Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Warntag

Martina am 10. September 2020

Das war ja wohl nix mit dem gross ausgerufenen bundesweiten Warntag 2020.
Hier haben weder Sirenen geheult noch hat die App Katwarn (die ich schon recht lange nutze) irgendeinen Alarm ausgelöst.
Katwarn musste ich aktiv öffnen, um die Warnung zu erhalten, was irgendwie im tatsächlichen Katastrophenfall nicht so sonderlich effektiv sein dürfte.
Sirenengeheul war auf jeden Fall Fehlanzeige, obwohl die Feuerwache quasi in Rufweite zum Büro liegt.
Beim zweiten Mal öffnen von Katwarn erschien immerhin die Meldung, dass die Leitstelle für Stadt und Landkreis den Sonderfall ausgerufen hat, weil die Warnung technisch nicht ausgelöst werden konnte.
Aber auch dieser Sonderfall (lokales auslösen der Warnung) ging spurlos vorbei, und jetzt ist laut Katwarn wieder alles im grünen Bereich.

Immerhin, ob absichtlich oder zufällig, ich habe vorhin Glockengeläut gehört, also nicht die Mittagsglocke, sondern so mittendrin zwischen halb und voll. Vielleicht war das der verzweifelte Versuch, statt der Technik auf die gute alte „ziehen wir mal an der Glocke“-Methode zurückzugreifen. 😉

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Irgendwas ist ja immer

Martina am 9. September 2020

Aus Versehen Mit voller Absicht habe ich mich mal bei einem sog. Produkttester-Dienst angemeldet, Sitz immerhin in Deutschland, die dürfen also mit meinen Daten nicht irgendwo hausieren gehen.
(Wie das mit den Daten aussieht, die man bei den Produkttests weitergibt, naja, dazu später mehr.)
Was sich als Produkttester ausgibt, bedeutet nicht immer, dass man reale Produkte testet, oft, sehr oft sind es einfach Online-Angebote, für die auf diese Weise neue Nutzer generiert werden. Wenn man sich nach dem Test nicht gleich wieder abmeldet bzw. das Konto löscht, kündigt oder was auch immer.
Nun, für das anmelden und ausprobieren bekommt man also eine Provision/Vergütung, manchmal muss man in Vorkasse gehen, um z.B. bei einem Wettanbieter ein wie auch immer geartete Wette zu platzieren.

Was ich bei diesem Dienst bisher ausprobiert habe:

– Umfrageportale: damit habe ich persönlich kein Problem, weil ich schon viele Jahre bei verschiedenen Portalen angemeldet bin, ich bin sozusagen Online-Umfrage-Profi. 😉 Man sollte trotzdem vorher gucken, wo sich der Unternehmenssitz befindet, ob sich das Unternehmen an den Datenschutz hält und sich einer entsprechenden Organisation angeschlossen hat. Falls das nicht so ist, kann man immer noch mit seinen privaten Daten geizen, in dem man in Umfragen z.B. die Antwort beim Einkommen verweigert o.ä., oder man bricht Umfragen, die zu sehr ins private gehen (detaillierte Fragen nach Krankheiten z.B. fallen für mich ins No Go), einfach ab. Dadurch hat man keine Nachteile, ausser eben, dass man manchmal nicht mehr zur Zielgruppe gehört und eben keine Punkte für abgeschlossene Umfragen gesammelt hat.
Für diese Registrierungen muss man nicht in Vorkasse gehen, bekommt aber entsprechend wenig Vergütung.

– Amazon-Dienste: einen Dienst, bei dem ich noch nicht registriert war, habe ich im Probe-Abo ausprobiert, und nach Beantwortung der (Pseudo-) Fragen und Bestätigung des erfüllten Aufrages auch gleich wieder gekündigt. Amazon ist quasi ungefährlich, erstens wird man an jeder möglichen Stelle darauf hingewiesen, dass das Abo kostenpflichtig wird, zweitens kann man es problemlos jederzeit kündigen und erleidet dadurch auch keine Nachteile. Ich habe z.B. schon zweimal ein Kindle Unlimited Abo gehabt, jedesmal mit Testmonat, zwischendurch brauche ich aber einfach eine Pause, man kann ja nicht immer nur lesen, lol.

