Schlagwort: Festgeld

Mafia-Verdacht

Im Zuge der Diversifizierung lege ich Geld auch immer auf verschiedenen Festgeldkonten an. Über eine Zinsplattform, zeitversetzt, niemals für mehr als 6 Monate.
Nun haben südliche Länder wie Italien, Spanien, Portugal nicht das beste Ranking, das sieht man aber vor einer Geldanlage und kann eine bewusste Entscheidung treffen, ob man das Risiko eingehen will, d.h. ob ein Land mit einem niedrigen Rating in der Lage sein wird, bei einer Bankenpleite einzuspringen, Stichwort Einlagensicherung.

Gerade habe ich gelesen, dass die italienische Banca Progetto, die auf dieser Plattform ebenfalls vertreten ist, wegen des Verdachtes auf mafiöse Verstrickungen unter der Zwangsverwaltung der italienischen Finanzaufsicht steht.
Das teilt die Zinsplattform aber nur in einem Nebensatz mit, der zumindest bei mir in der App mittendrin (… weitere Informationen finden Sie …, ja, wo finde ich die denn?) abgeschnitten wird.
Auch dem Gedanken, solche Banken von der Plattform zu nehmen, scheint man nicht folgen zu wollen.

Allein um der eigenen Reputation willen hätte man dieses Angebot in meinen Augen mindestens mit einem deutlichen Warnzeichen versehen müssen. Hat nan aber nicht. Blöd.

Verzichten? Nö.

Letzte Woche wurde eine Festgeldanlage ausgezahlt und ich hatte eine sofortige Wiederanlage bei einer anderen Bank beauftragt, die die zu dem Zeitpunkt besten Zinskonditionen bot. Irgendwann bekam ich eine Nachricht, der Zinssatz würde ab dieser Woche, ab heute, sinken.
Freitag bekam ich die Bestätigung, dass der Antrag zur Bank weitergeleitet ward. Freitag passierte noch nichts, aber es war ja noch Zeit.
Montag passierte leider auch nichts. Heute befindet sich die Anlage immer noch in Eröffnung, jetzt aber zum niedrigeren Zinssatz.
Darauf habe ich ja so gar keinen Bock. Weshalb ich die Zinsplattform eben gebeten habe, die Anlage zu stornieren, damit ich ein besseres Angebot nutzen kann.
Hoffentlich klappt das noch. Es handelt sich zwar nur um ein paar Euro, die mir durch die Lappen gehen würden, aber hey, ich habe nichts zu verschenken, ich muss meine Rentenlücke schliessen.

Update: Die Beantwortung meiner Mail ging schneller als die Eröffnung. „Voraussichtlich“ erhalte ich den nicht reduzierten Zinssatz, weil der Eröffnungsantrag bereits letzte Woche zur Bank weitergeleitet wurde, technisch bedingt wird aber der reduzierte Zinssatz angezeigt, bis die Anlage final eröffnet ist.
Das hoffe ich jetzt mal.

Festgeld, Diageo

Manchmal entscheide ich mich spontan, eine Position zu eröffnen, so auch mit dem monatlichen freien Budget, was ich ausserhalb der Sparpläne zur Verfügung habe.

Ich splitte mein monatliches Sparbudget momentan zwischen Aktien und Festgeld, weil es da derzeit noch einigermassen gute Zinsen gibt, die oberhalb der Inflation liegen, vor allem, wenn man europäisch anlegt, und weil man für kurzfristiger eben auch Geld angelegt haben sollte.
Festgeld kurzfristig? Ja, ich lege jeden Monat nur eine bestimmte Summe fest, so dass ich im Falle dass auch jeden Monat Zugriff darauf hätte. Mein Ziel ist es, jeden Monat 10.000 € anlegen zu können, wobei ich eine Anlagedauer von 6 Monaten für angemessen halte, was die Zinsen betrifft.
Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass Zinsen für längere Anlagezeiten nicht mehr unbedingt höher ausfallen, selbst bei nur ausreichender Bonität aka Länderrating bietet kaum eine Bank mehr als 3,45 % für längere Laufzeiten ab 1 Jahr, und das kann ich für eine Einlage zwischen 3 und 9 Monaten ebenfalls bekommen.
Abgesehen davon wollen Banken dir ja auch nicht unnötig Geld hinterherwerfen, sondern damit arbeiten und selbst Gewinne erwirtschaften, an denen sie dich nur zu einem (kleinen) Teil beteiligen, und das Risiko, dir für einen langen Zeitraum höhere Zinsen zahlen zu müssen, gehen sie freiwillig jedenfalls nicht ein.

Der Notgroschen für ganz kurzfristige Ausgaben, z.B. fürs Haus wie Versicherungen, Öl, Reparaturen etc., die immer anfallen, liegt zusätzlich auf dem Tagesgeldkonto.

Zurück zu den Aktien: diesen Monat ist es Diageo geworden, ein britisches Unternehmen, das alkoholische Getränke produziert und vertreibt. Laut Aktienfinder mit einer hohen Gewinnstabilität, mit einer (für mich) guten Dividende in Höhe von 3,10 %. Derzeit liegt der Kurs unter dem GD 200, deshalb habe ich nur einen kleinen Bissen genommen. 😉
Dank Gebühren liege ich mit meinem Kauf immer noch knapp 3 % im minus, langfristig wird sich das hoffentlich ändern.

