Kategorie: Aufreger

Sprit sparen

Die ersten Tage nach dem Hochsprung des Benzinpreises war es super angenehm, Sprit sparend zur Arbeit bzw. nach Hause zu fahren:
Der Landkreis hatte sich wohl kurzfristig entschlossen, die 70er Zone auszuweiten, und die beiden verbliebenen Teilstrecken zwischen meinem und dem nächsten Dorf, an dem man vorher noch durchbrettern konnte, ebenfalls einzubeziehen.
Dazu musste nur ein neues Schild an unserem Ortsausgang aufgestellt, und ein anderes auf der Gegenstrecke, welches Geschwindigkeitsbegrenzung und Überholverbot aufhob, umgedreht werden.

Super, dachte ich. Endlich nicht mehr von hinten bedrängelt werden, weil man nicht mindestens mit 120 über die Landstrasse brettert.

Das hat ungefähr eine Woche gut funktioniert, das fahren war entspannt, man musste nicht dauernd abbremsen oder auf Teufel komm raus beschleunigen.

Heute war dann leider schon wieder Ende damit. Nicht, weil die Beschilderung wieder geändert wurde. Nein, weil es Honks / Idioten / affige Männer gibt, die vor lauter Testosteron ihren Verstand hinterm Steuer abschalten.
Ich wurde auf dem Nachhauseweg mal wieder von hinten bedrängelt, und bei der ersten, sich bietenden Gelegenheit mit aufheulendem Motor überholt. Wohlgemerkt in der 70er Zone und bei Überholverbot. Wie armselig solche Menschen doch sind.

Da es eine bestimmte Stelle gibt, an der gerne jede Verkehrsregel missachtet wird, wünsche ich mir dort eine permanent installierte Verkehrsüberwachung.
Die Stadt könnte sich mit den dadurch eingenommenen Geldern eine PV-Anlage auf jedem Hausdach leisten, glaube ich.
Wäre mMn eine sinnvolle Reinvestition …

Einkaufen in Zeiten der Chol- von Corona und Krieg

Letzte Woche beim Aldi meines Unvertrauens: Toilettenpapier alle, Speiseöle alle (bis auf Leinöl, das eignet sich nicht als Benzinersatz, die Leute sind ja äh „informiert“ …), Mehl alle.
Küchenrollen, Hefe, Brotbackmischungen und wie gesagt, etwas Leinöl waren noch da.

Diese Woche beim Aldi: Toilettenpapier, Küchenrollen, Kleenex, sämtliche Ölsorten, Mehl, Hefe, Brotbackmischungen etc. – gähnende Leere.

Uff, Dummheit und unsoziales Einkaufsverhalten* kennt nach unten keine Grenzen …

Leider auch gähnende Leere bei laktosefreier Milch, aber dieser Artikel war schon vorher einmal wochenlang nicht vorrätig, von daher weiss ich nicht, woran es liegt.
Glücklicherweise hatte ich uns (zwei laktoseintolerante im Haushalt) vor kurzem noch mit einer 12er Packung eindecken können.

Ach, gestern las ich, dass es auch einen Lieferengpass bei Senf geben solle, eigentlich wollte ich heute gucken, ob man deshalb auch das Senfregal leergekauft hätte. Mift, vergessen.

* Damit meine ich, dass es Menschen gibt, die sich Hamsterkäufe finanziell nicht leisten können, und die jetzt bei Grundnahrungsmitteln vor leeren Regalen stehen, weil andere sich unbedingt vollstopfen müssen, obwohl dazu keine Notwendigkeit besteht.

Öffentliche Empörung

Am Beispiel des vor wenigen Tagen in einem Leipziger Hotel internationaler Couleur antisemitisch beleidigten Sängers lässt sich mMn exemplarisch Gruppendynamik in sozialen Medien darstellen:

Der Sänger nimmt abends ein Video auf, in dem er berichtet, dass ihm unmittelbar zuvor in einem Hotel aufgrund des tragens eines Davidsternes der Checkin verwehrt wurde. Er ist – verständlicherweise – emotional mitgenommen und wirkt für mich zu 100 Prozent glaubwürdig.