– Wettangebote: obwohl ich bereits beim staatlichen, hochoffiziösen Lotto in meinem Bundesland ein Konto habe, habe ich einen weiteren Anbieter über das Portal ausprobiert. Zwei Dinge, die man vorher bedenken sollte: welche Zahlungsarten bietet man dort an? Lastschriftverfahren ist noch fast das ungefährlichste, weil man das widerrufen kann. Western Union oder sonstiges: am besten nicht, damit wird viel Schindluder getrieben.
Was mir hier auch sehr sauer aufgestossen ist: die Kontonr. stand plötzlich im Klartext in meinem Profil. Das geht ja mal gar nicht.
Zweiter Knackpunkt: nicht bei solchen Diensten registrieren und darauf vertrauen, wenn jemand sagt, es wäre kostenlos. Solltet ihr nach Abschluss der Aufgabe das ganze vergessen und euch dort nicht mehr blicken lassen, bleibt sowas nämlich nicht immer kostenlos. Bei diesem speziellen Dienst habe ich durch Zufall gelesen, dass nach einer gewissen Zeit der Inaktivität eine – man höre und staune – Inaktivitätsgebühr fällig wird. Leck mich fett, dachte ich und habe das Konto sofort nach Abschluss des Auftrages wieder schliessen lassen. Bitte schreibt in solchen Fällen auch noch das Unternehmen an, damit vor allem eure sensiblen Daten wie Adresse, Kontonr. o.ä. gelöscht werden und euch dies auch bestätigt werden muss.

Welche Dienste bzw. Produkte ich garantiert nicht ausprobieren werde:

– Alles, wo ich mit mehr als 2,50 € in Vorkasse gehen müsste. Sorry, bei einer Auszahlungsgrenze von 50 €, und einem durchschnittlichen Verdienst von vielleicht 2 € pro Auftrag läppert sich da schnell eine schöne Summe zusammen, für die ich kein Geld vorab verwenden möchte.

– Bankkonten und Kreditkarten: 1. brauche ich keine fünf Bankkonten, noch weniger brauche ich mehrere Kreditkarten, mögen diese auch noch so kostenlos sein, dass es kostenloser gar nicht geht.
Selbst meine 2 Kreditkarten sind schon zuviel, da ich nur eine einzige ab und zu einsetze.
Abgesehen davon: solltet ihr wirklich auf der Suche nach einer neuen Bank und/oder Kreditkarte sein, macht euch selbst auf die Suche nach einer Bank und setzt eure Wunschkriterien um, nutzt nicht einfach ein beliebiges Angebot.
Ausserdem bieten viele Kreditinstitute einen viel höheren monetären Anreiz, als bei den Produkttesterseiten möglich ist, da diese einen Teil der Provision einstreichen, denke ich mal.
Ich habe z.B. eine Bank gesehen, bei der ich zufällig bereits Kunde bin, die Vergütung auf der Produkttesterseite belief sich auf – lasst mich lügen – 20 €, bei meinem Kontoabschluss damals vor Ort bekam ich 50 € … In meinem Fall bekam der Werbende auch noch einmal 50 € – rechnet selbst nach.

Mein Fazit:
Gesunden Menschenverstand nutzen, nicht alles glauben, was euch aufgetischt wird, und immer kritisch überlegen, wo der Haken sein könnte.
Und, ganz wichtig: bei den Produkten und Webseiten, die getestet werden sollen, immer ins Impressum gucken, die AGB etc. lesen und auf versteckte Kosten oder mögliche Abos abklopfen.
Nur in Vorkasse gehen, wenn ihr den Totalverlust des Geldes locker verschmerzen könnt.
Denn, die Auszahlungsgrenze bei den Produkttesterseiten liegt manchmal jenseits dessen, was man so locker flockig in zwei Tagen erreichen könnte, zumal, wenn man ein bisschen picky bei der Wahl der Aufträge ist.
Bei meinem Test liegt die Grenze z.B. bei 50 €, das finde ich schon relativ happig, vor allem, wenn man bei einigen Sachen wie dem Lottoanbieter in Vorkasse tritt, aber lange warten muss, bis man diese 50 € bei durchschnittlich – sagen wir mal 2 € Verdienst pro Auftrag zusammengesammelt hat.
Und diese 50 € sind nicht einmal der Netto-Verdienst, davon muss natürlich der Betrag, den man vorgestreckt hat, abgezogen werden.
Ob sich das tatsächlich lohnt, möge jede/r nun selbst entscheiden.