Gespannt bin ich auf die Zahlen von Meta und Microsoft morgen. Besonders Meta hat innerhalb des Jahres über 60 % zugelegt.

Erst zahlen, dann kassieren

Die Zinsplattform Zinspilot wird demnächst eingestellt, deshalb will/muss ich mit den Festgeldern und dem Tagesgeldkonto langsam zu Weltsparen wechseln, bei denen ich eh schon registriert bin und auch schon mal Geld geparkt hatte, das ich für die Photovoltaikanlage bereithalten musste.

Dort habe ich keinen Freistellungsauftrag erteilt, und eigentlich war es bisher doch immer so, dass bei Fälligkeit eines Festgeldes die Steuer von den Zinsen abgezogen wurde und der Restbetrag ausgezahlt.

Nicht so bei dem Festgeld, das kürzlich bei Weltsparen fällig wurde. Wegen einer Nachricht habe ich mich dort heute eingeloggt und rein zufällig gesehen, dass man verlangt, die fällige Steuer vorab aufs Verrechnungskonto zu überweisen, bevor man geruht, das Festgeld auszuzahlen.
WTF? Keine Benachrichtigung, kein Hinweis per Email, lediglich eine eher kryptische Aufforderung?

Abgesehen davon, dass Emails vor Beendigung einer Anlage immer wieder suggerieren, das Geld unterläge der Prolongation, fördert das insgesamt nicht meine Bereitschaft, in der Plattform investiert zu bleiben. Mangelnde und/oder undurchsichtige Kommunikation in diesem Bereich ist echt wenig vertrauenserweckend.

Anlagestrategie Festgeld

Mit ein bisschen zeitlichen Aufwand kann man auch heute noch wenigstens etwas Geld bei einer Festgeldanlage verdienen.
Lange Laufzeiten lohnen sich zinslich eigentlich nicht wirklich, deshalb lege ich Geld nur für 3 oder 6 Monate an. Ich würde niemals Geld für 3, 5 oder sogar 10 Jahre festlegen, da man in dieser Zeit keinen Zugriff darauf hat bzw. nur unter erheblichen Einbussen.

Damit man auch in Zeiten von Niedrigzinsen flexibel bleibt und sich immer den Anbieter mit der höchsten Verzinsung ohne allzu grossen Aufwand auswählen kann, lohnt es sich, das Geld über eine Zinsplattform zu verwalten, die Anlagen über verschiedene Banken (aus Europa) anbietet.

Diese Zinsplattformen arbeiten mit einer „realen“ Bank zusammen, über die die Anlagen abgwickelt werden. Natürlich braucht man noch eine eigene Referenzbank, von der Geld abgebucht und angelegt, bzw. auf die das Geld wieder ausgezahlt wird.

Für die Anlagen sollte man sich nur solche mit Einlagensicherungsfonds auswählen, die Höchstgrenze beachten (im Regelfall 100.000 € pro Anlage), das Länderrating sollte nicht allzu schlecht sein, und man sollte auch ein Auge auf die Steuern für die Zinserträge haben, denn manche Anlagebanken führen eine Quellensteuer (in nicht unerheblicher Höhe) ab. Das müsste man dann aufwändig wieder reinholen, also kommen diese Anlagen zumindest für mich nicht infrage.

Ausserdem sollte man bei der Anlage unbedingt noch auf die Prolongation achten, d.h. dass im Regelfall eine automatische Wiederanlage zu der dann gültigen Verzinsung erfolgt.
Das will ich ja gerade vermeiden, da der Zinssatz oft eher nach unten geht, und ich mir lieber eine bessere Anlage suche.

Darüber hinaus wähle ich wie schon erwähnt nur eher kurzfristige Anlagen, 3 oder auch mal 6 Monate, weil das Geld in dieser Zeit eben festliegt. Und ich stecke nicht alles in eine Anlage, sondern zeitlich versetzt in verschiedene Anlagen.

Das aufteilen in kleinere Beträge auf zeitversetzte Anlagen hat noch weitere Vorteile:
– man unterschreitet (ausser man ist sehr reich 😉 ) die 100.000 € Grenze, bis zu der Geld über den Einlagensicherungsfond abgesichert ist
– man kann über einen Teil des Geldes verfügen, sofern es mal gebraucht wird
– man kann immer mal wieder den Betrag aufstocken, wenn Geld übrig ist
– man kann nach der höchsten Verzinsung gucken, die gerade angeboten wird

Momentan habe ich z.B. 3 Festgeldanlagen, die jeweils 3 Monate laufen und um einen Monat versetzt festgelegt sind, d.h. ich kann quasi jeden Monat neu gucken, wo ich die beste, steuergünstigste Verzinsung bekomme. Und ich kann jeden Monat über Geld verfügen, wenn notwendig, oder aufstocken, wenn gewünscht.

Das ist zwar ein bisschen Aufwand, weil man kurzfristig wieder neu anlegen muss, aber es bringt wenigstens ein paar Euro.
Und über die Zinsplattform geht es einfach per Überweisung auf bzw. vom Referenzkonto, welches das normale Girokonto sein darf.