Dass er nicht sofort alle umstehenden befragt oder um Zeugnis gebeten hat, dass er nicht umgehend Strafanzeige gestellt hat – jede/r, der/die ihm das im Nachhinein vorwirft, sollte erst einmal in sich gehen, und sich selbst fragen, ob er/sie in so einer Situation schon einen exakten Plan gehabt hätte, was in welcher Reihenfolge zu tun sei. Als Aussenstehende/r kann man nämlich immer weise schwafeln …

Aber davon ab: das Video geht am nächsten Tag online und viral, ich bekomme es als erstes bei Twitter mit.
Die Solidarisierungswelle rollt an, die Empörungswelle noch mehr. Man verlangt Aufklärung, Stellungnahme und Konsequenzen vom Hotel.
Das rührt sich über mehrere Stunden nicht.
Die Menge macht Druck, die Google-Rezensionen rauschen aufgrund vieler 1-Stern Bewertungen mit Bezug auf Antisemitismus in den Keller. Die Worte, die manche, viele, dabei finden, sind schon sehr pauschal und in Bausch und Bogen aburteilend.
Das Hotel schreibt nachmittags eine erste Stellungnahme, u.a. dass man versuche, mit dem Sänger Kontakt aufzunehmen.
Das Management des Sängers schreibt: neee, Leute, heute nicht.
Die Facebook-Seite des Hotels wird gestürmt, und, ich weiss nicht mehr, ob am selben oder nächsten Tag, geht irgendwann offline.
Alle Medien berichten.
Das Hotel hat 2 Mitarbeiter beurlaubt.
Abends findet eine Soli-Kundgebung vor dem Hotel statt, Hotelmitarbeiter/-innen recyceln ein Plakat mit der jüdischen Flagge und dem türkischen Halbmond, werden dafür (mMn zu Recht) kritisiert. Auf dieses „Statement“ angesprochen, wenden sie sich ab und gehen zurück ins Hotel.
Ich persönlich bin mir noch unsicher, ob das Ausdruck von Hilflosigkeit, Nichtwissens, Angst um den Job (immerhin wird mancherorten gefordert, man möge nicht nur den Mitarbeiter, sondern am besten gleich das ganze Hotel in Schutt und Asche legen), von oben aufgezwungen oder nur grottenschlechte Unternehmenskommunikation ist.

Der Sänger ist immer noch nicht erreichbar, was einerseits sein gutes Recht ist, andererseits zu komischen Spekulationen führt, s.o.
Die Google-Bewertung des Hotels ist von gut auf „naja“ abgerutscht, obowhl man bereits angefangen hat, diese wieder löschen zu lassen.

Die ersten Relativierer tauchen auf, die ersten „warum hat keiner geholfen, hat er gelogen, will er Aufmerksamkeit, muss er was verkaufen“ und haste nicht gesehen böswilligen Annahmen sind dabei.

Am nächsten Tag steigert es sich von solchen Fragen, oder besser Unterstellungen, zu weiteren Schmähungen, man schweift mal schnell zu links und rechts ab, alle (anderen) sind schuld, am offensichtlichsten aber der Sänger selbst.
Ausserdem hat er nicht so reagiert, wie die meisten der „ich weiss sowieso alles besser“ Fraktion sich das gewünscht hätten.

Ein Mitarbeiter des Hotels dreht quasi den Spiess um und zeigt den Sänger wegen Verleumdung an. Ausserdem schickt er noch eine Anzeige wegen anonymer Bedrohung hinterher, der pöbelnde Mob hat anscheinend seine Identität ausfindig gemacht.

Inzwischen überwiegen bei Twitter die Kommentare, die lieber verbal auf den Sänger eindreschen, als auf das Hotel und seine(n) Mitarbeiter.

