisierung zum Opfer gefallen. Heute gibt es alles nur noch gegen Cash. Aber vor allem nichts ehrliches. Mund-zu-Mund-Propaganda ist erst zur viralen Hölle geworden, jetzt dümpelt sie im trüben Influencerteich vor sich hin.
Die nächste Stufe – Fake-Marketing -, also das verbreiten von Angeboten, die entweder nicht das halten, was sie versprechen, prich minderwertige Ware anpreisen, oder gleich ganz auf die Aussendung von Waren verzichten, und lieber nur das Geld behalten, oder die mit den eingesammelten Kundendaten abhauen und Dönekes treiben, im günstigsten Fall die Daten verscherbeln, im ungünstigsten Fall Identitätsklau-Shopping oder dergleichen veranstalten, diese Stufe haben wir auch schon längst erklommen.

Eine kleine Variante dreht gerade die Runde: man verschickt Erpresser-E-Mails und behauptet, den Empfänger bei unsittlichen Handlungen aufgenommen zu haben und diesen blosszustellen, sollte der nicht unverzüglich xx € zahlen.
Tatsächlich fand ich heute auch so eine E-Mail im geschäftlichen Postfach. Wie die Idioten ausgerechnet an diese Adresse kommen, die nirgends verzeichnet ist, ist mir noch ein Rätsel. Da wird wohl ein Geschäftspartner digital undicht gewesen sein.

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Inspired by

Martina am 11. Juli 2018

Ich kann verstehen, dass Social Media Dienste / Netzwerke, die für den User kostenlos sind, sich über (zielgerichtete) Werbung finanzieren.
Manchmal schlägt diese Werbung allerdings seltsame Kapriolen, vor allem, wenn sie auch noch behauptet, sie sei „inspired by your recent activity“.
So glotzte mich bei Pinterest gerade eine pickelige Nase unter diesem Motto an. Wenn es wenigstens irgendwie äthetische Werbung gewesen wäre, aber so? Wann habe ich bitteschön das letzte Mal nach Pickeln gesucht?

Da lob ich mir doch (fast!) die Werbung bei Facebook, manches Mal ist dort tatsächlich etwas dabei, was mich interessiert. Gestern habe ich mir z.B. eine Photoshop-Action zugelegt, die das erstellen eines Cinemagraphs mit 3 Klicks erledigt. Das werde ich doch jetzt gleich mal ausprobieren.
Und selbstverständlich packe ich das Ergebnis hier rein, ist doch klar. 😉

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Telefonwerbung

Martina am 10. Juli 2018

Auch mit dem „neuen“ Datenschutzgesetz ist man offensichtlich nicht davor gefeit, als Kundin von den Firmen per E-Mail, Brief und Telefon – auf allen verfügbaren Kanälen, und wenn Klopfzeichen oder Stühlerücken ein Kommunikationsmittel wäre, auch darüber, wetten? – also permanenter Werbebelästigung unterworfen zu werden.
Ich will das nicht. Das sagte ich der Dame am Telefon eben auch. Das absurde daran: sie verlangte anschliessend von mir, dass ich mich einer völlig unbekannten – sorry – Callcentertussi gegenüber mit Name, Adresse, Geburtsdatum und Schönheitsmerkmalen zu identifizieren hätte, damit sie mich für die Werbung sperren könne.
Hallo? Habt ihr noch alle Latten am Zaun?

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Marketing auslagern

Martina am 17. Januar 2017

Kabel Deutschland ist ja inzwischen verkauft, der „neue“ Besitzer hat uns gerade die diesjährige Rechnung für ein Haus zukommen lassen.