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Werbe No Go

Martina am 29. Juli 2020

Dieses Blog existiert schon recht lange, unter WordPress seit 2009, aber zu Hause bunkere ich noch alte Einträge mit uralter Software (wer erinnert sich noch an Greymatter?), die im Oktober 2002 beginnen – das wäre dann demnächst die Volljährigkeit. Huch.
Egal, mal schreibe ich hier regelmässig, mal eher sporadisch, manchmal auch wochenlang gar nicht.

Sobald ich jedoch etwas regelmässiger schreibe, treten die „Agenturen“, oder „Freelancer“ auf den Plan, um nach Möglichkeiten der Werbung zu fragen. Das hat sich in 18 Jahren übrigens nicht geändert.
Nicht geändert hat sich auch die vorab aufgefahrene Schleimerei, geiles Blog da, tolle Artikel hier, wie können wir möglichst billig Werbung für Casino und Co. bei dir schalten, wir stellen dir auch grosszügig den Text zur Verfügung. Also früher waren das Casinos, heute sind es Games-Seiten.
Eine andere Offerte stellen die regelmässig euphorisch daherkommenden „Publizierer“ vor, die mir mal eben wertvollen Content aka schnell zusammengeklöppelte Ebooks unterjubeln wollen.

Besonders dreist finde ich jedoch die Anfragen, die ausdrücklich Werbung geschaltet haben möchte, ohne dass die Werbung als solche gekennzeichnet wird. Kommt leider immer wieder vor, kann aber immer wieder teuer werden, und zwar für den Trottel, der auf so ein Angebot eingeht. Dann würden die mickrigen 50 € die regelmässig als Salär für diese Werbung angeboten werden, nicht ausreichen, um die entstehenden Kosten für unerlaubte Werbung zu decken.
Aber versuchen kann man’s ja mal, gell? Gibt genug Deppen da draussen, die für ein paar Euro ihre Seele verkauften. Denken sich die Betrü… äh Freelancer, Agenturen oder wie sie sich nennen.

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Die Konstante

Martina am 28. Juli 2020

Nach dem unrühmlichen Verhalten einiger Hochhausbewohner in Göttingen, die zu einem Corona-Hotspot führten, der auch ausführlich in der Medienlandschaft breitgetreten wurde, beobachte ich die Entwicklung der Zahlen der Infizierten ja immer noch, wenn auch nicht mehr täglich, zumal die Stadt auch nur noch zweimal wöchentlich aktualisiert: aktuell sind wir bei 5 Fällen.

Wir bekommen diese Zahlen ausserdem nach Stadt und Landkreis bzw. den einzelnen Gemeinden aufgeschlüsselt.
Und da tritt eine kleine Kuriosität zutage, die mir als in dieser Gemeinde Lebende aufgefallen ist: seit Wochen haben wir bei uns eine aktive Infektion, wobei die Gesamtzahl aber nicht steigt. Was soviel heisst, dass es sich um einen einzelnen, somit langzeitinfizierten Menschen handeln muss.

Wobei mir wieder – man verzeihe mir die bitterböse Ironie – der leicht misszuverstehende Spruch einer Singlebörse in den Sinn kommt, die behauptet, dass sich ein Single täglich in jemand anderen verliebe.

Ich hoffe aber sehr, dass es sich bei den Fallzahlen in unserer Gemeinde doch nur um eine vergessene Aktualisierung handelt.