Die negativen Bewertungen bei Google für das Hotel sind vollständig eliminiert, plötzlich ist wieder alles Friede, Feuer, Eierkuchen.
Also auf den ersten Blick. Schaut man sich die verbliebenen, „echten“ Rezensionen an, ist in diesem Hotel beileibe nicht alles gold, was glänzt, und das Beschwerdemanagement oder der Umgang mit solcher Kritik, so – ich sag‘ mal – auf dem Niveau, hauptsache, wir haben „irgendwie“ reagiert, der Rest ist mir wumpe und bis nächste Woche sowieso alles vergessen.

Apropos vergessen, natürlich wurden bereits wieder neue Themen mit entsprechendem Empörungspotential rauf- und runtergespielt.

Mein Fazit:
– Solidarität im Nachhinein: oft für’n Arsch
– öffentliche Empörung der Masse: viel zu rigoros (à la Lynchmob), um sie ernst nehmen zu dürfen

Du kommst hier nicht rein

Bin gerade hochgradig genervt von einem Consumer Panel.
Seit Jahren dort angemeldet lasse ich meine Surftouren verfolgen. Mit dem „neuen“ iPad und iPhone fing es an zu haken, ich glaube, die sind damals technisch beim iPhone 8 stehen geblieben. Auf ein neues Gerät wechseln konnte ich also nicht, meine Supportanfragen über die App wurde einmal – halbherzig – mit Verweis auf ein Standardprozedere beantwortet, was das Problem nicht löste und blieben fortan unbeantwortet.
Immerhin, Laptop bzw. Computer blieben aktiv.
Aus irgendeinem Grund habe ich mich heute im Panel eingeloggt. Achja, ich wollte mal gucken, wie es um meine Prämien/Punkte bestellt ist, da ich keine Benachrichtigungen mehr erhalten habe.
Erst konnte ich mich nicht einloggen, neues Passwort musste her. Dann sollte ich Fragen über die weiteren Haushaltsmitglieder beantworten, eines war doppelt drin, ein anderes verstorben. Entfernen dieser Profils wurde mit Fehlermeldungen quittiert, Beantwortung der Fragen des unvollständigen Profils eines Mitgliedes konnte ebenfalls nicht gespeichert werden, Fehlermeldung.
Also schrieb ich den Support über das Kontaktformular an.
Wenige Minuten später erhielt ich: unautorisierter Absender, Ihre Mail wurde nicht angenommen.
Dann wollte ich wenigstens mal bei meinem Prämienkonto gucken, auf der Profilseite stehen sowohl mobile Geräte als auch PC als kürzlich noch aktiv.
Allein, ins Prämienkonto einloggen geht auch nicht, „dieser User existiert nicht“.
Anderen Browser versuchen? Nö, hier darf ich den URL nicht mal mehr aufrufen, sondern werde sofort auf eine „verpiss dich“ Seite umgeleitet.
Zurück zum ersten Browser kann ich mich hier ebenfalls nicht mehr einloggen, da der User angeblich nicht existiert.
Ihr wollt mich doch verarschen, oder?

Und ja, jetzt bin ich angepisst. Und zwar sehr.

Von Krise zu Krise

Ihr kennt den Spruch „Ich krieg‘ die Krise“. Irgendjemand hat das zu oft herausgefordert. Jetzt kriegen wir alle die Krise. Täglich. Auch ohne es zu wollen.
Obwohl. Bei manchen vermute ich, dass sie gerne im Krisenmodus leben.
Andernfalls würden sie doch alles daran setzen, aus der Krise wieder herauszukommen. Oder nicht?
Vielleicht lieben sie die Krise, weil man da so ungeniert – oft sogar ungestraft – über alles und jede kübelweise Mist ausschütten kann. Echauffieren als aufregendes Moralerlebnis.

Euch möchte ich gerne ein „Herrschaftszeiten, jetzt reisst’s euch mal zusammen!“ dalassen.

PS: Man ersetze aktuell „Krise“ durch „Pandemie“.