Und will uns bzw. die Immobilienbesitzer und Hausverwaltungen gleich mal als Werbefuzzis einspannen. :blink:
Wir sollen den Bewohnern bzw. Mietern den Telefonanbieter, dem Kabel Deutschland jetzt gehört, mit einem Neukundenrabatt schmackhaft machen.
Angeblich hätten wir dann zufriedene Mieter. 😆

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Trends

Martina am 19. Februar 2013

Ich sammle alle meine E-Mails in einem einzigen Postfach, sie durchlaufen dabei sogar zwei SPAM-Filter (hoffe ich. denke ich.), der Kaffeesatz bleibt sozusagen im Sammelpostfach hängen.
Bei der täglichen Pflege des SPAMs lassen sich tatsächlich Trends erkennen. Eine Zeitlang waren es die chinesischen Wir bearbeiten ihre Fotos für fast umsonst, bitte schicken Sie uns möglichst detaillierte technische Zeichnungen Ihrer Innovationen. Anbieter, dazu kamen die ganzen Glücksspielritter, die das Geld vervielfachen, wenn man es denn nur endlich zu ihnen tragen würde.
Und genau diese Glücksspielanbieter verschleiern neuerdings saugeschickt ihre Identität. Absender ist immer {%From_Name%}, dat Casino kenne ich aber gar nicht. :biggrin:

Apropos, auch in der Fernsehwerbung sind Trends erkennbar, z.B. der zum Frühlingserwachen. Jeden Abend soll der geneigte Zuschauer seinem Singledasein ein Ende machen und entweder mit dem Partnerschiff, dem elektronischen Lieblingsfinder oder dem Tag und Nacht verfügbaren Freundeanbahner in den seligen Hafen der Doppelverdiener segeln.

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Mit viel Liebe

Martina am 25. Januar 2011

In der Werbung wird in letzter Zeit viel geliebt, man könnte fast sagen, die Liebe zum Wahlspruch erkoren.
Eine Lebensmittelladenkette – man höre und staune – liebt Lebensmittel.
Eine Elektronikmarktkette – man höre und staune – liebt Technik.
Eine Fastfoodkette – man höre und staune – liebt es.

Dass eine Lebensmittelladenkette Lebensmittel liebt, dass eine Elektronikmarktkette Technik liebt, könnte man in einen gewissen kausalen Zusammenhang bringen, aber was mag wohl dieses es der Fastfoodkette sein? Irgendwie undefinierbar. Soll man dieses undefinierbare jetzt auch in einen kausalen Zusammenhang mit dem verkauften Produkt bringen, das dann ebenso undefinierbar wäre?

Weit gefehlt, liebe Konsumenten. Lebensmittel, Technik, es – drauf geschixxen. Das einzige, was dort meiner unmassgeblichen Verbrauchermeinung nach geliebt wird, ist der schnöde Mammon.
Kann man an jedem einzelnen Skandal verifizieren.

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Der Datenschutz

Martina am 23. März 2009

Neulich hatte ich mal wieder einen dieser ungebetenen Callcenteranrufen meines Mobilfunkanbieters. In einem unbedachten Moment trotz unterdrückter Rufnummer, übrigens ein ziemlich sicheres Zeichen für ein Callcenter, abgenommen, schwallte man mir schon nach kurzer Nachfrage von irgendso einem besonders tollen Angebot vor.
Aber diesmal war ich clever. :biggrin: Habe denen nicht nur gesagt, dass ich mich online informiere, sollte ich tatsächlich mal den Wunsch verspüren, irgendwas an meinem Vertrag zu ändern, sondern dass ich keine Anrufe mehr wünsche.
Gut, nicht? Denkste.
Einige Tage später kam nämlich ein Schriftstück, genannt Einwilligungserklärung, Inhalt: ich treuer Kunde, sie verkaufsgeil, habe am Telefon zugestimmt, dass sie mir besondere Angebote per SMS, MMS und Brief zuschicken dürfen.
Das Telefon ist tatsächlich abgehakt, E-Mail auch (wahrscheinlich habe ich niemals eine E-Mail-Adresse genannt) – aber jetzt mal im Ernst, lieber Mobilfunkbetreiber, wollt ihr mich verarschen?
Wo habe ich bitte während dieses Telefonats mein Einverständnis dazu erklärt, dass ihr mich auf allen möglichen Kanälen mit eurer Werbung zuballern dürft? :blink:

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