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Wiedervorlage

Martina am 8. Juli 2020

Kennt ihr die Wiedervorlage? Das ist ein Begriff aus Anwaltskanzleien, in denen meist die Sekretärin dafür zu sorgen hat, dass noch nicht abgeschlossene Vorgänge in regelmässigen Abständen eben wieder vorgelegt werden, um zu überprüfen, wie weit man damit ist, und ob der Vorgang auch irgendwann mal abgeschlossen werden kann.

So komme ich mir bei manchen Erbschaftsangelegenheiten, die mich ein halbes Jahr nach dem Tod meiner Mutter immer noch begleiten, auch vor. Es gibt da so einen Bausparvertrag, den ich auf mich umschreiben lassen und fortführen möchte, zum Zeitpunkt des Abschlusses wurde nämlich eine gute Verzinsung vereinbart, die es heutzutage nicht mehr gibt.
Zunächst versuchte ich, online Kontakt aufzunehmen, der Vertrag wird schliesslich online verwaltet. Null Reaktion.

Dann hatten wir einen Termin bei der Bank und zufällig trafen wir dort auch den Mitarbeiter an, der für die Bausparkasse zuständig ist. Er versprach, sich zu kümmern und gab mir eine Visitenkarte.

Nach vier Wochen fragte ich mal nach, Visitenkarte sei Dank hatte ich ja nun einen Ansprechpartner: angeblich müsste die Bausparkasse noch Unterlagen von mir haben, ob sie mir denn nicht geschrieben hätten.
Kurze Zeit später kam tatsächlich Post, ein Schelm, wer denkt, das hätten sie erst nach meiner Nachfrage losgeschickt. Da ich das Schreiben schon per E-Mail dem Ansprechpartner beantwortet habe und er versprach, es sofort weiterzuleiten, übte ich mich weitere vier Wochen in Geduld.

Im Online-Portfolio war inzwischen zu lesen, dass die Prämie gutgeschrieben wurde und das Lastschriftverfahren eingestellt. Immerhin, konnten wir doch nach nunmehr drei Monaten nun endlich das Konto schliessen, für das nach dem Tod und der Neueröffnung eines anderen Kontos auf den Witwer jeden Monat fast 10 € Gebühren abgebucht wurden, für quasi nichts, weil dort keine Bewegungen mehr stattfanden, bis auf diese eine Buchung.

Nach den zweiten vier Wochen fragte ich erneut nach, ob man den Vertrag denn auch mal umzuschreiben gedenke. Die Antwort, man habe einen Bearbeitungsstau.
Das war vor drei Wochen.
Nächste Woche ist es wieder soweit, ich trete in Wiedervorlage und werde die Schlagzahl vielleicht erhöhen müssen, damit endlich was passiert.

Meine bösartige Vermutung ist, dass man ein Schlupfloch sucht, um die Vertragsübernahme abzuwenden, die vereinbarte Verzinsung dürfte ihnen derzeit in der Seele weh tun.

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Belästigung

Martina am 2. Juli 2020

Heute nur ein Satz, der mir aus einer gestrigen Fernsehsendung nachdrücklich in Erinnerung geblieben ist:
Bitte belästigen Sie mich nicht mit Ihrer Heiterkeit.

Es ging um eine Art Brosche, die man früher als trauernde Witwe tragen „durfte“, und die genau das der Umgebung signalisieren sollte.
Heutzutage ist trauern ja fast genauso verpönt und wird tunlichst unter der Decke gehalten, wie Depressionen.
So eine Brosche, die entsprechend beachtet wird, hätte ich mir in den letzten Monaten dringlichst ersehnt.

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Microkredite

Martina am 30. Juni 2020

Im digitalen Universum gibt es auch winzig kleine Dinge, die viel wert sind, mehr als die ganzen Verschwörungsgurus (ist euch schon einmal aufgefallen, dass es hauptsächlich Männer sind, die in der Öffentlichkeit so richtig am Rad drehen?) und Ewignörgler.