Soziale Medien sind die Pest

Na, hat euch die Überschrift hergelockt?
Ich konnte sie mir einfach nicht verkneifen und entschuldige mich dafür, hier einen „bild“-mässigen Honeypot verwendet, gar bewusst gelo-, übertrieben zu haben.
Natürlich sind nicht die sozialen Medien pestilent, sondern die Leute, die überall ihren unqualifizierten, stereotypen Sermon hinterlassen. Etwas, was mir an Twitter ganz besonders missfällt. Bei grossen und offiziellen Accounts, besonders solchen, die sich mit Politik und Gesellschaft befassen, kann man mitunter die Kommentare gleich ausblenden, weil quasi Sekunden nach einem Tweet bereits jemand Häme und „ja,aber-“ Kommentare, möglichst ohne Satzbau und Rechtschreibung, reingekotzt hat.
Ich habe den Verdacht, dass Twitter genau dafür die Funktion implementiert hat, mit der man Kommentierende auswählen bzw. ganz ausschliessen kann.
Und manchmal, oft, wünschte ich mir, diese Accounts hätten den Mut, das auch mal einzusetzen.
Und nein, man muss sich nicht jeden Furz vor die Nase setzen lassen, es gibt Grenzen im Diskurs, und wer die (permanent) überschreitet, der sollte wenigstens eine Weile mal draussen bleiben.
Wobei ich ja eigentlich befürchte, dass da ein paar Skripte unterwegs sind, die einfach auf Stichwort losgelassen werden. Mit denen muss man sich aber erst recht nicht auseinandersetzen.
Wann erfindet mal jemand ein Gegenskript, also Algorithmen, um die Robots zu erkennen und automatisch zu melden/blocken/rauszuwerfen?
Für jeden Scheiss gibt es inzwischen dieses Captcha-Kram, wo man erst Fliegendreck auf unscharfen Bildern identifizieren muss, um in seinen eigenen Account zu gelangen. Wenn man das bei Twitter und Co. ebenfalls einführte, könnten die „ich habe 1000e Accounts, ich mach dich fertig, weil mir deine Nase nicht passt“ doch wenigstens ein bisschen mehr an den Rand gedrängelt werden.
Einmal am Tag eine Aufgabe vor den Login bauen, die von Otto-Normal-Schwurbler nicht zu lösen ist – das sollte erstens nicht schwer und zweitens recht effektiv sein.

Gewöhnungssache

Manche Gewöhnung ist gut, z.B. die an die Masken.
Allerdings: Die meisten haben immer noch eine OP-Maske vor dem Gesicht hängen, und wenn die tatsächlich bis über die Nase reicht, ist es schon super. Die Atemluft strömt mit diesen Masken ungehindert an den Seiten raus und wenn in dieser Jahreszeit die Brille beschlägt, dann habt ihr den Beweis dafür, dass das Ding auch „oben rum“ nicht richtig sitzt.
Es sollte tatsächlich eine Verordnung geben, dass man durch die Bank „richtige“ Masken aufzusetzen hat, die dicht abschliessen und auch eine Filterfunktion haben.

An der Gewöhnung ans gründliche Hände waschen und an den einzuhaltenden Abstand müssen wir dagegen noch arbeiten.
Gestern erst sah ich eine junge Frau auf einer öffentlichen Toilette, die sich wie eh und je die Hände mal kurz unter dem kalten Wasserstrahl abschüttelte. Liebe Schweinchen da draussen: mangelnde Hygiene war schon immer ein Scheissverhalten, und jetzt ist es noch eine Stufe schlimmer, also reisst euch gefälligst zusammen und gewöhnt euch. Kann doch nicht so schwer sein.

Abstand ist auch so eine Sache, und ich vermute, die mangelnde Wirkungskraft des zarten Lockdowns, den wir hier haben, hängt eng damit zusammen. Viele denken tatsächlich, habe ich einen Fetzen Stoff egal welcher Qualität vor dem Mund hängen, brauche ich keinen Abstand mehr einzuhalten. Weit gefehlt, liebe Sozialversager, weit gefehlt. Guckt euch die Totenzahlen an, allein gestern 590 Tote. Und dann überlegt noch einmal, ob ihr nicht endlich euer verficktes Verhalten ändern könnt.

Und euch daran gewöhnen, dass uns die Pandemie noch mindestens ein Jahr begleiten wird.

PS: Heute morgen war ich zur jährlichen Grippeimpfung, der Impfstoff war endlich geliefert worden. Leider hat sich in der Praxis auch ein gewisser Schlendrian eingeschlichen. Wo man im Frühjahr noch persönlich unter Ankündigungsrufen durch die Gänge geschleust wurde, durfte ich mich heute frei bewegen, und es hat auch niemanden gestört, wenn der Ein- bzw. Ausgang durch Patienten blockiert wurde, die sich keinen Schritt zur Seite bewegten, um Abstand zu schaffen.
Da ich in weiser Voraussicht mein Urbandoo mit FFP3-Filter umgeschnallt hatte, habe ich mir am Ende herausgenommen, mich neben der beleibten Dame nach draussen durchzuquetschen …

Allen, die nur sich selbst sehen, möchte ich an dieser Stelle trotzdem ein herzhaftes „FCKU“ dalassen.

A-H-A

AHA sollte das Wort des Jahres werden, ich schwör‘.

Steht für Abstand halten, Hände waschen, Alltagsmaske aufsetzen, Verhaltensweisen, an die sich jede/r mit halbwegs sozialem Gewissen halten sollte.

1. Stellt euch doch einmal vor, wie es wäre, wenn sich niemand unbotmässig auf die Pelle rückt. Die Einhaltung des Personal Space ist übrigens etwas, was uns quasi in die Wiege gelegt wird, und nur Leute mit einem persönlichen Defizit können den personal space weder einhalten noch respektieren.

2. Hände waschen gehört zu den grundsätzlichen hygienischen Massnahmen, die nicht nur in Zeiten einer Pandemie essentiell wichtig sind. Habt ihr Deppen das denn immer noch nicht gelernt?

3. Alltagsmaske, die einzige Massnahme, die „neu“ ist. Aber notwendig, vor allem, wenn Punkt 1. nicht eingehalten wird. Maske (richtig!) aufsetzen stört nur, wenn man sich aus irgendeinem Grund dagegen wehren zu müssen meint. Wer das ganze positiv angeht – ich schütze andere Menschen/meine Liebsten – hat damit normalerweise kein Problem bzw. sich längst daran gewöhnt und empfindet die Maske gar nicht mehr als besonders einschränkend oder störend.

Und nun stellt euch vor, diese Verhaltensweisen würden von allen umgesetzt werden.
Wir hätten:
– keine oder nur verschwindend geringe Neu-Infektionen
– keine oder nur verschwindend geringe Todesfälle
In der Folge:
– könnten alle Geschäfte geöffnet bleiben
– die Wirtschaft würde nicht einbrechen
– KiGas, Schulen und Unis müssten nicht schliessen
– Feiern im Familienkreis wären kein Problem
– Veranstaltungen unter Beachtung der Hygieneregeln wären möglich
– Reisen wären möglich
– und und und

Also mal ganz ernsthaft gefragt: wieso kommen die Schwurbler und Ignoranten darauf, dass sie das Recht haben, über die Gesundheit, Freiheit und sogar das Leben von ihren Mitmenschen hinwegzutrampeln?
Selbst wenn sie die Pandemie leugnen, gebietet schon das normale Zusammenleben Punkt 1 und 2 einzuhalten, weil das seit Jahrhunderten Konsens ist. Wenn man nicht gerade erst aus der Höhle gekrochen ist …

Alles Gewöhnungssache

Es gibt da so ein paar wenige (obwohl sie permanent behaupten, viele und/oder gar „wir“ zu sein), die sehen im tragen eines Mundnasenschutzes einen Eingriff, in ihre Freiheit, in die Grundrechte, in whatever.
Am liebsten sind mir diejenigen, die Kinder nach vorne schieben, über Kindesmisshandlung zetern und ihre Brut anschliessend auf Demos schleifen, um sich mitten ins Getümmel zu stürzen.
Diese Kinder tun mir mehr leid, als solche, die (oft sogar freiwillig) ein Läppchen vor Mund und Nase tragen, weil sie gerne ihre Freunde und Freundinnen schützen wollen.