Eines dieser kleinen Dinge, die viel bewegen, sind Microkredite. Dabei geben viele Menschen etwas Geld als Kredit, das gebündelt an die Kreditnehmer verliehen wird, die damit z.B. ein Geschäft aufbauen, ausbauen etc.
Das ganze passiert auf Plattformen wie z.B. Kiva, bei der ich mich vor etlichen Jahren bereits angemeldet habe. Anfangs habe ich nur die Mindestsumme, 25 $, verliehen und immer brav gewartet, bis diese zurückgezahlt war, bevor ich die Summe erneut verliehen habe.
Meine Kriterien sind dabei ganz einfach gewesen: es sollte eine Frau sein (dabei bin ich grösstenteils auch geblieben), es sollte etwas hergestellt werden, und es sollte etwas aus dem Fashionbereich sein, als Betreiberin des weithin bekannten *hüstel* Taschenblogs boten sich diese Kriterien für mich an.
Inzwischen sehe ich das nicht mehr so eng, ich bin dem Team Klimalotsen beigetreten und habe bei einem der letzten Kredite eine Frau gewählt, die so heisst, wie meine verstorbene Mutter und die ähnlich wie meine Mutter gerne backt und kocht bzw. das zu ihrem Geschäft gemacht hat.
Natürlich ist es auch nicht bei den 25 $ geblieben, die ich immer wieder neu verleihe, ab und zu fliesst eine Spende an die Organisation, und die Rückzahlung erfolgt auch nicht immer zu 100 %, wobei ich sagen muss, dass sich zumindest mein Verlust in sehr engen Grenzen hält.
Manchmal gibt es Aktionen, bei denen ein Kredit von anderen verdoppelt wird, so dass man nicht nur 25 $ verleiht, sondern noch 25 $ oben drauf bekommt, die man ebenfalls verleihen kann; diese werden natürlich nicht an mich zurückgezahlt, sonst würde ich ja Geld daran verdienen, und das ist absolut nicht die Absicht hinter den Microkrediten.

Seit kurzem – ich glaube, das gibt es noch nicht so lange – kann man quasi einen Dauerauftrag fürs einzahlen auf das eigene Kivakonto einrichten, dem habe ich mich vor einigen Monaten angeschlossen. Nur mit einer kleinen Summe, die tut mir auch in diesen Zeiten nicht weh, selbst, wenn ich das Geld niemals wiedersehen würde.
Zusätzlich kann man das eigene Portfolio so einrichten, dass automatisch ein/e Kreditnehmer/in – nach bestimmten, vorher von mir festgelegten Kriterien – ausgewählt wird, sobald sich die Mindestsumme von 25 $ angesammelt hat. Damit will man dafür sorgen, dass das Geld nicht nutzlos im Portfolio herumliegt.
Bald ist es soweit, und mein erster, automatischer Kredit kann vergeben werden. Ich bin schon gespannt, wen Kiva auswählt.

Update: Wer sich jetzt berufen fühlt, über Kiva ebenfalls Kleinkredite zu verleihen, darf sich gerne über diesen Link von mir einladen lassen. Für jede Registrierung bekomme ich zur Zeit 25 $ zum verleihen in mein Portfolio geschickt, ihr tut also gleich doppelt gutes. 🙂

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Beim Friseur

Martina am 23. Mai 2020

Wie sich die Zeiten ändern. Was früher lästige Pflicht war, wenn man nicht auf Rastagewirr stand, ist heute ein heiss ersehntes Ereignis: der Friseurbesuch.

Wir waren gestern, nach langen Monaten und mit langen Haaren.
Es war wie beim Arzt, nur dass das Wartezimmer draussen vor der Tür lag. Wir warteten im Auto, bis die Sprechstundenhilfe äh Friseurin vor die Tür trat und uns einzeln hereinbat. Dazu musste die Gesichtsmaske ordentlich sitzen, und am Eingang wurden die Hände desinfiziert. Die Friseurin war ebenfalls angetan mit Maske, zusätzlich mit einer Plastikschürze, die, wenn sie nicht durchsichtig, und blutbefleckt gewesen wäre, original wie eine Schlachterschürze ausgesehen hätte.
Haare waschen ist nun obligatorisch, ich muss das nächste Mal nach dem Shampoo fragen, das hat meinen trockenen Haaren ganz gut getan.
Danach schneiden mit Maske auf, das war schon etwas gewöhnungsbedürftig, eine Zeitlang musste ich die Maske vor dem Gesicht festhalten, weil die Bänder hinter dem Ohr beim schneiden störten.