Leute, wenn ihr das Mittelalter zurück haben wollt, wandert aus, gründet auf einer einsamen Insel euren eigenen Staat, lebt, wie ihr wollt, aber geht mir nicht mit eurem Mist auf den Sack.
Eure Meinung ist nicht massgebend, da ihr in der Minderheit seid, ergo habt ihr euch der Mehrheit unterzuordnen. Oder zu gehen.
Laut herumzukrakelen, andere zu beschimpfen, andere Meinungen niederzubrüllen oder anderen eure (abstrusen) Vorstellungen aufzwingen zu wollen, ist grosse Kinderkacke.

Zurück zur Maske, an der sich alle aufreiben: sie schützt, also setzt sie auf, wenn ihr euch in geschlossene Räume begebt, die nicht zu eurer Wohnung gehören. Das ist eine minimale Einschränkung, die zeitlich begrenzt ist, aber viel bewirkt.
Seit Mai trage ich jetzt regelmässig Maske (mit FFP2-Filter inwzischen), z.B. beim einkaufen, und habe mich schon so daran gewöhnt, dass ich sie gar nicht mehr merke.
Wenn man keinen Sport damit betreiben muss – obwohl man sich bestimmt auch daran gewöhnen könnte, es gibt genug Sportler, die z.B. in Höhenluft trainieren, um effektiver fit zu werden – ist das überhaupt kein Problem.
Also hört auf zu jammern und tut lieber was für die grosse Gemeinschaft, als euer unsägliches „Ich Ich Ich“ zu skandieren.

Schande über die Bande

Das vergangene Wochenende bzw. die Berichterstattung liess mich quasi in einem dauerhaften Zustand des „was geht denn hier ab?“ zurück.
Normalerweise versuche ich, für alle Verhaltensweisen irgendwie nachvollziehbare Gründe zu finden, aber was diese Demonstrierenden in Berlin abgezogen haben, entzieht sich jedes Versuches.
Leben in einer Parallelwelt ist noch die freundlichste Umschreibung, die ich dafür finde.
Ob es mangelnde Intelligenz ist, die diese Leute dazu treibt, alle gebotene Vorsicht, Rücksicht, Einsicht und überhaupt alle -sichten fallen zu lassen?

Auf jeden Fall ist es eine grobe Verantwortungslosigkeit, und wenn ich dann noch lesen muss, dass angeblich für Freiheit Demonstrierende andere Menschen am Rande der Demo bedrängen, beschimpfen, tätlich angreifen und zwingen wollen, ihren Mundnasenschutz abzunehmen, dann hört es echt auf.

Eure verfickte Freiheit soll mehr wiegen als die Freiheit anderer?
Ihr wettert gegen den Lockdown, habt Angst um eure Pfründe, werdet aber den nächsten Lockdown mit Sicherheit mit verursachen? Damit es uns allen so richtig schlecht geht, oder was ist das Ziel?
Ihr leugnet das Virusgeschehen und nehmt billigend in Kauf, dass andere wegen eures Verhaltens krank werden, vielleicht lebenslang leiden und evt. sogar sterben? Sagt mal, habt ihr völlig den Verstand verloren?

Die anderen sollen euren Bockmist ausbaden, weil ihr nicht für 5 Minuten an Konsequenzen denkt, die euer Handeln haben könnte? Wenn ihr 12 wärt, in der Pubertät stecktet und damit unter chemischem Ungleichgewicht im Hirn leiden würdet, dann vielleicht, aber ihr wollt erwachsen sein, gell? Dann verhaltet euch wie Erwachsene, wie verantwortungsbewusste Erwachsene, nicht wie nörgelnde Kleinkinder.
Schande über euch und euresgleichen. Die Verachtung, die ihr für andere Lebewesen habt, möge zu euch zurückkommen.

Ehrlich, wer sich wegen eines Stück Stoffs vor dem Gesicht in seiner Freiheit bedroht fühlt, der hat echt einen an der Waffel. Rücksicht, die Bedeutung dieses Wortes habt ihr nicht begriffen, fürchte ich.