Wie gut, dass ich diese Maske getragen hatte, und nicht den Loopschal mit Filter von Urbandoo, der um den ganzen Kopf geht. Oder die Silikonmaske von Koziol, die mit Gummibändern hinter dem Kopf befestigt wird.
Jaaaa, ich habe inzwischen ein Maskenarsenal angeschafft, alle mit austauschbaren Filtern. Das gibt mehr Sicherheit, und der nächste Lockdown kommt bestimmt.
Vor allem, wenn sich die Menschen weiterhin so unvernünftig verhalten, wie die Bekloppte gestern vor dem Backshop im Geschäft, die sich bis auf wenige Zentimeter an mich ranwanzte und mal eben mit blossen Händen das Brot aus dem Regal griff. Als ich sie auf ihr unmögliches Verhalten hinwies – ich war echt sauer – wurde sie nur rot und war ganz schnell verschwunden.

Am Ende des Friseurbesuches musste Adresse und Telefonnummer hinterlegt werden, bezahlen konnte ich noch bar, wenn auch der Kassentresen mit so einem Teil versehen war, also dem Ding, was man eigentlich nicht mehr Spuckschutz nennen darf, was aber de facto ein Spuckschutz ist, na, ihr wisst schon.

Insgesamt war es alles etwas aufwändiger, und in unserem kleinen Friseurladen auf dem Dorf durften wegen der räumlichen Gegebenheiten nur zwei Kunden gleichzeitig bedient werden, nach jedem Kunden musste geputzt werden, aber die Friseurin war natürlich froh, dass sie wieder arbeiten durften.

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Ich stehe hier nur so rum

Martina am 18. Mai 2020

Wenn man die Nachrichten/Berichte so hört, driften immer mehr ehemals normale Menschen in eine Parallelwelt ab. So viel verschwurbelten Mist habe ich echt schon lange nicht mehr gehört und gesehen, wie anlässlich der sog. Hygienedemos abgesondert wird. Ob sich diese Leute nicht mal um ihre geistige und seelische Hygiene kümmern können?
Erschreckend finde ich, dass es sich z.T. um alte Menschen handelt, denen ich rein aus ihren Lebenserfahrungen heraus eine gewisse Krisenfestigkeit zugestehen wollen würde.

Heute beim Discounter meines Unvertrauens – dessen eh schon enge Gänge übrigens wieder einmal mit auszupackenden Waren, Verpackungsresten, Paletten etc.pp. verstopft waren, so dass man sich z.T. nicht einmal mit einem Einkaufswagen vorbeischlängeln konnte – stand wieder ein Hygienebeauftragter am Eingang. Und eine ältere Dame mit Einkaufswagen. Sie bewegte sich weder vor noch zurück, blockierte aber in schönster Dreistigkeit den Eingang, und den Herrn Türsteher focht es nicht an.
Als ich die Dame fragte, ob sie mich denn vorbeilassen könnte, schaute sie mit einem recht ratlosen Gesichtsausdruck zurück und begriff scheinbar überhaupt nicht, was ich wollte. Der Herr Hygienebeauftragter schaute derweil genauso aus der Warnwäsche.
Bis sich die Dame dann tatsächlich doch noch bewegte, und ich um die beiden herumlavieren konnte …

Abgesehen davon hat mich heute schon beim auslösen des Einkaufswagens die Wut gepackt. Die lieben Mitmenschen entblöden sich nicht, ihre Einkaufswagen voll mit Müll, benutzten Handschuhen und anderen Bösartigkeiten wieder in die Schlange zu reihen.
Rücksichtslose Arschlöcher und alle bekloppt …

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Lieferdienste

Martina am 5. Mai 2020

Ungefähr einmal im Jahr überkommt mich der Japp auf (nach?) fetter Pizza, Nudeln oder schnöder Pommes rot-weiss während des Arbeitstages, ein Verlangen, das durch bemühen eines Lieferdienstes schnell gestillt werden kann.
Zu Zeiten des Coronavirusses wollte ich eigentlich die lokalen Restaurants unterstützen und habe mir vorgenommen, das Verlangen nach nicht selbst gekochter Speise vielleicht einmal die Woche zu verspüren. Und zu befriedigen.
Bei meinem bevorzugten Lieferansammlungsbestelldienst melden sich zudem derzeit fast jede Woche neue Restaurants, die es auszuprobieren gilt, weil, jede Woche Pizza oder Spaghetti oder Pommes wird schnell langweilig.

Erste Woche: ich probiere, interessante vegetarische, indische Gerichte sind mein Begehr. Ich bestelle und bezahle, der Magen knurrt. 5 Minuten später klingelt das Handy, der oder die legt jedoch auf, bevor ich es aus der Tasche gekramt habe. Gleich darauf erhalte ich eine E-Mail: das Restaurant ist nicht erreichbar, Geld kommt zurück, hier noch ein Gutschein fürs hungrig bleiben.
Statt leckerem indischen Curry ohne Fleisch gibt es Porridge …

Zweite Woche: ich bestelle bei einem quasi alt eingesessenen Anbieter, die Bestellung geht problemlos über die Bühne, ich vergesse allerdings, den Gutschein einzulösen, aber egal. Der Lieferant – zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Maskenpflicht – kommt ins Büro und stellt dort das Essen ab, nix mit klingeln und vor die Tür stellen, aber das wäre in unserem Treppenhaus eh schwierig, weil das Büro über einen kurzen Aussengang erreichbar ist.

Dritte Woche: neues Restaurant, irgendwas mit Bioburgern. Ich bestelle und bezahle, denke sogar daran, den Gutschein einzusetzen. Der Magen knurrt. 5 Minuten später klingelt das Handy, der oder die legt jedoch auf, bevor ich es aus der Tasche gekramt habe. Gleich darauf erhalte ich eine E-Mail: das Restaurant ist nicht erreichbar, Geld kommt zurück, hier noch ein Gutschein fürs hungrig bleiben.
Ich überlege schon, wieviel Gutscheine ich auf diese Weise wohl sammeln kann und ob diese für den Rest des Jahres reichen werden.
Anschliessend gehe ich rüber zum Supermarkt meines Vertrauens und hole mir ein TK-Gericht, so geht das ja nicht mit dem hungrig bleiben.

Vierte Woche: Urlaub.

Fünfte Woche: keine Zeit.

Sechste Woche: Urlaub.

Siebte Woche: Huch, es ist ja schon eins, nix im Bürokühlschrank, also bestelle ich beim ersten Anbieter mit kurzer Lieferzeit und bezahle, löse noch einmal Gutschein Nr. 1 ein. Der Magen knurrt. Schon eine Viertelstunde später klingelt es an der Tür. Ich halte dem vermummten Lieferanten die Tür auf, damit er weiss, wo er liefern soll. Er bittet mich, mehr Abstand zu halten, ich lasse also die Tür quasi zufallen und er schlängelt sich im letzten Moment noch durch. Ich lege ihm Tip auf die Fensterbank, trete noch weiter zurück, er packt Essen auf die Fensterbank, tritt in die äusserste Ecke des Ganges, so dass ich die Essenskartonage mit ins Büro nehmen kann. Zum Schluss nimmt er das Trinkgeld vom Fensterbrett und entfernt sich wieder.

Dat war mal ’ne hygienische Übergabe. Also, mal abgesehen vom nicht geputzten Fensterbrett und dem Trinkgeld, welches ich mit blossen Händen angefasst hatte. Beim nächsten Mal sollte ich doch Handschuhe überstreifen. 500 Einmalhandschuhe liegen bereit, die ich eigentlich zum einkaufen nutze, da nicht überall die Einkaufswagen desinfiziert werden, man aber aufgefordert ist, nur mit Wagen einkaufen zu gehen.

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